ÖFB blickt der EM 2016 entgegen: “Es wird schwieriger”

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Am dem Jahreswechsel gilt der Fokus der Fußball-EM 2016.
Am dem Jahreswechsel gilt der Fokus der Fußball-EM 2016. - © APA
Am Donnerstag blickte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) auf das sportlich erfolgreiche Jahr 2015. So will man sich außerdem auf die bevorstehende EM 2016 in Frankreich vorbereiten.

Ab dem Jahreswechsel gilt der Fokus aber nur noch der EM kommenden Sommer in Frankreich, betonten ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien.

“Bei der EM werden die Karten neu gemischt”

Das ÖFB-Team hat sich im auslaufenden Jahr erstmals aus eigener Kraft für eine EM qualifiziert und mit sechs Siegen in sechs Pflichtspielen auf Rang zehn der FIFA-Weltrangliste verbessert. “Die Freude sollen wir noch einmal unter den Weihnachtsbaum legen, dann starten wir wieder bei der Stunde Null”, erklärte Windtner. “Da werden die Karten neu gemischt, da ist die Qualifikation nur noch eine tolle Historie.”

Mit einem Überraschungseffekt bei den Gegnern dürfe man nach der eindrucksvollen Quali nicht mehr rechnen, vermutete der ÖFB-Chef. “Es wird schwieriger, aber wir werden uns sehr gut vorbereiten.” Eine klare Zielvorgabe für die Endrunde gibt es von Verbandsseite weiterhin nicht. Windtner: “Wir wollen bei der EURO das Bild, das wir in der Quali abgegeben haben, bestätigen.”

Nächster wichtiger Schritt in Richtung Turnierstart ist die Gruppenauslosung am Samstag in einer Woche (12. Dezember) in Paris. Wunschgegner gab die ÖFB-Spitze keine Preis. “Präferenzen auszusprechen bringt nichts”, meinte der Präsident. “Schaffen können wir es gegen jeden. Auszuscheiden ist auch gegen alle möglich.” Windtner wird bei der Auslosung eine achtköpfige ÖFB-Delegation anführen, der auch Teamchef Marcel Koller angehört. Kurz nach den Terroranschlägen in Paris Mitte November hatte der Schweizer noch leichte Sicherheitsbedenken geäußert.

Ob Koller das ÖFB-Team nach Auslaufen seines Vertrages im Sommer auch in die auf die EM folgende WM-Qualifikation führt, ist weiterhin offen. Es habe aber bereits Gespräche mit dessen Management um Berater Dino Lamberti gegeben, versicherte Windtner. “Es gibt entsprechende Kontakte, aber es ist ein ‘work in progress’.” Über die Gesprächsinhalte könne er daher keine Auskunft geben.

Großes Lob für Marcel Koller

Mit Kollers Arbeit ist man beim ÖFB jedenfalls hochzufrieden. “Nach England waren wir das erfolgreichste Nationalteam in Europa”, sagte Windtner in Anbetracht einer Qualifikation ohne Niederlage. Dadurch sei ein gewaltiger Hype entstanden. “Das Nationalteam ist auch in den Herzen der Österreicher angekommen.” Das belegen die Zuschauerzahlen. 173.000 Besucher kamen 2015 zu den fünf Heimspielen in Wien.

Die Erfolge auf Nationalteam-Ebene will der ÖFB mit seiner Talenteförderung im Nachwuchsbereich nachhaltig absichern. Das U21-Team hat 2015 wie das A-Team eine Bilanz von sechs Siegen, einem Remis und einer Niederlage vorzuweisen. Die Chance, sich als bester Gruppenzweiter hinter Deutschland erstmals für die U21-EM 2017 in Polen zu qualifizieren, sei laut Windtner absolut intakt.

Nicht ohne Stolz verwies der ÖFB auch auf die drei Turnierteilnahmen im Nachwuchsbereich (U20-WM, U19-EM und U17-EM). Auf so viele hat es in Europa im Jahr 2015 sonst nur Deutschland gebracht. Sportdirektor Ruttensteiner sieht dennoch noch Potenzial: “Ich glaube, dass wir das absolute Spitzenniveau im Nachwuchsbereich noch nicht erreicht haben. Wir müssen die Talenteförderung noch weiter optimieren. Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu.”

Jeglicher “Genügendmentalität” will Ruttensteiner auf allen Ebenen entgegenwirken – auch beim A-Team. “Es genügt nicht, nur dabei zu sein”, sagte er im Hinblick auf die EM. Der Oberösterreicher sieht das Turnier vor allem als Chance. “Für mich ist es wunderschön, dass wir uns über die EM weiterentwickeln, dass jeder einzelne Spieler dazugewinnt.”

(APA/Red)

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