Michael Häupl rudert zurück: “Liebe Lehrer, habe nicht euch gemeint”

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Michael Häupl hat Stellung zu seinem "22 Stunden"-Sager genommen.
Michael Häupl hat Stellung zu seinem "22 Stunden"-Sager genommen. - © APA
Er wisse sehr wohl, wie viel Lehrer arbeiten, betonte Wiens Bürgermeister Michael Häupl am Samstag beim Landesparteitag der SPÖ. Er sei falsch verstanden worden, denn sein “22 Stunden”-Sager sei keineswegs gegen den gesamten Berufsstand gerichtet gewesen.

“Die Botschaft entsteht beim Empfänger. So gesehen muss ich feststellen, dass sich die Falschen betroffen fühlen. Mir ist zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen, dass ich Menschen beleidige. Ich weiß, was Lehrer arbeiten. Ich komme aus einer Lehrerfamilie”, sagte Häupl: “Es ist mir außerordentlich ferngelegen, jemanden zu kränken.”

“Aber ich habe einige eurer Vertreter gemeint”

Er wolle aus seinem Herzen aber auch keine Mördergrube machen. Denn als die Debatte aufs Tapet kam, habe er von ÖVP-Lehrervertretern etwa vernommen, dass dies nun Krieg bedeute: “Ich habe an diesen Aussagen keine Kritik gehört.” Diese habe er darum geäußert. Es sei jedoch ganz klar: “Liebe Lehrer, ich habe nicht euch gemeint, aber ich habe einige eurer Vertreter gemeint.”

Häupl nannte konkrete Namen

Wobei er auch Namen nannte, also vor allem einen, nämlich jenen von Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer (ÖVP). Dieser sage auch in anderen Bereichen vor allem “Nein”: “Ich warte nur, dass er sich so wie der (Nikita, Anm.) Chruschtschow den Schuh auszieht und auf den Tisch klopft mit der Fersen und Njet sagt.”

Lehrer reagierten versöhnlich

Sozialdemokratische Lehrervertreter reagierten am Parteitag nach den Worten des Bürgermeisters versöhnlich. Man werde mit der SPÖ gemeinsam den Wahlkampf führen, wurde da etwa versprochen. Und, quasi die gute Nachricht des Tages: Ein Vertreter des Zentralvereins der Wiener LehrerInnen versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Vereinsmitglieder entgegen ursprünglicher Pläne doch am 1. Mai mitmarschieren werden.

Junglehrerin ist wütend

Eine Junglehrerin aus den Delegiertenreihen berichtete hingegen von ihrem “Entsetzen” angesichts der Häupl-Kalkulation. Der Bürgermeister hatte Anfang der Woche die aktuellen Gespräche zum Thema Unterrichtszeit-Erhöhung salopp kommentiert: “Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig.” Sie stehe an manchen Tagen bis zu zehn Stunden in der Klasse, versicherte die Rednerin. Auch die Vor- und Nachbereitungszeit sei sehr intensiv. (APA)

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