Mehrere Politiker kündigen Stichwahl-Unterstützung für Van der Bellen an

Unterstützung für Van der Bellen kommt etwa von Lunacek und Ostermayer
Unterstützung für Van der Bellen kommt etwa von Lunacek und Ostermayer - © APA / APA
Unter anderem will Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) in der Stichwahl den Grünen Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen wählen, sagte er am Sonntagabend gegenüber Journalisten.

“Wir konnten offenbar nicht vermitteln, dass es gerade in schwierigen Zeiten jemand Verbindenden braucht”, sagte Ostermayer. Deshalb werde er nun auch Van der Bellen im zweiten Wahlgang zur BP-Wahl unterstützen.

Erschrecken über Hochrechnung

Er sei “natürlich erschrocken”, als er die erste Hochrechnung gesehen habe. “Wir müssen noch klarer vermitteln, dass eine stürmische Zeit nicht mit einer Schönwetterzeit gleichzusetzen ist”, sagte Ostermayer. Von Bedeutung sei nun die Zusammenarbeit in der Regierungskoalition: “Wichtig ist, gemeinsam in der Bundesregierung Maßnahmen, die wir vorhaben, umzusetzen.”

Lunacek ruft SPÖ und ÖVP zu VdB-Unterstützung auf

Die Stimmung bei den Grünen in Alexander Van der Bellens Wahlkampfzentrale in Wien hat sich Sonntagabend zusehends verbessert. Jubel brandete auf, als die SORA-Hochrechnung ihn erstmals fix in der Stichwahl sah. Europaparlamentarierin Ulrike Lunacek hoffte auf Unterstützung durch SPÖ und ÖVP für die zweite Runde, und mit Michael Ikrath ließ sich auch der erste schwarze Unterstützer blicken.

Noch stärkere Freudenkundgebungen und “Sascha, Sascha!”-Rufe setzte es, als die ersten Wiener Ergebnisse eintrudelten und Van der Bellen laut Hochrechnung in der Bundeshauptstadt vorne lag. “Unglaublich, irre”, meinte etwa Gemeinderat Christoph Chorherr. “Wunderbar, ich bin erleichtert.”

Hoffnung auf Van der Bellen-Sieg

Lunacek meinte, sie hoffe auf einen Wahlsieg Van der Bellens in der zweiten Runde. “Ich denke, es ist auch möglich.” Allerdings: “Dafür ist es nötig, dass alle Österreicher, die eine Politik des Miteinanders wollen, nicht der Konfrontation, ihn auch wählen.” Sie hoffe auf Unterstützung von SPÖ und ÖVP. Dass es keine offizielle Wahlempfehlung durch die Volkspartei geben dürfte, war für sie Beweis, dass sich diese eine Koalition mit den Freiheitlichen offenhalten wolle.

Ex-ÖVP-Politiker Ikrath: “Uneingeschränkte Unterstützung”

Ein erster prominenter Unterstützer aus den Reihen der ÖVP outete sich allerdings schon allein durch seine Anwesenheit bei der Wahlparty. Sparkassenverband-Generalsekretär Michael Ikrath, bis 2013 für die ÖVP im Nationalrat, sagte zur APA, er sei bis heute gegenüber dem ÖVP-Kandidaten Andreas Khol loyal gewesen, obwohl er Van der Bellen für den best geeigneten Kandidaten gehalten habe. Ab nun bekomme dieser seine uneingeschränkte Unterstützung.

Er kenne eine Reihe weiterer ÖVP-Politiker, die das ähnlich sähen, so Ikrath. Das gemeinsame Ziel: “Das zu verhindern, was das Schlimmste für Österreich wäre, nämlich ein freiheitlicher Bundespräsident.” Ein Bundespräsident Norbert Hofer wäre “eine extreme Hypothek” für das Land, meinte er.

Vorerst keine Wahlempfehlung von Griss

Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss wollte sich am Sonntagabend noch nicht zu einer allfälligen Wahlempfehlung für den ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen äußern. Darüber müsse sie sich noch mit ihrem Team beraten, sagte sie in der “ZiB2”.

Auch wollte sie mit Verweis auf das Wahlgeheimnis nicht verraten, für welchen der beiden Kandidaten – Van der Bellen oder Norbert Hofer (FPÖ) – sie sich in der Stichwahl entscheiden wird.

>>Endergebnis der BP-Wahl 2016

(apa/red)

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