Leopoldstadt: Grüne Bezirksvorsteherin Lichtenegger angelobt

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Die neue Bezirksvorsteherin für die Leopoldstadt, Ursula Lichtenegger, wurde angelobt
Die neue Bezirksvorsteherin für die Leopoldstadt, Ursula Lichtenegger, wurde angelobt - © APA
Am Montag wurde Ursula Lichtenegger von ihrer Parteikollegin, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, als dritte Grüne Bezirksvorsteherin in Wien-Leopoldstadt angelobt. Nach der Wiederholung der Wahl im zweiten Bezirk konnten die Grünen im September einen überraschenden ersten Platz erringen.

Astrid Rumpold von der SPÖ wird Stellvertreterin Lichteneggers, Adolf Hasch von den Grünen zweiter Stellvertreter. Die Grünen stellen zudem in den Bezirken Neubau und Währing die Bezirksvorsteher.

Ursula Lichtenegger als Bezirksvorsteherin in der Leopoldstadt angelobt

Für Vassilakou ist “die Leopoldstadt ein sehr vielschichtiger Bezirk, der auch Einiges an Brennpunkten hat”, sich aber “sehr zum besseren gewandelt” habe. Sie wünschte ihrer Parteikollegin bei der Angelobung im Festsaal der Sigmund Freud Privatuniversität “Geduld, Kraft und Zuversicht”. Die Beglückwünschte gab sich zuversichtlich: “Unser Bezirk boomt. Unser Bezirk ist jung und unser Bezirk ist grün”, freute sich Lichtenegger und erhoffte sich “neue Zeiten” mit hoher Lebensqualität, hoher Wirtschaftsleistung und guter Schulbildung. Insbesondere der neue Stadtteil am ehemaligen Nordbahnhof sei ein beispielhaftes Projekt. Die Leopoldstadt insgesamt solle “modern, sozial und weltoffen” sein.

Zweiter Bezirk seit 1945 von der SPÖ regiert

Für Christoph Zich (SPÖ) ist das Ergebnis der Wahlwiederholung “schmerzlich”, schließlich war der Bezirk seit 1945 durchgehend “rot”. Er verwies auf die niedrige Wahlbeteiligung und bedankte sich bei dem scheidenden Bezirksvorsteher Karlheinz Hora. Die SPÖ werde “das soziale Gewissen im Bezirk sein” und die Bezirksvorsteherin unterstützen, sofern die Politik mit einer “sozialdemokratischen Handschrift” in Einklang steht. Gemessen an den scharfen Tönen im Wahlkampf gab sich Franz Lindenbauer (FPÖ) freundlich. Er betonte die gemeinsame Aufgabe aller Fraktionen im Bezirk und die Notwendigkeit “auf die Bevölkerung zuzugehen”.

Massive Kritik von Wien Anders

Harald Skribany (ÖVP) lobte die Zusammenarbeit mit Hora und wünschte sich auch in Zukunft Ruhe und Bedachtsamkeit. Auch Christian Moritz (NEOS) freute sich auf die Zusammenarbeit. Seine Unzufriedenheit betreffe nicht die Bezirksgrünen, sondern das Krisenmanagement der Stadt bezüglich der Wahlkarten. Massive Kritik kam indessen von Josef Iraschko (Wien Anders): “Was derzeit von der Stadt kommt ist für unseren Bezirk in jeder Hinsicht eine Katastrophe.” Er hoffe, dass die Bezirksgrünen zu “ihren ökologischen Wurzeln” zurückfänden und ein Gegengewicht zu “architektonischem Irrsinn” und der “Zerstörung von Grünräumen” bilden würden.

Wahlwiederholung wegen Unregelmäßigkeiten bei Wahlkarten-Auszählung

Die Wahl in der Leopoldstadt war am 18. September wiederholt worden, nachdem es zu Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Wahlkarten gekommen war. Die SPÖ stürzte dabei um rund zehn Prozentpunkte auf 28 Prozent ab. Stärkste Kraft wurden die Grünen mit 35 Prozent, die FPÖ blieb mit 22,5 Prozent Dritter. Die ÖVP kam auf sechs, die NEOS auf fünf Prozent, Wien Anders auf 2,3. In der Bezirksvertretung sitzen 60 Bezirksräte. Davon stellen die Grünen 22, die SPÖ 17, die FPÖ 14, ÖVP sowie NEOS drei Mandatare. Die Plattform Wien Anders konnte ihr 2015 erlangtes Mandat halten.

>> Alle Infos zur Wien-Wahl

(Red.)

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