Kollektiv ohne Stars: Österreich-Gegner Irland unter der Lupe

Jon Walters und seine irischen Kollegen treten mit viel Selbstvertrauen gegen Österreich an.
Jon Walters und seine irischen Kollegen treten mit viel Selbstvertrauen gegen Österreich an. - © APA/Georg Hochmuth
Österreichs Nationalteam trifft am Sonntag in einem Schlüsselspiel für die WM-Qualifikation auf Irland. Über große Stars verfügen die “Boys in Green” zwar nicht mehr, das starke Kollektiv tritt aber mit breiter Brust an.

Irlands Nationalteam sind die ganz großen Namen abhandengekommen. Der größte sitzt mit Teamchef-Assistent Roy Keane auf der Trainerbank. Dennoch gehen die “Boys in Green” mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in das WM-Qualifikationsspiel am Sonntag (18:00 Uhr, live auf ORF eins und im VIENNA.at-Liveticker) in Dublin gegen Österreich.

Die Iren haben ein starkes Jahr hinter sich. Bei der EM scheiterten sie nach Führung im Achtelfinale an Gastgeber Frankreich (1:2). In der laufenden WM-Quali liegt man als Zweiter der Gruppe D vier Punkte vor dem ÖFB-Team auf Rang zwei. Die erste WM-Teilnahme seit 2002 scheint möglich. “Es liegt an uns, unseren Vorsprung auf Österreich zu wahren”, sagte Teamchef Martin O’Neill.

Irlands Team: Die bekanntesten Kicker der “Boys in Green”

Seine Mannschaft rekrutiert sich fast ausschließlich aus den englischen Profiligen. Elf Akteure im aktuellen Kader verdienten ihr Geld in der Premier League. Mit Kapitän Séamus Coleman, Mittelfeldstar James McCarthy (beide Everton) sowie Stürmer Shane Long (Southampton) sind die verletzungsbedingten Ausfälle aber zumindest ebenso schwerwiegend wie jene der Österreicher.

Ungeschlagen zu bleiben wäre für die Iren kein schlechtes Ergebnis. Dennoch will sich O’Neill nicht verstecken. “Wir dürfen nicht nur abwarten. Wir müssen von Beginn an etwas versuchen”, meinte der Nordire. “Wir wollen den Heimvorteil nutzen.” 50.000 Zuschauer werden im fast schon ausverkauften Aviva Stadium erwartet, darunter rund 2.500 österreichische Fans.

O’Neill genießt in Irland hohes Ansehen. Der 65-Jährige, 2009 in der Europa-League-Qualifikation mit Aston Villa an Rapid Wien gescheitert, hat die Iren seit 2013 mit dem früheren Manchester-United-Star Keane als Co-Trainer in die Top 30 der FIFA-Weltrangliste geführt. Derzeit liegen die “Boys in Green” dort auf Position 26, Österreich auf 35.

Österreich für Martin O’Neill weiter “eine Topnation”

Die Favoritenrolle will sich O’Neill dennoch nicht in die Schuhe schieben lassen. “Sie haben sich bei der EM nicht mit Ruhm bekleckert, aber ich denke, sie wollen hier etwas beweisen”, sagte der Irland-Boss über die Österreicher. “Ich habe immer noch das Gefühl, dass sie eine Topnation sind.” Wenngleich das ÖFB-Team die drei Punkte nach der 0:1-Heimniederlage im November dringend benötigen würde.

Pflichtspiel haben die Iren in Dublin seit September 2013 (1:2 gegen Schweden) keines mehr verloren. Den Druck beim Gegner will O’Neill trotz der Spekulationen über die ungewisse Zukunft von Teamchef Marcel Koller bei einer möglichen Niederlage nicht überbewerten. “Ich habe das schon unzählige Male gehört. Auf dem Feld sieht es dann meistens anders aus.”

Dort verfügen die Iren mit dem Burnley-Duo Robbie Brady und Jeff Hendrick über eine starke Mittelfeldachse. Vor allem von Hendrick könnte im 4-2-3-1 hinter Solospitze Jonathan Walters viel abhängen. Das Tor dürfte West Hams Darren Randolph hüten. Mit 118 Länderspielen erfahrenster Mann im Kader ist der frühere Manchester-United-Verteidiger John O’Shea. Rekordspieler Robbie Keane (68 Tore in 146 Länderspielen) hat seine Teamkarriere im Vorsommer beendet.

(APA, Red.)

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