Haus soll nach Explosion auf der MaHü in Wien 2017 wieder bewohnbar sein

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2017 soll das Haus wieder bewohnbar sein.
2017 soll das Haus wieder bewohnbar sein. - © APA
Bei einer Gasexplosion im April 2014 ist auf der Mariahilfer Straße in Wien ein Haus eingestürzt. Das Gebäude soll 2017 wieder bewohnbar sein. Allerdings sind nur sechs Mieter verblieben, die dort wieder einziehen wollen. Die anderen 22 Wohnungen werden neu vermietet.

Ein 19-Jähriger hatte wie berichtet in Suizidabsicht die Gasleitung manipuliert und so die Detonation ausgelöst. Seitdem ist das Gebäude unbewohnbar, demnächst wird es jedoch umfassend saniert. Das Dach sowie zwei Geschoße stürzten bei der Explosion ein. Der 19-Jährige starb, mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Auch deshalb wird sich die Sanierung schwieriger als bei normalen Projekten gestalten, wie Architekt Günther Trimmel am Montag bei einem Presserundgang durch die Hausruine erklärte. Ab August werden in einem Spezialtiefbau-Verfahren die Fundamente gesichert, erst dann – vermutlich Ende des Jahres – kann mit dem Umbau begonnen werden.

Historische Bausubstanz soll gerettet werden

Besonderer Wert soll dabei auf den Erhalt des Gründerzeit-Charakters des Hauses zu erhalten. “Immer wenn es möglich ist, Häuser mit historischer Bausubstanz zu retten, dann setzen wir uns dafür besonders ein und versuchen das Stadtbild zu erhalten”, betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Allerdings wird die Sanierung auch genutzt, um einerseits einen Dachgeschoßausbau aufzusetzen und andererseits die Wohnungen sowie den Bau an sich zu modernisieren. Gut 80 Prozent des Hauses stehen noch. “Wir sehen das als Edelrohbau”, so Trimmel.

Teilabbruch nach Hauseinsturz

Geplant ist unter anderem ein Teilabbruch der Hoftrakte, der nicht nur Platz für eine ebenerdige Garage, deren Dach als begrünter Innenhof dienen wird, schaffen soll, sondern auch die Möglichkeit gibt, Wohnungen mit Terrassen auszustatten. Grundsätzlich soll der Standard der Wohnungen gehoben werden – bisher gab es Wohnungen der Kategorien A bis D. Dafür werden auch Wohnungen zusammengelegt, um “moderne Schnitte” zu ermöglichen. Moderner soll zudem die Ausstattung des Hauses werden: Wärmedämmmaßnahmen, Schallschutzfenster, eine Hauszentralheizung mit Warmwasseraufbereitung und eine Solaranlage werden ebenso für mehr Komfort sorgen wie ein Lift und Abstellräume.

Das kostet insgesamt 6,1 Millionen Euro – davon sind 3,8 Millionen förderbar. Die Stadt übernimmt davon 2,7 Millionen Euro. Daher werden sich die Mieten im Vergleich zu vor dem Teileinsturz zwar steigen, sollen aber dennoch gedeckelt bleiben und bei 7,5 bis 9,5 Euro pro Quadratmeter liegen.

22 Wohnungen werden neu vermietet

Der Dachgeschoßausbau bringt neun neue Wohnungen – insgesamt wird es künftig also 28 Wohnungen statt bisher 29 geben. Allerdings kehren nur sechs der bisherigen Mieter wieder zurück, berichtete Ludwig heute. Ihnen werden zunächst die Dachgeschoßwohnungen angeboten. Der Rest der Wohnungen wird vergeben – ein Drittel davon über Wiener Wohnen. Die anderen Mieter seien teils traumatisiert und wollen nicht zurückkommen, berichtete der Wohnbaustadtrat. Manche haben sich privat nach neuen Quartieren umgesehen, 18 von ihnen sind in Gemeindewohnungen untergekommen.

“Es hätte noch viel mehr passieren können”

Die Besitzer der beiden Geschäftslokale wollen ebenfalls zurückkehren, wie einer der beiden im Gespräch mit der APA betonte. “Es war ein Schock, aber es hätte noch viel mehr passieren können. Deshalb müssen wir eigentlich dankbar sein”, meinte er. In sein Geschäft möchte er trotzdem jedenfalls zurückkehren – allerdings nur bis 2018, dann soll sein Sohn übernehmen. (APA)

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