Glücksspiel in Wien: Mehr als 400 Geräte bei 262 Kontrollen beschlagnahmt

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Über 400 Spielautomaten wurden bei Kontrollen beschlagnahmt.
Über 400 Spielautomaten wurden bei Kontrollen beschlagnahmt. - © bilderbox.com (Sujet)
Das Kleine Glücksspiel an Spielautomaten ist in Wien seit 1. Jänner verboten – was nicht immer heißt, dass sofort alle Maschinen vom Netz genommen wurden. Bei bis jetzt insgesamt 262 Kontrollen wurden 404 illegale Geräte beschlagnahmt.

257 davon waren Automaten, die mit der seit 1. Jänner geltenden Neuregelung illegal wurden. Der Rest entfiel auf Wettannahmegeräte, für die es keine Genehmigung gab, wie die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Donnerstag berichteten. Nicht nur einzelne Geräte wurde eingezogen, auch ganze Lokale wurden geschlossen.

Illegale Glücksspiel-Automaten wurden vernichtet

Die mitgenommenen Apparate werden nach Abschluss der entsprechenden Verfahren vernichtet. Ihren ehemaligen Besitzern drohen Strafen bis zu 22.000 Euro. Wie Sima betonte, waren von Anfang an intensive Kontrollen geplant. Erfreut zeigte sie sich einmal mehr darüber, dass die Automaten-Betreiber mit ihrer Klage vor dem Verfassungsgerichtshof abgeblitzt sind.

Inzwischen zeichne sich zumindest beim Kleinen Glücksspiel Licht am Ende des Tunnels ab, freute sich die Ressortchefin. Gleichzeitig wird jedoch auch ein neuer Trend bemerkt: “Wir verzeichnen eine Verlagerung hin zu den Wettlokalen.” Diese würden oft über keine landesgesetzliche Genehmigung verfügen. Nach einer Gesetzesnovelle könne nun auch gegen solche Betriebe einfacher vorgegangen werden, wie Sima berichtete.

Auch Live-Wetten künftig verboten

Das ist der Stadt nicht genug: Künftig sollen auch bisher noch erlaubte Live-Wetten untersagt sein. Die jüngste Kritik entsprechender Anbieter wies sie zurück. “Dass damit nicht alle glücklich sind, damit wird man leben müssen. Ich bin jedoch bereit, mit allen Gespräche zu führen”, versicherte die Stadträtin.

Polizeipräsident Pürstl sprach von “großen Erfolgen” bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels und kündigte eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit von Stadt und Finanzpolizei an. Er verwies auf die Gefahr, die vom Kleinen Glücksspiel ausgegangen sei, da bei Menschen, die über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse hinaus spielen, ein Abrutschen in die Kriminalität drohe. Zudem sei auch der Einsatz manipulierter Automaten – also Betrug durch die Betreiber – vorgekommen.

(APA/Red)

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