Gegensätze bei der “Wahlfahrt”: Van der Bellen und Hofer bei Hanno Settele

Von Nina Tatschl
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Bei der Wahlfahrt mit den Bundespräsidentschaftskandidaten holte sich Hanno Settele einen nachdenklichen Alexander Van der Bellen und einen ziemlich gesprächigen Norbert Hofer zu sich ins Auto.

Nach bis zu 503.000 Zuschauern und damit einen Rekord in der ersten “Auf zur Hofburg”- Wahlfahrt mit Richard Lugner und Irmgard Griss chauffierte Hanno Settele mit seinem schwarzen Mercedes Baujahr 1978 am Dienstag, den 5. April diesmal Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer.

Gesprächiger Norbert Hofer bei der Wahlfahrt

FPÖ-Mann Norbert Hofer, zeigte sich nicht nur volksnah, sondern auch ziemlich redselig. So erfuhr der Zuseher nicht nur, dass er einen Kater hat, der glaubt, er sei ein Hund, sondern auch von seinen Atemübungen, seinem Gewichtsverlust und die verschiedenen Arten des Kunstflugs. Dabei erzählte er auch von seinem Paragleitunfall im Jahr 2003, bei der er sich eine inkomplette Lähmung zugezogen hatte.

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Recht politisch wurde es beim FPÖ-Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aber nicht. Als er zu den FPÖ-Plakaten mit den Slogans wie “Daham statt Islam” befragt wurde, gab er sich sanft und tat diese als schlichten Wahlkampf ab. Die Proteste zum jährlichen Akademikerball nahm er sehr gelassen und zeigte sich gegenüber Kritikern verständnisvoll. Den blauen Hintergrund sehe er im Bezug auf die Bundespräsidentenwahl nicht als einen Nachteil. “Ich bin eh der liebe”, meinte Hofer, dem Verbindungen zu Burschenschaften nachgesagt werden.

Nachdenklicher Van der Bellen bei Settele

Auch Alexander Van der Bellen, der eigentlich lieber Zug fährt, nahm bei Hanno Settele am Beifahrersitz Platz. Zwar wirkte er zu Beginn leicht gelangweilt, mit den Blicken meist aus dem Fenster gerichtet, aber die ihm gestellten Fragen beantwortete er gewohnt überlegt und mit Ruhe. Sogar einen (Rabbiner-) Witz ließ er sich von Hanno Settele entlocken.

Mit privaten Einblicken hielt sich Van der Bellen aber zurück. Zwar verriet er, dass er seine Haare von einem Libanesen in Form bringen lasse und einen hybriden Toyota fahre, aber er konzentrierte sich doch eher auf seine politischen Standpunkte. So meinte der ehemalige Grünen-Chef, der bei der Wahl zum Bundespräsidenten als unabhängige Kandidat antritt, dass er als Staatschef einem Austritt aus der EU nicht zustimmen würde, da es seiner Meinung nach der “größtmögliche Fehler” wäre.

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Ungewohnt harsch gab sich Van der Bellen beim Thema Migranten. Er zeigte kein Verständnis für Männer, die ihren Frauen eine ärztliche Behandlung verweigern – “nur, weil sie von einem Mann behandelt würden”. Zudem tritt er für eine Registrierung und Selektion von Flüchtlingen an den Außengrenzen ein und meinte dazu: “Nicht jeder, der an der Grenze wartet, fällt unter die Genfer Flüchtlingskonvention und hat Anrecht auf Asyl.”

Am 7. April geht es bei der “Wahlfahrt” mit Hanno Settele mit mit Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol “Auf zur Hofburg”

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(Red./APA/Bilder: APA/ORF/NEUMAYR/SB )

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