Fluglinie Niki ist insolvent: 1000 Mitarbeiter betroffen

Die österreichische Fluglinie Niki hat Insolvenz eingereicht.
Die österreichische Fluglinie Niki hat Insolvenz eingereicht. - © APA
Nach Angaben der Beliner Justiz ist die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki zahlungsunfähig und hat einen Insolvenzantrag eingereicht.

Es sei ein Insolvenzantrag für Niki eingegangen, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Niki meldete Insolvenz an

Die AUA-Mutter Lufthansa hatte zuvor ihr Übernahmeangebot für Niki nach Widerstand der EU-Kommission zurückgezogen. Von der Niki-Insolvenz sind rund 1.000 Mitarbeiter betroffen.

Regierung holt gestrandete Niki-Passagiere bei Flugausfällen zurück

Verunsicherte Passagiere der akut existenzbedrohten österreichischen Airline Niki können damit rechnen, dass sie – wohl mit Flugzeugen der Lufthansa-Tochter AUA – aus dem Ausland nach Österreich zurückgeholt werden, wenn ihre Rückflüge abgesagt werden. Darauf habe man sich in der Regierung am Mittwochnachmittag verständigt, verlautete vom Verkehrsministerium zur APA.

Am Nachmittag hatte es Gespräche u.a. von Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ), Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) gegeben.

Sollten Niki-Passagiere zurückgeholt werden müssen, “würde die Regierung dies bei der AUA, oder auch bei anderen Fluggesellschaften, in Auftrag geben”, hieß es vom Verkehrsressort. Der Bund würde vorfinanzieren. “Wie man sich schadlos hält, muss im Detail noch geklärt werden.” Es sei jedenfalls ein Signal ausgesandt, “wenn Leute im Ausland gestrandet sind, dass sie nach Hause kommen.”

EU: Lufthansa-Rückzug “bedauerlich”

Die EU-Kommission hat den Rückzug der AUA-Mutter Lufthansa bei der geplanten Übernahme von Niki “zur Kenntnis genommen”. Die EU-Behörde erklärte am Mittwoch in Brüssel, als Resultat des Lufthansa-Verzichts beschränke sich die EU-Kommission auf die Prüfung der verbleibenden Teile der geplanten Air-Berlin-Übernahme .

Die EU-Kommission betonte, sie habe im Fall Niki keine Entscheidung getroffen. “Die derzeitige Unsicherheit für Niki-Mitarbeiter und Passagiere kommt von der Insolvenz der Air Berlin nach langen Jahren finanzieller Schwierigkeiten, und von der Entscheidung der Lufthansa, Niki von der Transaktion wegfallen zu lassen, indem eine mit Air Berlin verhandelte vertragliche Option genutzt wurde. Das ist bedauerlich, insbesondere weil dies nicht das einzig mögliche Ergebnis seit Start des Verkaufsprozesses war.” Es liege nun an der Insolvenzverwaltung der Air Berlin, die nächsten Schritte zu setzen.

Die EU-Kommission müsse klar machen, dass Konsumenten bei Übernahmen nicht schlechter aussteigen. Es sei von Beginn an klar gewesen, dass die Lufthansa und Air Berlin eine bedeutende Zahl von überschneidenden Routen hätten, “mit klaren Risiken für österreichische, deutsche und schweizer Verbraucher”.

(APA/red.)

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