Finale des DIF 2017: Sportfreunde Stiller und Rainhard Fendrich begeisterten das Publikum

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Ein Höhepunkt am Donauinselfest 2017: Das Konzert der Sportfreunde Stiller.
Ein Höhepunkt am Donauinselfest 2017: Das Konzert der Sportfreunde Stiller. - © APA
Da passte wirklich alles: Das Wetter, das Publikum und die Musik. Das Konzert der Sportfreunde Stiller am Sonntagabend war eindeutig ein Höhepunkt des Wochenendes am 34. Wiener Donauinselfest. Aber auch Rainhard Fendrich wusste sein Publikum zu begeistern.

Wobei nicht wenige vor einer vermutlich schwierigen Entscheidung standen. Denn exakt zeitgleich mit den Sportlern enterten Garish die FM4-Bühne. Die beiden Stages machen sich üblicherweise eher keine Konkurrenz. Zu unterschiedlich sind die beiden Hauptbühnen programmiert – Motto: Hier Indie-klänge, dort Hitparade. Da die Sportfreunde Stiller durchaus in beiden Welten zu verorten sind, stand man jedoch vor der Qual der Wahl.

Kaiserliches Konzert der Sportfreunde Stiller am Donauinselfest

Das Trio – bestehend aus Peter Brugger, Florian Weber und Rüdiger Linhof – gab sich jedoch allergrößte Mühe, das gewährte Vertrauen zu rechtfertigen. Der Funke sprang in der Sekunde über. Schon ab dem Opener “Raus in den Rausch” und den Begrüßungsworten (“Einen schönen guten Abend, sehr verehrtes Wien”) war klar: Das was nun kommt, wird einen Platz ganz oben auf der Donauinselfest-Bestenliste einnehmen.

Es folgte eine rockige, hymnische und – das war heuer nicht immer so – auch soundtechnisch perfekte Stunde. “New York, Rio, Rosenheim” verbreitete fröhliches Fernweh, wunderbar auch der 2016er-Hit “Das Geschenk”. Udo Jürgens wurde mit “Ich war noch niemals in New York” gewürdigt. Und aufs Singen konnten die Mannen auf der Bühne sogar gelegentlich verzichten – bei den Superhits “Ein Kompliment” oder “Applaus, Applaus”. Das geht auch ganz allein mit – dem sichtlich sehr textsicheren – Publikum.

Unterstützt wurden die Sportfreunde quasi orchestral, also von Klavier, Bläsern und Kammermusik. Ein Überraschungsauftritt von Robert Palfrader sorgte für Jubel. “Wenn der Kaiser dabei ist, dann ist alles klar”, befand Peter Brugger.

Max Giesinger und K. Flay am DIF 2017

Vor den sportlichen Freunden präsentierte ein weiterer Besucher aus Deutschland sein Oeuvre – das sich aus einer Kombination aus Radiopop und Schlager auszeichnet. Jungstar Max Giesinger sorgte am frühen Abend auf der Festbühne für vereinzelte Kreisch-Einlagen. Und er machte sich angreifbar: Bevor der den Charterfolg “80 Millionen” intonierte, kletterte er von der Bühne und spazierte durchs Publikum. “Ich freue mich immer tierisch, hier zu sein”, lobte er das rot-weiß-rote Publikum.

Auf der FM4-Bühne präsentierte die US-amerikanische Sängerin K. Flay (alias Kristine Meredith Flaherty) ihre Songs, in denen sie auf coole Art und Weise Pop, Elektro-Beats und Rap-Elemente vermengt. Der Ende des Gig wurde von einem Lichteffekt der besonderen Art begleitet: Bei der Single “Blood in the Cut” vom aktuellen Album “Every Where Is Some Where” besiegte die Sonne endgültig die dichten Wolken und ließ sich heute erstmals auf der Insel blicken.

Der Wettergott ist somit eindeutig ein Freund des Donauinselfestes. Regen und Wolken verzogen sich pünktlich zum Hauptabendprogramm. Und: Im Vergleich zu den beiden ersten Tagen war es – mit Temperaturen um die 20 Grad – beinahe kühl.

Begeisterte Fanschar bei Rainhard Fendrich

Rainhard Fendrich und das Donauinselfest – diese Kombination darf gerne legendär genannt werden. Am Sonntag präsentierte sich der Altmeister in Bestform, und zwar nachdem er wieder einmal in den “ältesten Schubladen” gekramt hat, wie er verriet. Die riesige Fanschar vor der Festbühne war begeistert. Apropos Publikum: Insgesamt sind heuer am Fest 2,8 Mio. Besuche registriert worden. “Es ist mir wirklich eine riesige Freude”, versicherte Fendrich. Sein heuriges Gastspiel war ein Solokonzert ganz ohne Firlefanz. Sogar seine Band war nicht immer mit dabei. Fendrich nur mit Gitarre, das ist noch immer ein Erlebnis – und zwar nicht nur ein sentimentales. Auch wenn die Hits, die aus der Schatzkiste gekramt wurden, allesamt wohlbekannt waren: “Es lebe der Sport”, “Weus’d a Herz hast wie a Bergwerk”, “Blond” oder “Strada del Sole” – um nur einige zu nennen.

Die älteste Nummer – “Zweierbeziehung” – erblickte 1980 das Licht der Welt. Doch bei aller Rückschau: Rainhard Fendrich ist eher alterswild als altersmild. Kleine versteckte Spitzen gegen die FPÖ und offene Kritik an Fremdenfeindlichkeit (“Rassismus ist ein Verbrechen”) waren da etwa zu vernehmen.

Insgesamt 2,8 Mio. Besuche gezählt

Mit “Wenn du was wüst” war auch ein Lied aus dem aktuellen Album “Schwarzoderweiß” zu hören, das davon erzählt, wie nervig Internet und Handy sein können. Dass unmittelbar danach “I Am from Austria” im flackernden Schein vieler tausender Mobiltelefone dargeboten wurde, war die schöne Gegenthese dazu. “Auf der Bühne zu stehen, ist für mich, auch nach all den Jahren, das Höchste der Gefühle”, versicherte Fendrich. Man glaubt ihm das absolut.

Nicht ganz eine Million Besuche sind am heutigen Sonntag auf der Insel registriert worden. Dass am Nachmittag der Himmel vorübergehend seine Schleusen öffnete, wird wohl einen noch höheren Andrang verhindert haben. Insgesamt wurden 2017 rund 2,8 Millionen Besucher am Wiener Donauinselfest gezählt. Gröbere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Laut Arbeiter Samariterbund ist das Fest insgesamt sehr ruhig verlaufen. Die Meldung, dass zwei Personen ertrunken sein könnten, entpuppte sich am Sonntagnachmittag schließlich als Fehlalarm.

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(APA/Red)

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