6. Juli 2012 12:03; Akt.: 6.07.2012 14:32

Fall Sebastian: Eltern sind wieder in Österreich

Unglück auf Amrum: Die Eltern des verstorbenen Sebastian sind bereits wieder in Österreich. Unglück auf Amrum: Die Eltern des verstorbenen Sebastian sind bereits wieder in Österreich. - © DPA
Die Familie des auf Amrum verstorbenen Burschen Sebastian ist am Donnerstag nach Österreich zurückgekehrt. Auch der Leichnam des Kindes wurde von den Behörden bereits freigegeben, die Überstellung wird in den kommenden Tagen erfolgen.

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In Amrum laufen die Ermittlungen rund um den Fall Sebastian weiter. Die Frage, wie es überhaupt zu dem Unglück kommen konnte, ist nach wie vor nicht beantwortet. “Die Ermittlungen dauern noch an. Das benötigt Zeit”, sagte Polizeisprecher Wolfgang Friedrichsen von der Polizeidirektion Husum. Die Akte wird anschließend an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Unfall auf Amrum: Kritik an Polizeiarbeit

Medial geäußerte Kritik an der Suche der Polizei in Amrum, dass die Trupps nicht tief genug gegraben hätten, kann der Sprecher nicht nachvollziehen. Man habe aufgrund von unbestimmten Hinweisen an der Unglücksstelle gegraben. Nachdem dort nichts zu finden war, wurde die Suche auf andere Gebiete ausgeweitet.

Der 10-jährige Sebastian, der mit seinen Eltern und seiner Schwester in einem Ferienhaus auf Amrum Urlaub machte, galt drei Tage lang als vermisst. Am Sonntag war der Bub gegen 17.00 Uhr zum “Piratenschiff”, einem Abenteuerspielplatz, gegangen. Als ihn ein Familienmitglied eine Stunde später abholen wollte, war der Zehnjährige verschwunden. Anschließend kam es zu einer großangelegten Suchaktion mit Einsatzkräften der Polizei und der Rettung.

Foto lieferte Hinweis: Sebastian wurde tot gefunden

Der Schnappschuss eines Urlaubers lieferte schließlich den entscheidenden Hinweis: Das Bild zeigte das Kind beim Graben eines Loches. Die Einsatzkräfte begannen daraufhin erneut und diesesmal sehr zielgerichtet zu graben. Mittwochnachmittag war die Suche beendet. Sebastian wurde mehr als einen Meter tief im Sand verschüttet direkt unterhalb des “Piratenschiff”-Gerüsts entdeckt.

Die am Donnerstag durchgeführte Obduktion bestätigte, dass Sebastian beim Spielen im Sand auf Amrum verunglückt und erstickt war.

Der Berliner Geologe Christoph Heubeck sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, er könne nicht nachvollziehen, wie ein kleiner Bub im Alter von zehn Jahren in der Lage sei, mit Spielgerät ein Loch zu graben, dass “wahrscheinlich mindestens so groß ist wie er selbst. Denn er muss sich dort ja auch noch hineinkauern oder hineinlegen können”, sagte Heubeck am Freitag. “Das kann man als Kind mit einer schlechten Ausrüstung fast nicht stemmen”, fügte er hinzu. Vermutlich habe Sebastian nassen Sand vom Grund des Loches am Rand auf den trockenen Sand aufgehäuft. Dieser sei dann schließlich abgerutscht und habe das Kind unter sich begraben.

(APA)



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