Fahrgäste in Taxi ausgeraubt: Wiener Innungsobmann zeigt sich skeptisch

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Raubüberfälle in Wiener Taxis: Innungschef zeigt sich skeptisch.
Raubüberfälle in Wiener Taxis: Innungschef zeigt sich skeptisch. - © APA
Zwei Fahgäste sollen innerhalb von zwei Wochen Raubopfer ihrer jeweiligen Taxi-Chauffeure geworden sein. Taxi-Innungschef Christian Gerzabek steht diesen Angaben skeptisch gegenüber. Er sieht einen ganzen Berufsstand in Misskredit gebracht.

Die besagten Vorfälle hatten sich einmal in Wien-Favoriten und zuvor in Gerasdorf (Bezirk Wien-Umgebung) ereignet. Innungschef Christian Gerzabek dazu: Normalerweise tauchen die heimischen Taxifahrer in Polizeiberichten eher als Opfer rabiater oder zahlungsunwilliger Fahrgäste auf.

Der jüngste angezeigte Vorfall ereignete sich laut Landespolizeikommando am Dienstag kurz nach Mitternacht. Ein 44-Jähriger berichtete auf der Polizeiinspektion Van-der-Nüll-Gasse, er sei gerade von einem Taxler überfallen worden. Den Wagen habe er über eine Taxizentrale bestellt und sich vor einem Lokal abholen lassen. Nach kurzer Fahrt habe der Lenker gestoppt, ihn aus dem Auto gezerrt, geprügelt und 200 Euro sowie ein Handy geraubt.

Der Mann hat laut Polizei Gesichtsverletzungen davongetragen.Ein ähnlicher Vorfall soll sich vor zwei Wochen in Gerasdorf zugetragen haben. Dort wurde ein Fahrgast offenbar von einem Taxler nach einer Geldbehebung an einem Bankomaten bestohlen.

Vertreter der Wiener Taxi-Lenker skeptisch

Eine Nachfrage in den großen Taxizentralen hat nach Angaben des Fachgruppenobmanns in der Wiener Wirtschaftskammer mittlerweile ergeben, dass zum fraglichen Zeitpunkt – in der Nacht auf Dienstag – niemand ein Taxi zum angegebenen Ort bestellt habe. “Interne Überprüfungen haben auch ergeben, dass zu dieser Zeit niemand, der infrage kommen könnte, in dieser Gegend war”, sagte Gerzabek auf APA-Anfrage.

“Über GPS ist wochenlang jeder gefahrene Meter nachprüfbar. Jeder Taxler weiß das”, betonte der Innungschef. Eine Erklärung für die beiden angezeigten Delikte findet er keine. Nur so viel: “Ich bin seit 30 Jahren dabei und kann mich an keinen ähnlichen Fall wie die geschilderten erinnern.”

(APA)

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