Ex Pink-Floyd-Sänger David Gilmour gab Wien-Konzert in Schönbrunn

Der Sänger und Gitarrist ließ vor royalem Ambiente in Wien Pink Floyd auferstehen
Der Sänger und Gitarrist ließ vor royalem Ambiente in Wien Pink Floyd auferstehen - © APA/GEORG HOCHMUTH
Die Solo-Pfade des ehemaligen Frontmanns von Pink Floyd führten den Gitarristen und Sänger Montagabend ins royale Ambiente Wiens: Vor dem Schloss Schönbrunn ließ er Klassiker der legendären Prog-Rocker noch einmal aufleben. Behutsam baute er auch jene Nummern in die Show ein, die nach dem “Floyxit” entstanden waren.

Vier Solo-Alben hat Gilmour mittlerweile der Welt beschert, zwei davon, nachdem sich die legendären Pink Floyd in den Ruhestand verabschiedet hatten. Dennoch weiß der – neben Roger Waters – Hauptsongwriter der Band, was seine Fans hören wollen. Nach einem groovigen Einstieg mit dem Titelstück des aktuellen Albums “Rattle That Lock” ging bereits als vierte Nummer “Wish You Were Here” ins Rennen. Wobei die Folk-Ballade mit Mitgröhl-Faktor offensichtlich so schnell wie möglich hinter sich gebracht werden sollte.

Sänger und Gitarrist ließ in Wien Pink Floyd auferstehen

Die Lieblosigkeit sollte derart nicht wieder kommen. Dafür unterkühlte Professionalität einer Show, die Fan-Bedürfnisse befriedigt, ohne mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Die Wortmeldungen beschränkten sich aufs dankbare Entlassen der Gäste in die Pause und die Vorstellung der Band. Aus alten Pink-Floyd-Tagen hatte Gilmour die kreisförmige Video-Wand entstaubt, welche die altbekannten Kurzfilme synchron zum polierten Sound lieferte. 23 Songs in drei Stunden (inklusive Pause) wurden für gutes Geld geboten, am Dienstag wiederholt sich das Spektakel in Schönbrunn.

Unterm Strich blieb allemal große Musik – ob alt oder neu. Gilmours aktuelle Kompositionen liefern mehr Soul und Blues als bombastischen Prog-Rock. Zudem stand einer der geschmackvollsten lebenden Gitarristen auf der Bühne im Ehrenhof von Schönbrunn, der mit seinem Arsenal an Instrumenten – inklusive obligatorischer Pedal-Steel-Gitarre – einen musikalischen Kosmos für sich selbst schuf. Deutlich wurde das etwa beim Floyd-Klassiker “Us And Them” und bei “The Blue” vom Solo-Album “On An Island”.

David Gilmours Solo-Pfade führten nach Schönbrunn

Dass neben aller musikalischen Feinfühligkeit eine echte Rockband auf der Bühne stand, welche die Regler ganz nach oben drehen kann, hörte man nicht erst beim Schlussstück “Run Like Hell”. Ebenfalls aus dem Floyd-Konzeptalbum “The Wall” entstammte “Comfortably Numb”, das die Zugabe beschließen sollte. Der Über-Klassiker aller Rock-Alben, “Dark Side Of The Moon”, war mit “Us And Them”, “Time” und “Breathe” gut vertreten. Fehlen durften auch nicht “Shine On You Crazy Diamond” und “Astronomy Domine”, sowie Tracks aus dem letzten Album der Band, “The Division Bell”.

Die 10.000 Fans bedankten sich bei Gilmour und seiner Band herzlich bis euphorisch. Und so gestaltete sich der Abgang würdevoller als jener des englischen Fußballteams, das an jenem Abend bei der Europameisterschaft von Island gedemütigt worden war und ausschied.

(apa/red)

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