Einigung bei Wiener Spitalsärzten erreicht

Spitalsärzte - Opt-Out-Abgeltung im Wiener KAV vereinbart
Spitalsärzte - Opt-Out-Abgeltung im Wiener KAV vereinbart - © APA (Sujet)
Im Allgemeinen Krankenhaus, im Krankenanstaltenverbund (KAV) und die Wiener Ordensspitäler haben sich mit der Stadt gütlich geeinigt.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) präsentierte am Donnerstag gemeinsam mit Spitalsvertretern und Gewerkschaft das Ergebnis. Dieses sieht unter anderem erstmals einen Kollektivvertrag vor.

Einigung bei Spitalsärzten

Durch die neuen Arbeitszeiten werden Gehaltsanpassungen nötig, genauso wie zusätzlich Ärzteposten. Die zu erwartenden Mehrkosten müssten von der öffentlichen Hand abgegolten werden. Mit dieser Forderung waren die konfessionellen Häuser (von denen es in Wien insgesamt acht gibt, Anm.) Anfang Mai in die Verhandlungen gestartet. Nun ist fix: Die Stadt wird 2015 den Finanzierungsrahmen um insgesamt 10 Millionen Euro erhöhen, 2016 betragen die zusätzlichen Mittel maximal 20 Mio. Euro.

Das wird den Krankenhäusern ermöglichen, zusätzliches Personal anzustellen, zeigte sich Manfred Greher, der Sprecher der Plattform der Wiener Ordensspitäler, erfreut. Denn, so beteuerte er: “Eine Streichung von Ärztestellen wäre für die Ordensspitäler völlig unrealistisch gewesen.” Konkret werden 40 neue Posten geschaffen. Derzeit sind in den betreffenden Krankenanstalten 780 Ärzte tätig.

Kollektivvertrag ausverhandelt

Ausverhandelt wurde auch erstmals ein Kollektivvertrag. Damit sei die vertragslose Zeit in den Ordensspitälern verschwunden, es gebe nun gleiche Verhältnisse für alle, lobte Willibald Steinkellner, der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida. Ärztesprecher Peter Rausch sprach von einem Meilenstein. Gelungen sei auch die Angleichung der Ärzte-Arbeitsbedingungen zwischen den Ordens- und Gemeindespitälern. Die Arbeitsbedingungen in den Häusern beider Träger seien künftig gleich attraktiv.

Gesundheitsstadträtin Wehsely beschrieb die vorangegangen Gespräche als konstruktiv. Die Einigung bedeute höhere Gehälter. Und das System, so beteuerte sie, werde mit der Einigung auch effizienter gemacht: “Es gibt gleichzeitig auch eine Strukturreform, die zur Entlastung der städtischen Spitäler führt.” So müssen die Ordensspitäler etwa höhere Kontingente bei den Rettungszufahrten in Kauf nehmen. Auch im Bereich Unfallchirurgie müssten zusätzliche Aufgaben übernommen werden – konkret vom Orthopädischen Spital Speising. Auch die Ärztekammer zeigte sich zufrieden. In einer Aussendung war von einem “brauchbaren Kompromiss” die Rede.

Opt-Out-Abgeltung im Wiener KAV vereinbart

Krankenanstaltenverbund (KAV) und Gewerkschaft vereinbarten die Abgeltung der Opt-Out-Regelung – also die Bezahlung jener Zeit, die freiwillig länger gearbeitet wurde. Denn Ärzte können aus freien Stücken auch mehr als die nun geltenden 48 Wochenarbeitsstunden tätig sein. Bis zu 60 Stunden sind hier theoretisch möglich.

Die Vereinbarung wird für all jene unterzeichnet, die bis 30. Juni die Opt-Out-Option in Anspruch nehmen. Die Höhe der Entschädigung wird individuell berechnet, wie in einer Aussendung des KAV betont wurde. Erhoben wird dazu die tatsächliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Pro (Mehr)stunde werden 33 Euro ausbezahlt. Die maximale Höhe der Entschädigung liegt bei 10.296 Euro.

Wie viele Ärzte betroffen sind, könne man noch nicht genau sagen, betonte eine Sprecherin des KAV auf APA-Anfrage. Das sei erst nach genauer Auswertung des betreffenden Zeitraums möglich.

(APA)

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