Ein Jahr FuZo Mariahilfer Straße: Resümee zum großen Umbau

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Seit rund einem Jahr gibt es die neue MaHü.
Seit rund einem Jahr gibt es die neue MaHü. - © APA/Helmut Fohringer
Mit Ende Juli ist die Umgestaltung der Mariahilfer Straße zur Fußgänger- und Begegnungszone genau ein Jahr her. Die Änderungen wurden viel debattiert und kritisiert, nun scheinen die Wogen geglättet – oder? Ein Rückblick auf ein Jahr FuZo MaHü.

“Ein Jahr nach dem Umbau wird die neue Mariahilfer Straße von den Wienerinnen und Wienern voll angenommen. Das Konzept funktioniert gut und geht auf, sowohl in den Begegnungszonen als auch in der Fußgängerzone gibt es keine Probleme”, so die zuständige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) gegenüber der AP.

Der Umbau der im Volksmund “Mahü” genannten, 1.800 Meter langen Einkaufsmeile gilt als grünes Prestigeprojekt – für das Vassilakou viel Kritik einstecken musste. Heftige Proteste gab es etwa von Anrainerinitiativen, Wirtschaftskammer und der Rathaus-Opposition.

Viel Kritik rund um den Umbau

Die Zustimmung der Wiener zur umgebauten Mariahilfer Straße untermauerte jedenfalls die Stadt gleich wenige Wochen nach der Fertigstellung der Bauarbeiten mit einer eigens in Auftrag gegebenen Umfrage. Dem Ergebnis zufolge zeigten sich damals zwei Drittel jener, die zumindest einen Teil der Mahü Neu besucht haben, sehr oder eher zufrieden. Zufrieden mit der neu gestalteten Meile äußerten sich ein Jahr nach den Umbauarbeiten auch die beiden Bezirke Mariahilf und Neubau.

“Grundsätzlich ist der Herr Bezirksvorsteher (Markus Rumelhart, SPÖ, Anm.) mit der Mariahilfer Straße sehr zufrieden. Wir sehen das als 6. Bezirk sehr positiv. Wir sind sehr, sehr zufrieden”, ließ Rumelharts Büro wissen. Ähnlich der Tenor auch im 7. Bezirk Neubau: Es sei “ein absolut gelungenes Projekt, mit dem wir sehr zufrieden sind”, lobte die stellvertretende Bezirksvorsteherin Isabelle Uhl (Grüne). Das “positive Flair” der Straße ziehe sich auch bereits in die Nebengassen des Bezirks hinein: “Neubau profitiert sowohl bei der Lebensqualität als auch als attraktiver Unternehmensstandort durch diesen Umbau.”

Auswirkungen auf die Buslinie 13A

Auswirkungen hatte der Umbau auch auf die Buslinie 13A. Diese hätte nämlich nach den ursprünglichen Plänen in Fahrtrichtung Alser Straße/ Skodagasse weiter auf der angestammten Strecke direkt durch die Fußgängerzone fahren müssen – jedoch liefen die Lenker dagegen Sturm. Der Betriebsrat der Wiener Linien drohte sogar mit Betriebsunterbrechungen. Argumentiert wurde dies mit Sicherheitsbedenken. Schließlich einigte man sich auf eine neue Strecke, um die Fußgängerzone zu umfahren. Diese führt jetzt über die Windmühlgasse, die Capistrangasse und schließlich über die Begegnungszone der Mariahilfer Straße.

Doch auch dagegen formierte sich zunächst Protest. Anrainer gingen auf die Straße, da sie die geänderte Linienführung nicht akzeptieren wollten. Der öffentlichkeitswirksame Ärger schwoll aber bald ab, derzeit wird an der Streckenführung nicht gerüttelt. “Das ist die Route, die da ist und die fahren wir”, sagte ein Wiener Linien-Sprecher. Unfälle seien bisher keine passiert, wiewohl in der Begegnungszone zum Teil sehr viel los sei: “Die Route verlangt den Buslenkern einiges an Konzentration und Aufmerksamkeit ab.”

Umbau Mariahilfer Straße: Folgen für Wirtschaft

Wie die Bilanz des einstigen Umbau-Kritikers Wirtschaftskammer ausfällt, ist noch offen. Derzeit arbeite man an einer Analyse zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Umbaus, teilte ein Sprecher mit.

Die Ergebnisse liegen allerdings noch nicht vor, da zwecks Aussagekraft zumindest eine volle Jahresperiode untersucht werden soll. Rainer Trefelik, Obmann der Wirtschaftskammer-Sparte Handel, sprach allerdings bereits einige Monate nach der Fertigstellung von “mehr Frequenz und weniger Kaufkraft”. Es würden nun mehr bzw. auch jüngere Menschen auf der Einkaufsstraße unterwegs sein, aber es werde weniger teuer gekauft. “Massive Umsatzrückgänge” ortete er damals in den Nebenstraßen: “Die zahlen den Preis.”

>> Rückblick: Alle News rund um die Umbauarbeiten der MaHü.

(APA)

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