Die Wiener Katzenflüsterin erzählt: Vergesellschaftung von Hund und Katze

Wenn mehrere Vierbeiner unter einem Dach leben sollen, kann es Probleme geben
Wenn mehrere Vierbeiner unter einem Dach leben sollen, kann es Probleme geben - © Coach4Cats
An der Frage “Hund oder Katze” scheiden sich oftmals die Geister. Viele Tierfreunde wollen nicht wählen müssen und stellen sich der Herausforderung der Vergesellschaftung. Wie problematisch diese sein kann und wie sie letztlich dennoch gelingt, hat uns Katzen-Coach Petra Ott erzählt.

“Eine liebe besorgte Katzenbesitzerin hat mich kürzlich angerufen und um Hilfe bei der bevorstehenden Vergesellschaftung von ihren beiden Katzen und einem Hund gebeten, der im Vorfeld bereits alle zwei Wochen am Wochenende bei der Familie zu Gast war. Voll motiviert machte ich mich auf den Weg. In der Zwei-Zimmer-Wohnung erwarteten mich neben den tierlieben Menschen auch der 13-jährige Kater Kevin und die 13-jährige Mixhündin Luna. Doch wo war die zweite Katze?

Verschreckte Katze, schnappende Hündin

Versteckt hinter einem Blumentopf in eine Ecke gekauert saß mit riesigen Pupillen die kleine Jennifer, eine ganz zierliche weiß gefleckte Hauskatze. Wir setzten uns hin und die Fellnasen-Eltern erzählten mir, dass sie seit zwei Jahren zusammen sind. Die Katzen waren schon in dem Haushalt mit der lieben Katzenmama. Vor zwei Jahren ist eben dann noch ein Menschenfamilienmitglied dazugekommen und jetzt soll der Trennungshund auch noch mit in die Familie.

Die Katzenmama ist damit einverstanden. Doch das Problem ist, wie sie mir schilderte, dass Hündin Luna grundsätzlich tief und fest schläft und wenn dann eine Katze sich annähern möchte, erschrickt die alte Dame regelmäßig und schnappt hin. Es ist noch nichts passiert, aber ich soll helfen, damit auch nichts passieren kann.

Vergesellschaftung – nicht nur von Hund und Katze

Mein Blick wanderte immer wieder zu der verschreckten Katze hinter dem Blumentopf. Denn Kevin, der souveräne Stubentiger lag neben mir und beobachtete mich. Luna lag entspannt in ihrem Bettchen. Und irgendwie schien es mir so, als ob sich Kevin und Jennifer nicht verstehen würden. Ich fragte nach, ob sich die beiden mögen. Ob sie zusammen kuscheln oder eher getrennt schlafen. Ob Jennifer immer so schreckhaft ist oder nur, weil ich dasitze.

Tja – gut, dass ich gefragt habe. Nach gründlicher Recherche wurde klar, dass wir nicht nur den Hund vergesellschaften würden müssen, sondern vorerst einmal die beiden Katzen. In diesem Haushalt bestand nämlich schon seit vier Jahren das Thema Unsauberkeit. Jennifer hat leider fast jeden Tag woanders hingemacht als in ihr Kisterl. Was war der Grund? Wie so oft: Das Klo-Management mussten wir neu einrichten. Irgendwann vor vier Jahren muss es einen Zwischenfall zwischen den beiden Katzen gegeben haben, und von da an vertraute Jennifer ihrem Kumpel Kevin nicht mehr.

Wenn etwas so verfahren ist, braucht die ängstlichere Katze unbedingt genügend Abstand, um den anderen Artgenossen aus sicherer Entfernung zu beobachten, ihn zu riechen und wahrzunehmen, ohne dass er ihr gleich zu nahe kommt. So haben wir zuerst die Vergesellschaftung von Jennifer und Kevin mit Erfolg durchgeführt – und dann erst kam Luna.

Katzen-Coach Petra Ott über tierische Körpersprache

Wie viele bereits wissen, hat ein Hund eine differente Körpersprache im Vergleich zu Katzen. Wenn eine Katze nie gelernt hat “hündisch” zu sprechen, kommt es oft zu Komplikationen. Nur eine vorsichtige Annäherung ist hier zu empfehlen. Dadurch dauert die Vergesellschaftung wesentlich kürzer und es kommt erst gar kein Stress auf.

Liebe Leserinnen und Leser, diese Geschichte wollte ich Ihnen erzählen, damit Sie wissen: Es ist nie zu spät für eine neue gute Freundschaft für Ihre Fellnasen – egal wie lange sie schon zusammen waren oder wie alt sie sind.”

Alle weiteren Infos zur Arbeit von Katzen-Coach Petra Ott finden Sie hier.

>>Hilfe für Samtpfoten in Not: Katzen-Coach Petra Ott im VIENNA.at-Interview

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