Aus dem Alltag der Wiener Katzenflüsterin Petra Ott: Keine Strafen bei Unsauberkeit

Die beiden Katzen hatten ein massives Unsauberkeitsproblem - bis Petra Ott half
Die beiden Katzen hatten ein massives Unsauberkeitsproblem - bis Petra Ott half - © Pixabay (Sujet)
“Bitte straft eure Katzen nicht körperlich, denn davon werden sie krank!”, so der Appell von Katzen-Coach Petra Ott. Diesmal schildert die Wiener Katzenflüsterin einen Extremfall, bei dem es um eines der häufigsten Probleme aus dem Alltag mit Katzen geht: das schwierige Thema Unsauberkeit, das auch eine menschliche Partnerschaft massiv belasten kann. Wie sie es löste und den häuslichen Frieden wiederherstellte, lesen Sie hier.

“Ich habe vor Kurzem einen netten Anruf von einer besorgten Katzenbesitzerin bekommen. Sie meinte, sie übersiedelt gerade in eine neue Wohnung und leider machen ihre beiden Stubentiger bereits seit sie Kitten sind aus Protest immer wieder mal wohin. Sie wollte gerne noch vor dem Umzug die Wohnsituation mit mir besprechen und ihnen im neuen Zuhause alles recht machen. Na, dann – los geht’s!

Beziehungsstress wegen kätzischer Unsauberkeit

Ich schleppte mich an der angegebenen Adresse in die Wohnung im fünften Stock ohne Lift. Dort erwartete mich eine sehr liebe Katzenbesitzerin. Plötzlich schauten zwei rote Katzen um die Ecke und blickten mich mit großen Augen an. Es waren Lili und Lucy, ganz süße Stubentiger! Ich war verwundert, denn mit ihnen hatte ich ja noch gar nicht gerechnet. War nicht der Plan gewesen, dass die Katzen in der neuen Wohnung erst nachziehen sollten, wenn alles bereit sei?

Die Katzenhalterin klagte: “Ja leider, die Katzen und ich mussten schon ausziehen, mein Freund hat das nicht mehr ausgehalten. Sie pinkeln überall hin.” So musste sie die beiden Fellnasen und ihren Freund räumlich trennen. Meine Aufgabe sei, die Katzen stubenrein zu bekommen, dann würde das Paar gerne im Herbst wieder zusammenziehen. “Hui”, dachte ich mir, “dass tut mir aber leid – ich hoffe ich kann helfen.”

Falsche Erziehungsmethoden verschlimmern das Problem

Was war denn überhaupt passiert, dass es so weit kommen konnte? Der Status Quo, kurz zusammengefasst: Die Katzen urinierten inzwischen auf sämtliche Unterlagen, hart oder weich, ob Holzboden, Fliesen oder Textilien. Auch das Sofa blieb nicht verschont. Das Schlimmste war, dass die Katzen der Mutter der Katzenhalterin, als diese mit den Stubentigern noch bei ihren Eltern lebte, einmal im Schlafzimmer auf den Kopf gepinkelt haben. Nach gründlicher Recherche, wie die Katzen vorher lebten, wurde mir klar: Da haperte es nicht nur am Wohnraum-Management, sondern auch an der Erziehung.

Leider waren die beiden früher durch den Ex-Freund der Katzenbesitzerin falsch bestraft worden. Mit einem traurigen “Klassiker” falsch verstandener “Katzen-Erziehung”: Das Eintunken in die Urinlache ist eine veraltete, vermeintlich hilfreiche Unsitte, das sollte man auf keinen Fall tun. Das war aber leider noch das Geringste. Nachdem neben dieser Maßnahme auch nach die ganze schlechte Energie des genervten Ex-Freundes täglich auf die beiden Katzen einwirkte, war das Verhaltensproblem manifestiert. Und nun hing es von mir ab, ob die liebevolle Katzenbesitzerin und ihr aktueller Freund wieder zusammenziehen und auch wie geplant eine Familie gründen würden können.

Wie ein Katzen-Unsauberkeitsproblem Geschichte wird

Hier in aller Kürze meine Maßnahmen, die letztlich zum Erfolg führten und das Unsauberkeitsproblem aus der Welt schaffen konnten: Ich habe der Besitzerin die Katzenkörpersprache übermittelt und sie über die wichtigsten Verhaltensregeln für Mensch und Tier aufgeklärt. Wie sich herausstellte, hatten sich die beiden Katzen auch noch gegenseitig gestalkt. Wir sind dann gemeinsam das Wohnraum-Management durchgegangen – wie so oft waren auch hier die Katzenkisterl falsch platziert. Weiters haben wir gemeinsam zu aggressive bzw. nicht gegen Uringeruch hilfreiche Reinigungsmittel weggeworfen und neue, geeignetere für das spezielle Problem besorgt. Und so schnell kann es gehen: Lili und Lucy haben seit inzwischen drei Wochen nur noch das Katzenklo für ihre Geschäfte benutzt!

Ich freue mich mit den beiden nun bald wieder vereinten Katzenhaltern über den schönen Erfolg. Da sieht man es mal wieder: Mit viel Liebe und etwas Geduld und dem nötigen Know-how schafft man alles im Leben!”

>>Aus dem Alltag der Wiener Katzenflüsterin Petra Ott: Vom Pfaucher zum Schmuser

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