Bittere Niederlage: Österreich scheidet mit 1:2 gegen Island aus der EM aus

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Bittere Enttäuschung bei Österreich.
Bittere Enttäuschung bei Österreich. - © AFP
Die Fußball-EM in Frankreich ist für das österreichische Nationalteam enttäuschend zu Ende gegangen. Die Österreicher verloren ihr abschließendes Gruppenspiel gegen Island am Mittwoch in St. Denis bei Paris mit 1:2 (0:1) und verpassten den Einzug ins Achtelfinale.

Die Basis für das EM-Out wurde mit einer phasenweise inferioren Leistung in der ersten Hälfte gelegt. Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Österreicher deutlich, konnten den für den Aufstieg erforderlichen Sieg aber nicht mehr einfahren – und das trotz lautstarker Unterstützung von rund 30.000 Fans.

Was die rot-weiß-roten Schlachtenbummler vor der Pause zu sehen bekamen, ließ ihnen zeitweise den Atem Stocken. Teamchef Marcel Koller hatte überraschend auf eine von Sebastian Prödl, Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger gebildete Dreierkette umgestellt, als Stürmer agierten vom Flügel aus Marcel Sabitzer und Marko Arnautovic, David Alaba wurde als Offensivster im Zentrum aufgeboten. Dies hatte etwa die kuriose Situation zur Folge, dass der Bayern-Profi bei Ballbesitz des Gegners in einer Art Mittelstürmer-Rolle zu sehen war.

Österreich mit neuer Taktik: Ging aber nicht auf

Zuvor war die Variante mit Dreierkette unter Koller lediglich beim 14:0 gegen den Schweizer Sechstligisten Schluein in einer Matchsituation getestet worden. Der taktische Winkelzug ging ins Auge – schon in der Anfangsphase entstanden Löcher, die Laufwege passten nicht.

Während die Österreicher offensichtlich noch damit beschäftigt waren, sich in ihrem eigenen System zurechtzufinden, wären sie fast schon in Rückstand geraten. Johann Gudmundsson zog aus über 20 Metern ab, der Ball sprang von der Latte wieder zurück ins Feld (2.).

Die Nervosität der ÖFB-Mannschaft wurde dadurch weiter gesteigert. In der Offensive ging mit Ausnahme eines Stolperers von Island-Goalie Hannes Halldorsson, den Marko Arnautovic fast genützt hätte (11.), vorerst überhaupt nichts. Geordneter Spielaufbau war keiner vorhanden, die Defensive zeigte sich anfällig – so auch in der 18. Minute: Nach einem weiten Einwurf von Aron Gunnarsson verlor Christian Fuchs das Kopfball-Duell mit Kari Arnason und der Ball kam zu Bödvarsson, der sich gegen Julian Baumgartlinger durchsetzte und zum 1:0 für den EM-Debütanten einschoss.

Island ließ die ÖFB-Nerven flattern

Die Österreicher brauchten bis zur 29. Minute, um sich von diesem Schock zu erholen. Dann prüfte Arnautovic Islands Keeper Halldorsson, wenige Sekunden später setzte der Stoke-Legionär einen Kopfball weit über das Tor. Am nächsten kamen die Österreicher dem Ausgleich zunächst in der 37. Minute. Ari Skulason hielt Alaba im Strafraum leicht am Arm, den dafür verhängten schmeichelhaften Strafstoß setzte Dragovic an die Stange. Fünf Minuten später war Halldorsson bei einem Baumgartlinger-Weitschuss auf dem Posten.

Nach dem Seitenwechsel kehrte Koller mit den Einwechslungen von Marc Janko und Alessandro Schöpf für Prödl und Stefan Ilsanker wieder zu seiner gewohnten 4-2-3-1-Formation zurück – und plötzlich war alles anders. Die Österreicher entwickelten viel Druck, ihr Spiel wirkte wieder durchdacht und die Isländer gerieten ins Wanken.

Bei einem Schuss von Alaba rettete Arnason in extremis (47.), wenige Sekunden später blieb dem ÖFB-Team ein Elfer wohl fälschlicherweise versagt, als Skulason im Sechzehner Sabitzer umkegelte. Der überaus starke Schöpf klopfte bei Halldorsson in der 55. Minute erstmals an, fünf Minuten später hatte er Islands Schlussmann schon bezwungen.

Siegertor für Island in den letzten Sekunden

Nach Zusammenspiel mit Alaba, der in seiner nun defensiveren Rolle weit besser aufgehoben war, zog der Schalke-Legionär in den Strafraum, ließ mehrere Verteidiger stehen und erzielte mit seinem schwächeren linken Fuß das 1:1. In der 72. Minute hätte Schöpf zum großen Helden werden können, scheiterte aber an Halldorsson. Zwei Minuten zuvor hatte Janko das Ziel knapp verfehlt.

Die Isländer wurden in der 65. Minute bei einem durch ÖFB-Schlussmann Robert Almer parierten Schuss von Gylfi Sigurdsson gefährlich und reklamierten zehn Minuten später vergeblich – und wohl zurecht – einen Hand-Elfmeter von Floran Klein. Die Schlussphase stand dann ganz im Zeichen der Österreicher, mehr als ein von Halldorsson abgewehrter Alaba-Freistoß (80.) schaute aber nicht mehr heraus. Als die Koller-Truppe alles nach vorne warf, sorgte der eingewechselte Traustason wenige Sekunden vor Schluss aus einem Konter für die endgültige Entscheidung.

(APA)

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