Bekannter Gewalttäter tötete Ehefrau: Mordprozess in Wien

Die schreckliche Tat geschah letzten Dezember.
Die schreckliche Tat geschah letzten Dezember. - © APA
Der 41-jährige Steirer erstickte seine deutlich jüngere Ehefrau im Zuge eines Streits. Er hatte bereits wegen Gewaltdelikten gegen seine Ex-Frau vor Gericht gestanden.

Ende Juni muss sich ein 41-jähriger Steirer wegen Mordes an seiner Ehefrau vor einem Wiener Schwurgericht verantworten. Herbert S. soll seine 23-jährige Frau im Zuge eines Streits erstickt haben, indem er ihr einen Polster ins Gesicht presste. Die Kinder des Paares waren in der Wohnung, als die junge Mutter getötet wurde.

Der Bauarbeiter hatte seine spätere Frau im November 2012 über deren Großmutter kennengelernt, die am Südbahnhof als Reinigungskraft arbeitete. Die Ehe stand unter keinem guten Stern, die wesentlich jüngere Frau soll ihrem Ehemann vor allem immer wieder dessen Schulden vorgehalten haben. Ein Grundstück in der Steiermark musste angeblich zwangsversteigert werden. Sogar Scheidung stand im Raum.

Zwei Jahre nach der Hochzeit, im November 2014, wurde der Mann zum ersten Mal wegen Handgreiflichkeiten gegen seine Frau aus der Wohnung gewiesen. Weil sich die 23-Jährige aber immer wieder mit dem Steirer versöhnte, blieb er trotz seiner Gewalttätigkeit weiterhin in der gemeinsamen Wohnung wohnhaft. Der Mann stand bereits wegen Gewaltdelikten gegen seine Ex-Frau vor Gericht.

Kinder waren bei der Tat in der Wohnung

Am Tattag, am 18. Dezember 2015, kam es in der Wohnung erneut zu einem Streit wegen finanzieller Probleme. Dem Haus, in dem er mit seiner jungen Frau und den zwei Kindern gelebt hat, hätte der 41-Jährige wegen eines Betretungsverbots eigentlich fernbleiben müssen. Der Steirer behauptet, er habe der 23-Jährigen seine bloße Hand gegen den Mund gedrückt, weil seine Frau die ganze Zeit geschrien habe. Die Anklagebehörde geht allerdings davon aus, dass das Ersticken mit einem weichen Gegenstand – etwa einem Polster – herbeigeführt wurde. Im Zuge des Streits, bei dem die Kinder im Alter von ein und zwei Jahren anwesend waren, stieß er laut Staatsanwaltschaft die Frau aufs Bett, setzte sich im Hüftbereich auf sie und verschloss mit einem Kopfpolster mehrere Minuten lang Mund und Nase, bis die junge Mutter erstickte.

Plötzlich habe die Frau jedoch aufgehört, sich zu wehren und sich nicht mehr gerührt, wird er laut Staatsanwaltschaft zitiert. Er habe angenommen, dass sie bewusstlos sei, einen Bekannten angerufen und gemeint: “I hob mei Oide dawirgt.” Schließlich verständigte der 41-Jährige auch die in der Nähe wohnende Großmutter seiner Frau, die wiederum die Einsatzkräfte alarmierte. Der Ehemann konnte noch am Dachboden des Wohnhauses festgenommen werden. Zur Tat befragt, soll der Beschuldigte laut Anklage nur gelacht und gegrinst haben. Seine Anwältin Astrid Wagner versicherte, dass ihr Mandant nicht in Tötungsabsicht gehandelt hat.

Der Schwurprozess findet am 28. Juni statt. Den Vorsitz leitet Richterin Sonja Weis.

(APA, Red.)

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