Barbara Rosenkranz verlässt FPÖ und tritt für “Freie Liste Österreich” an

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Barbara Rosenkranz wechselt zu "Freie Liste Österreich".
Barbara Rosenkranz wechselt zu "Freie Liste Österreich". - © APA/EXPA/ JFK
Barbara Rosenkranz, frühere Präsidentschaftskandidatin und langjährige NÖ-Chefin der FPÖ tritt bei der Nationalratswahl auf der Liste des 2015 auf der FPÖ ausgeschlossenen Karl Schnell an.

Rosenkranz ist mit Montag aus der FPÖ ausgetreten. Für die “Freie Liste Österreich” wird sie Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl in Niederösterreich, sagte Schnell in einer Pressekonferenz.

Rosenkranz von FPÖ “entfremdet”

Rosenkranz begründete ihren Austritt aus der FPÖ nach 28 Jahren damit, dass die “Entfremdung schon so weit” gediehen sei, “dass eine Trennung unvermeidbar war”. Jetzt wage sie den “Sprung ins kalte Wasser”. Bei der FPÖ wäre Rosenkranz’ Parlamentskarriere jedenfalls beendet gewesen: Dort war sie für keine Liste mehr vorgesehen, gab Generalsekretär Herbert Kickl bekannt.

Die zehnfache Mutter, die zum rechten Rand der FPÖ zählte, trat 2013 nach der Wahlschlappe als NÖ-Chefin – die sie zehn Jahre lang war – zurück. Im Herbst 2013 kam sie in den Nationalrat zurück, in den sie 2002 unter Schwarz-Blau erstmals eingezogen war – nach neun Jahren als NÖ-Landtagsmandatarin.

Rosenkranz galt als “standhafte Blaue”, harrte sie doch 2006 nach der Abspaltung des BZÖ wochenlang als letzte blaue Bastion im orange umgefärbten Klub aus; damals stimmte sie auch als einzige der 183 Abgeordneten gegen den EU-Vertrag von Lissabon. 2010 wurde ihre Standhaftigkeit mit der Präsidentschaftskandidatur belohnt. Als Gegenkandidatin Heinz Fischers kam Rosenkranz – die im Wahlkampf mit kritischen Anmerkungen zum Verbotsgesetz auffiel – aber auf nur 15,24 Prozent, das schlechteste Ergebnis aller FPÖ-Hofburg-Kandidaten.

FPÖ schließt Barbara Rosenkranz aus dem FPÖ-Klub aus

Noch während die Pressekonferenz in Salzburg lief, reagierte die FPÖ auf den Austritt von Barbara Rosenkranz – mit alles andere als guter Nachrede. Rosenkranz wäre für keine FPÖ-Nationalratsliste vorgesehen gewesen, teilte Generalsekretär Herbert Kickl mit – und attestierte Rosenkranz in einer Aussendung “gekränkte Eitelkeit gepaart mit verletztem Stolz”.

Die Niederösterreicherin wurde “mit sofortiger Wirkung” aus dem freiheitlichen Parlamentsklub ausgeschlossen, dies wurde umgehend an Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) gemeldet.

Auch ihr Nachfolger als NÖ-Landesobmann Walter Rosenkranz – mit ihr “weder verwandt noch verschwägert” – übte scharfe Kritik: “Unrühmlich” sei das “Überlaufen” von Barbara Rosenkranz zu Karl Schnell, damit zerstöre sie ihre politisches Lebenswerk und “tut es somit Peter Pilz gleich”. Der Landeschef Niederösterreichs – wo die Abgeordnete keinen Listenplatz mehr bekam – hätte sich “entsprechende Demut” erwartet, “wenn jemand über 25 Jahre die höchsten Mandate einer Partei innehat und nach dieser langen Zeit nicht mehr kandidiert wird”. Man müsse “zur Kenntnis nehmen, dass eine Partei einem ständigen Wandel unterliegt und daher auch personelle Entscheidungen fallen können, die unangenehm sind”.

(APA/Red)

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