1. Wiener Strickfilm: “Zweisitzrakete” in den Breitenseer Lichtspielen

Von Daniela Herger
Susanne Kristek, selbst leidenschaftliche Strickerin, initierte den ersten Wiener Strickfilm
Susanne Kristek, selbst leidenschaftliche Strickerin, initierte den ersten Wiener Strickfilm - © Susanne Kristek / APA
Stricken liegt voll im Trend – auch in Wien. Wer leidenschaftlich gern die Nadeln schwingt, tut dies oft vor dem heimischen Fernseher. Als Susanne Kristek, Strick-Fanatikerin und Gründerin des Ersten Wiener Strickvereins, im Kino den dreistündigen Quentin Tarantino-Film “Django Unchained” ansah, vermisste sie daher schmerzlich ihre Stricknadeln – und die Idee für den ersten Wiener Strickfilm war geboren.

“Nicht falsch verstehen, ‘Django Unchained’ war ein toller Film. Aber er dauert halt auch sehr lang. Und da hab ich meine Stricknadeln und mein aktuelles Strickprojekt vermisst,” so Kristek, die sich selbst augenzwinkernd als “Strickabhängige” beschreibt und darum auch vor wenigen Wochen den Ersten Wiener Strickverein, eine “Selbsthilfegruppe” für Betroffene ins Leben rief.

Stricken im Kino – geht das?

Der Gedanke ans Stricken im Kino ließ Kristek nicht mehr los. Natürlich ließe sich dem Nadelspiel im Stockdunkeln nicht gerade gut frönen, also müsste das Licht im Lichtspielhaus aufgedreht bleiben oder zumindest gedämpft sein. Dann fiel Kristek das in ihrem Grätzl befindliche Traditions-Kino “Breitenseer Lichtspiele” in Wien-Penzing als möglicher Schauplatz für einen “Strickfilm” ein.

Das seit 1905 bestehende Programmkino, dem Kristek selbst schon öfters einen Besuch abgestattet hatte, gilt als “ältestes Kino der Welt” und wird mit Leidenschaft von einer älteren Dame betrieben. Anna Nitsch-Fitz hat das Kino 1969 übernommen.

“Zweisitzrakete” in den Breitenseer Lichtspielen

Diese wurde von Kristek wenig später aufgesucht. Die Strickerin unterbreitete der Kinobesitzerin die Idee, doch einmal eine solche Sondervorstellung speziell für Strickerinnen zu veranstalten – und schlug dazu die aktuelle österreichische Komödie “Zweisitzrakete” mit Manuel Rubey und Thomas Stipsits vor.

Nitsch-Fitz kannte diese zwar nicht, doch gemeinsam mit Kristek organisierte man rasch die Rechte, um den Film als “1. Wiener Strickfilm” in den Breitenseer Lichtspielen zu zeigen. Auch der Termin für die Sondervorstellung speziell für Strickerinnen war rasch gefunden: Am Mittwoch, dem 10. April 2013 würde das Kino speziell für die Nadelschwingerinnen seine Pforten öffnen. 168 Plätze warten darauf, von Stricklustigen gefüllt zu werden.

Mehr zum ersten Wiener Strickfilm

Kristek erzählte nicht nur bei der ersten Vereinssitzung des Wiener Strickvereins von dem Event, sondern rief auch umgehend eine Facebook-Gruppe für die Veranstaltung ins Leben. Unter dem Motto “Das Licht bleibt an. Wir stricken weiter.” wird zu dem Sonder-Event geladen.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: Sämtliche Infos zum ersten Wiener Strickfilm finden Sie hier.

Und wer auch bei anderen Gelegenheiten mal in fröhlicher Runde seiner Passion nachgehen möchte, sollte sich mit dem Ersten Wiener Strickverein vernetzen – schließlich ist Stricken nicht zuletzt eine soziale Tätigkeit und das Nadelschwingen im stillen Kämmerlein nur der halbe Spaß.

(DHE)

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