Zielpunkt-Pleite: Grüne würden etwaige Klage gegen Pfeiffer unterstützen

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Für die Grünen ist das Vorgehen der Zielpunkt-Mutter nach der Pleite "unerträglich"
Für die Grünen ist das Vorgehen der Zielpunkt-Mutter nach der Pleite "unerträglich" - © APA
Der Zielpunkt-Mutterkonzern Pfeiffer-HandelsgmbH bleibt im Kreuzfeuer der Kritik: Die Grünen-Chefin Eva Glawischnig sieht in der bevorstehenden Zielpunkt-Pleite “vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn sich ein Unternehmen über alle moralischen Regeln hinwegsetzt”.

Es sei nicht in Ordnung, wenn eine Konzernmutter eine Tochter in den Konkursschicke, sich vielleicht noch Filetteile sichere, und tausende Frauen vor Weihnachten keine Bezahlung erhalten, so Glawischnig im ORF.

Falls Klagen möglich, unterstützen Grüne

In “Pressestunde” am Sonntag sagte die Politikerin auch, dass man es sich “rechtlich anschauen” müsse, ob man gegen ein solches Vorgehen einer Konzernmutter vorgehen könne. “Wenn Klagen möglich sind, werde wir diese unterstützen”, so Glawischnig, die das Vorgehen der ZIelpunkt-Eigentümerin Pfeiffer HandelsgmbH als “unerträglich” bezeichnete. Die Gewerkschaft GPA-djp prüft ja rechtliche Schritte.

Auch im Parlament brauche es eine Diskussion bzw. Vorschläge, wie man mit Konzernverantwortungen umgehe, sagte Glawischnig. Letzteres sagte Glawischnig auch mit Blick auf internationale Konzerne wie Amazon, Google oder Starbucks, die Gewinnen hin- und hertransferieren würden um sich Steuerzahlungen zu ersparen.

Katzian vermutet Pfeiffer-Masterplan in Hinterhand

Für den Chef der Gewerkschaft GPA-djp, Wolfgang Katzian, ist das schlimmste an der bevorstehenden Zielpunkt-Pleite, dass der Eigentümer Pfeiffer HandeslgmbH das Unternehmen nur vier Wochen vor Weihnachten in die Insolvenz schickt. “Das ist ein Hammer”, kritisiert der Gewerkschafter Pfeiffer in der Zeitung “Österreich” (Sonntagsausgabe). Weiterhin schließt Katzian nicht aus, Pfeiffer zu klagen.

Wien. Man werde schauen, was noch alles ans Licht komme und dann gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten, bekräftigte der GPA-Chef. Wegen eines Immobiliendeals im Vorfeld der Pleite-Ankündigung – ein Insolvenzantrag soll erst morgen, Montag eingebracht werden – lasse “vermuten, da gibt es einen Masterplan in der Hinterhand”, so Katzian.

Zielpunkt-Pleite: Pfeiffer-Verhalten “wirklich arg”

Auch die Ankündigung Pfeiffers kürzlich im APA-Interview, man wolle einige Standorte von Zielpunkt für andere Pfeiffer-Firmen wie Unimarkt oder Nah&Frisch haben, wenn dies der Masseverwalter erlaube, findet Katzian “wirklich arg”, wie er der Zeitung sagt. Die Firma sage damit: “Wir kaufen uns die guten Standorte aus der Firma, die wir in die Insolvenz schicken, heraus.” Den Rest, der nicht laufe, überlasse man der Öffentlichen Hand, so der Gewerkschafter. “Das dürfen wir ihnen nicht durchgehen lassen.”

Pfeiffer rechtfertigt Immobiliendeal

Morgen, Montag, wird wie angekündigt von Zielpunkt der Insolvenzantrag beim Handelsgericht Wien eingebracht. Das teilte der Chef der Konzernmutter Pfeiffer, Georg Pfeiffer, Sonntagabend mit. Der Kauf von 70 Zielpunkt-Immobilien von Trei Real Estate, wegen dem die Gewerkschaft GPA zu klagen überlegt, habe zum Ziel gehabt, “die Mieten für Zielpunkt um 4 Mio. Euro für die Standorte zu reduzieren”.

Die Objekte wurden von der Pfeiffer Handels GmbH “im Rahmen der Zielpunkt-Sanierungsmaßnahmen Anfang November erworben”. Der Kaufpreis lag bei kolportierten 38 Mio. Euro. “Der Kauf der Immobilien war ein Teil unseres Sanierungskonzeptes und seit mehreren Monaten – eben zur Absicherung von Zielpunkt – im Laufen und wurde jetzt abgeschlossen. Dass dies zeitgleich zur Feststellung der Zahlungsunfähigkeit von Zielpunkt passiert ist, ist ein unglücklicher zeitlicher Zufall”, so Pfeiffer weiters. Man habe wegen “vereinbarter Kündigungsverzichte aus diesen Mietverträgen nicht aussteigen”. Nur knapp vor Ankündigung der bevorstehenden Zielpunkt-Pleite war der Immobiliendeal von Pfeiffer bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet worden.

Zielpunkt-Sanierung noch nicht möglich

Das Geld aus dem auch erst kürzlich angekündigten Verkauf der C+C-Großmärkte der Pfeiffer Gruppe an die Schweizer Firma coop könne nicht zur Zielpunkt-Sanierung eingesetzt werden, “denn es steht uns erst ab Anfang 2016 zur Verfügung”, sagt Pfeiffer laut der Tageszeitung “Österreich” (Montagsausgabe). Der Erlös aus diesem Verkauf würde aber sehr wohl “für den Erwerb des Trei-Immobilienportfolios verwendet”. Wobei “Pfeiffer als Eigner verliert hier selbst, da einige schwer vermittelbare Standorte unter den erworbenen sind”, so Pfeiffer laut Vorausbericht. “Ich war und bin bereit, Geld aus privaten Mitteln für einen Sozialplan zur Verfügung zu stellen”, so der Manager. Nur dürfe er dies insolvenzrechtlich nicht – Stichwort: Gläubigerbevorzugung.

 

>>Nach Zielpunkt-Pleite prüft die Gewerkschaft rechtliche Schritte

(apa/red)

 

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