Zehn Jahre TAG: Das Theater an der Gumpendorfer Straße feiert

Das Wiener TAG feiert 10. Geburtstag.
Das Wiener TAG feiert 10. Geburtstag. - © dastag.at
Zehn Jahre zu einer einzigen Revue komprimiert: So wird der 10. Geburtstag des Theaters an der Gumpendorfer Straße (TAG) am 13. Jänner gefeiert. Wer das kleine, aber feine Haus im 6. Bezirk noch nicht kennt, sollte dies nachholen.

Dass die Rückschau auf die rund 120 Produktionen der ersten TAG-Dekade musikalisch abgehalten wird (Musikalische Leitung: Andres García), ist natürlich eine Pointe – nennt man sich doch selbst einen “Sprechtheater-Hotspot”.

Zwar ist weiterhin die Pflege des Improvisationstheaters, etwa mit dem Format “Sport vor Ort” (nächste Vorstellungen am 17. Jänner und 14. Februar) einer der Schwerpunkte, doch gibt es in dem ehemaligen Kino in Wien-Mariahilf vor allem handfeste Auseinandersetzungen mit Vorlagen aus Drama, Prosa und Film.

TAG Wien: Alles, nur nicht konservativ

“Wir haben ein festes Ensemble und einen Repertoire-Spielplan. Zu einem kleinen Stadttheater fehlt uns nur ein Abonnement-System”, scherzt der künstlerische Leiter Gernot Plass. Konservativ ist dennoch anders. Denn ob Plass etwa selbst seinen “Faust” schüttelt oder Christian Suchy “Romeo und Julia” mit seiner eigenwilligen Bühnensprache zu “Bluad, Roz und Wossa” verarbeitet  – immer versucht man mit “Überschreibungen” neue Sichten auf bekannte Stoffe zu eröffnen.

Plass und Urbach waren schon dabei, als 2005 im Zuge der Wiener Theaterreform von der Kulturpolitik eine Nachfolge für das abtretende Leitungsduo der “Gruppe 80”, Helga Illich und Helmut Wiesner, gesucht und in einer Zusammenarbeit der Freien Gruppen urtheater, Theater KINETIS und L.U.S.T. Theater gefunden wurde. “Wir haben uns nicht um ein Theater beworben.

Wir wollten nicht einmal gemeinsam Theater machen”, erinnert sich Urbach. “Wir wollten eine lose Produktions-Kooperation mit gemeinsamen Proberäumen.” Doch plötzlich sah man sich vor die Entscheidung gestellt, zusammen ein Haus zu übernehmen. “Es war ein sehr ambivalentes Gefühl – aufregend, überraschend, seltsam”, meint Plass.

17.500 Besucher in der letzten Saison

Plass ist nach einer anfänglichen kollektiven Führung seit 2013 als Nachfolger von Margit Mezgolich alleiniger künstlerischer Leiter des TAG, das im selben Jahr in eine städtische GmbH umgewandelt wurde. Laut Angaben des Theaters haben 17.500 Besucher in der vergangenen Saison die Bühne besucht und ihr eine Auslastung von 84 und einen Eigendeckungsgrad von 19 Prozent beschert. Das Jahresbudget beträgt etwas weniger als eine Million Euro, 770.000 davon kommen von der Stadt Wien.

2017 laufen die Verträge von Plass und Urbach aus. Demnächst muss die Wiener Kulturpolitik über die Zukunft des TAG entscheiden. Die beiden Leiter könnten sich gut vorstellen, noch eine Funktionsperiode anzuhängen. Finanziell und politisch werden es harte Jahre, darüber machen sich die beiden keine Illusionen. Dem Medium Theater werde dies dennoch nicht schaden, ist sich Urbach sicher: “In Zeiten der Krise ist die Kunst wichtiger als in Zeiten der Dekadenz.”

>> Mehr Informationen zum Programm im TAG gibt es hier.

(APA)

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