“Wir werden nur ein funktionierendes Stadthallenbad übernehmen!”

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Fertig, nicht fertig? Es scheiden sich die Geister am Stadthallenbad
Fertig, nicht fertig? Es scheiden sich die Geister am Stadthallenbad - © APA
Für heiße Diskussionen am Sondergemeinderat sorgte wiederum das auch nach der Renovierung ziemlich marode Stadthallenbad. Jetzt werden auch die Gerichte eingeschaltet.

Der Baustopp und die gerichtliche Beweissicherung wurde am 23. Jänner von der Wiener Stadthalle als Betreiber des Stadthallenbades sowie vom Sportamt der Stadt Wien (MA 51) veranlasst. Der Grund dafür waren die aufgetretenen Baumängel sowie, dass eine Behebung der Mängel und eine Eröffnung im Februar weder vom Generalplaner noch von der örtlichen Bauaufsicht gewährleistet werden konnten. Der Antrag auf Beweissicherung wurde beim Bezirksgericht Fünfhaus eingebracht. Auch das Kontrollamt der Stadt Wien wurde informiert.

Diese Beweissicherung soll die Ursachen für die eklatanten Baumängel aufdecken. “Wir werden auf jeden Fall nur ein funktionierendes Bad übernehmen!” so Sport-Stadtrat Christian Oxonitsch.

Bau am Stadthallenbad soll schnell weitergehen

“Wir haben uns zu dieser harten Maßnahme entschlossen, weil wir uns der großen Verantwortung bewusst sind, wenn wir öffentliche Mittel für Projekte wie diese einsetzen. Die Stadt Wien und alle Wienerinnen und Wiener haben ein Recht darauf, ein ordnungs- und vertragsgemäß saniertes Stadthallenbad zu erhalten. Genau das werden wir über die Beweissicherung und die darauffolgende sofortige Behebung der Mängel durch die Verantwortlichen gewährleisten”, so Wien Holding Geschäftsführer Peter Hanke.

Chronologie der Ereignisse im Stadthallenbad

Seit Mai 2010 läuft die Generalsanierung des mehr als 35 Jahre alten Wiener Stadthallenbades. Unbestritten ist, dass es sich um ein äußerst schwieriges Sanierungsprojekt auf engstem Raum handelt und das alte denkmalgeschützte Gebäude und seine Baustruktur immer wieder für unvorhersehbare, aber bisher nachvollziehbare Herausforderungen gesorgt haben. Aufgrund der alten Bausubstanz wurden immer wieder unerwartete Mängel festgestellt, die behoben werden mussten, weil ansonst aktuell geltende Normen nicht erfüllt worden wären. Aufgrund dessen musste der ursprünglich vorgesehene Eröffnungstermin auf das letzte Quartal 2011 verschoben werden.

Einer der finalen Schritte bei der Sanierung eines Hallenbades ist das Einlassen der Becken und die Überprüfung der Vorschriften nach dem Bäderhygienegesetz. In dieser letzten Sanierungsphase im Dezember 2011 sind im Bereich der Becken und der Bädertechnik erhebliche Probleme aufgetreten.

23. Jänner: Baustopp und Überprüfung

In der dritten Jänner Woche wurde die Wiener Stadthalle erstmals darüber informiert, dass es zu weiteren Wasseraustritten kommt. Bis einschließlich Freitag, den 20. Jänner 2012, konnten weder Generalplaner, ausführende Firmen noch örtliche Bauaufsicht der Wiener Stadthalle die Ursachen für die Wasseraustritte nennen. Mangels Kenntnis der Ursachen, gab es keine Lösungsvorschläge und es konnte daher auch kein verbindlicher Eröffnungstermin genannt werden.

Vor diesem Hintergrund wurde am 23. Jänner 2012 von der Wien Holding, der Wiener Stadthalle und der MA 51 der sofortige Baustopp verfügt und ein Anwalt beauftragt, die gerichtliche Beweissicherung zu beantragen.

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