Wiener Volleyballtrainer soll 5 Mädchen missbraucht haben: Prävention gefordert

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft in Wien fordert mehr Achtsamkeit der Sportvereine.
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft in Wien fordert mehr Achtsamkeit der Sportvereine. - © Pixabay.com (Sujet)
Monika Pinterits, Kinder- und Jugendanwältin in Wien erklärte am Montag per Aussendung, dass ihre Anwaltschaft bereits seit Jahren darauf hinweise, dass sich auch Sportvereine mit der Thematik sexueller Übergriffe auseinandersetzen müssen. Anlass geben die Verdachtsmomente gegen einen Volleyballtrainer, der in Wien mindestens fünf Mädchen missbraucht haben soll.

“Die Mehrzahl der Trainer und Trainerinnen, Funktionäre und Funktionärinnen, die sich zum Großteil ihrer Freizeit der Sportvermittlung und den Sportangeboten für Kinder und Jugendliche widmen, setzen keine sexuellen Grenzverletzungen”, betonte Pinterits. Sie würden auch ihre Position in keiner Weise zum Schaden der ihnen Anvertrauten ausnützen.

Sexuelle Übergriffe: Anwaltschaft fordert Prävention

“Vielmehr handelt es sich um eine kleine Gruppe von Menschen, die mit ihrer Sexualität, ihrer Persönlichkeit und dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen ein Problem haben, und dafür ihre Position in einem Sportverein ausnützen”, erläuterte die Kinder- und Jugendanwältin. Sie wies darauf hin, dass ihre Institution bereits 2011 eine Broschüre zu der Thematik “Sexuelle Übergriffe – Bei uns doch nicht” herausgegeben hatte.

Pinterits wies darauf hin, dass es wichtig sei, spezielle “Strafregisterbescheinigungen Kinder- und Jugendfürsorge” einzuholen. Diese würden darüber Auskunft geben, ob Verurteilungen gegen die sexuelle Integrität vorhanden und im Strafregister eingetragen sind und ob eventuelle Tätigkeitsverbote bestehen.

Um auf Übergriffe im Bereich des Sports adäquat reagieren zu können, sei spezielles Wissen vorausgesetzt, so Pinterits. “Es geht um Sensibilisierung, Aus- und Weiterbildung und um das Wissen gesetzlicher Bestimmungen. Ich halte es auch für wichtig und notwendig, dass in jedem Verein spezielle Ansprechpersonen, die sich mit der Thematik speziell auseinandergesetzt haben, ausgebildet werden”, forderte die Kinder-und Jugendanwältin.

(APA/Red)

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