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Wiener U1-Sperre: Für manche ein Verlust, für andere Gewinn

Bereits mehr als die Hälfte der U1-Sperre ist schon geschafft. Bereits mehr als die Hälfte der U1-Sperre ist schon geschafft. - © Wiener Linien
Die Teilsperre der U1 zwischen Schwedenplatz und Reumannplatz ist immerhin bereits zur Hälfte vorüber: Leichtes Aufatmen bei einigen Betrieben, denn viele hatten in den vergangenen Wochen einen Kundenrückgang von teils bis zu 60 Prozent zu verbuchen.

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Stark wirkte sich die Sperre bisher in der Station Stephansplatz aus, am Schwedenplatz hingegen verzeichnete man sogar einen Kundenzuwachs. "Uns trifft es besonders stark. Wir haben um 60 Prozent weniger Kundschaft. Offenbar bringt uns die U1 mehr Kunden als die U3", bestätigte die Verkäuferin einer Bäckerei in der Station Stephansplatz. Ganz besonders ruhig sei es zurzeit in den Morgenstunden.

Auch beim benachbarten Konkurrenzunternehmen klagte man über Kundenschwund, eine positive Seite gebe es allerdings trotzdem: "Wir können nun in der Früh Pausen machen, was normalerweise nicht möglich ist", lächelte eine Angestellte. Der Grund, warum derzeit rund die Hälfte weniger Kunden in die unterirdische Filiale kommen, lag für sie klar auf der Hand: "Die Leute kaufen sich ihr Essen woanders. Die kommen dafür nicht extra in die Station, wenn sie nicht daran vorbei müssen", so die Verkäuferin.

Schwedenplatz verbucht Plus durch U1-Sperre

Nur eine Station weiter, am Schwedenplatz, ein gänzlich anderes Bild: Reges Getümmel herrschte sowohl außerhalb, als auch innerhalb der U-Bahn-Haltestelle. "Wir haben sogar um zehn Prozent mehr Kundschaft wegen der Sperre", freute sich der Leiter eines oberirdischen Fast-Food-Lokals. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Menschen nun mehr zu Fuß gingen. Sie würden schon eine Station früher - nämlich am Schwedenplatz statt am Stephansplatz aussteigen -, hieß es. Auch dort angesiedelte Eisdielen konnten nicht über einen Geschäftsrückgang klagen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: "Es kommen mehr Leute als sonst, weil hier die Ersatzlinien beginnen", meinte etwa ein Eis-Produzent.

Einige Meter unter der Erdoberfläche in einer Bäckerei: "Bei uns ist definitiv mehr los. Normalerweise ist es in den Sommermonaten ruhig, wegen der Urlaubszeit. Das ist diesen Sommer nicht so. Vor allem in der Früh und am Nachmittag haben wir ein Plus von 20 bis 30 Prozent", so eine Verkäuferin. Auch diese begründete die Entwicklung mit den Umsteigemöglichkeiten auf die Straßenbahn-Ersatzlinie.

Kundenrückgang für Tichy

U1- Endstation Reumannplatz: Eines der ersten Gebäude, die ins Auge stechen, ist der Altwiener Eissalon Tichy. "Die Leute sind durch die U-Bahn bequem geworden und jetzt plätschert es so dahin. Wir haben einen Kundenrückgang von ungefähr 20 bis 25 Prozent", klagte Inhaber Kurt Tichy. Der Gedanke "da kauf ich mir noch schnell ein Eis beim Vorbeigehen" würde aufgrund der Sperre wegfallen.

Dies hätte noch bei der Eröffnung der U-Bahn-Station niemand geglaubt, erinnerte sich Tichy zurück. Damals seien die Menschen dem neuen Verkehrsmittels eher skeptisch gegenübergestanden, nun bringe die U-Bahn die Kundschaft.

Auch in der benachbarten Apotheke zeigte man sich über ein baldiges Ende der Sperre erfreut: "Wir sind froh, wenn die U-Bahn wieder fährt. Wir haben zwar kaum einen Rückgang bei den Kunden verzeichnet, aber für die Mitarbeiter ist die Anreise zu ihrem Arbeitsplatz erheblich schwieriger geworden", berichtete eine Angestellte. Viele Kollegen würden derzeit mit den Fahrrädern zur Arbeit kommen, da die Straßenbahnen zumeist voll seien.

Die U1 ist aufgrund von Sanierungsarbeiten noch bis zum 26. August eingestellt. 

(APA)



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