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Wiener Taxilenker missbrauchte Fahrgäste: Sechs Jahre Haft

Ein Taxilenker wurde in Wien verurteilt
Ein Taxilenker wurde in Wien verurteilt ©APA (Sujet)
Weil er zwei junge Frauen missbraucht haben soll, ist am Mittwoch am Wiener Straflandesgericht ein Taxilenker aus Wien zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ein drittes Opfer hat den Taxler während des Prozesses wiedererkannt.
Prozess wegen Missbrauchs
Dritte Anzeige gegen Taxler

Das Urteil gegen den Taxifahrer ist nicht rechtskräftig. Gegen den 59-jährigen Mann gibt es allerdings ein weiteres Ermittlungsverfahren. Ein drittes Opfer, das einen Zeitungsbericht über die Verhandlung gelesen hatte, hat den Taxler während des Prozesses wiedererkannt und Anzeige erstattet.

Taxilenker: “Keine Beweise”

Der Angeklagte protestierte gegen die Entscheidung des Gerichts – “Es gibt keine Beweise” -, nahm aber in Absprache mit seinem Verteidiger Peter Philipp das Urteil an. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

Schmerzensgeld an Opfer

Der Beschuldigte muss den beiden Opfern Schmerzengeld in der Höhe von insgesamt 18.400 Euro zahlen. Erschwerend waren für Richterin Martina Krainz, dass es sich um zwei Opfer handelte, sowie die Vorstrafen des Mannes.

Missbrauch im Taxi

Die nun verhandelten Fälle wurden im September 2011 bzw. im August 2013 verübt, die Opfer hatten eine Nacht in der Diskothek U4 durchgetanzt. Die zum Tatzeitraum jeweils 18 Jahre alten Mädchen hatten sich aufgrund ihres erhöhten Alkoholkonsums zu dem davor befindlichen Taxistandplatz begeben, um sich heimbringen zu lassen.

Der Taxler – ein 59 Jahre alter Familienvater, der vier Kinder groß gezogen hat – soll den Umstand, dass die jungen Frauen stark alkoholisiert waren, auf abgefeimte Weise ausgenutzt haben. Im Fahrzeug kam es zu geschlechtlichen Handlungen, denen die Teenager nichts entgegen setzen konnten, weil sie infolge ihres Zustands nicht mehr in der Lage waren, den zudringlichen Mann abzuwehren.

Auf der Heimfahrt vom U4

Das dritte Opfer, das sich nun gemeldet hat, musste das gleiche Martyrium mitmachen. Laut Anzeige passierte der Vorfall im Jahr 2007. Die damals ebenfalls 18-Jährige stieg wie die beiden anderen Frauen nach einer Geburtstagsparty im U4 in das Taxi vor der Tür, um sich nach Hause bringen zu lassen. Auf der Fahrt fiel der Taxler über sie her, die Frau konnte sich aufgrund ihrer starken Alkoholisierung nicht wehren, berichtete die heute 25-Jährige in ihrer Einvernahme.

Opfer erkannte Taxifahrer bei Prozess

Eine Freundin der Frau hatte ihr berichtet, dass gegen einen Taxilenker wegen sexuellen Missbrauchs gerichtlich verhandelt wird und sie darauf aufmerksam gemacht, weil ihr Ähnliches passiert war. Daraufhin setzte sich das damalige Opfer in die letzte Verhandlung im Mai und erkannte in dem Angeklagten ihren früheren Peiniger eindeutig wieder. Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, wurde in dem Fall ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

DNA-Gutachten belastet Taxler

Der Angeklagte bekannte sich im gesamten Verhandlungsverlauf “nicht schuldig”. “Da können sich mich gleich mit jeder Vergewaltigung, die in Wien passiert, belasten”, sagte er in seinem Schlusswort. Den zeitlich weiter zurückliegenden Übergriff stellte er gänzlich in Abrede, jenen aus dem vergangenen Sommer konnte er insofern nicht leugnen, als er von einem DNA-Gutachten belastet wurde. Zu diesem Faktum erklärte der 59-Jährige, die 18-Jährige habe mit ihm einvernehmlichen Sex gehabt.

Diese junge Frau hatte wenige Stunden nach der Taxifahrt Anzeige erstattet. Da an ihrer Kleidung Spuren sichergestellt werden konnten, wurde eine DNA-Probe genommen und diese analysiert. Prompt ergab der Abgleich mit der DNA-Datenbank einen Treffer, weil der Angeklagte infolge einer – wenn auch nicht aus einem Sexualdelikt herrührenden – Vorstrafe bereits registriert war.

Gutachten zufolge schwere Körperverletzung

In weiterer Folge meldete sich die zweite Frau, die der Polizei von einem beinahe gleich gelagerten Erlebnis mit dem 59-Jährigen berichtete. Obwohl in ihrem Fall das Geschehen mittlerweile über zweieinhalb Jahre zurückliegt, leidet sie an derart gravierenden Folgen, dass diese einem Gutachten zufolge einer schweren Körperverletzung gleichkommen.

(apa/red)

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