Wiener Lesetest am 29. Februar und 1. März

Alle Schüler der 4. und 8. Schulstufe werden getestet. Schwache werden dann gefördert.
Alle Schüler der 4. und 8. Schulstufe werden getestet. Schwache werden dann gefördert. - © Bilderbox
Der Wiener Lesetest soll dabei helfen, die vorhandene Lesekompetenz bei Schülern erstens festzustellen und zweitens, wenn nötig, mit Förderungen zu verbessern.

Anlässlich der PISA-Konferenz im Frühjahr 2011 wurde beschlossen, die Lesefähigkeiten der österreichischen Schüler zu testen und zu steigern. Der Lesetest ist Wiens Methode, diese Ziele zu erreichen.

Erster Lesetest schon 2011

Erstmals wurden im Frühjahr 2011 alle SchülerInnen der 4. und 8. Schulstufe an öffentlichen und privaten Volks-, Hauptschulen und AHS getestet. In Zahlen nahmen 14.442 VolksschülerInnen der 4. Schulstufe und 15.474 SchülerInnen der 8. Schulstufe am Test teil.

Ergebnisse des Lesetests 2011: Im Bereich der 4. Schulstufe (Volksschule) wurde die Lesekompetenz nach 3 Stufen (Stufe 1: schwache Lesekompetenz, Stufe 3: sehr hohe Lesekompetenz) unterschieden.

Stufe 1: 24 % (Buben 24%, Mädchen 23%) Stufe 2: 42 % (Buben 42%, Mädchen 41%) Stufe 3: 35 % (Buben 33%, Mädchen 36%)

Im Bereich der 8. Schulstufe ergab sich nach Punkten (Mittelwert aller SchülerInnen ist der Wert 500) folgendes Bild der SchülerInnen-Verteilung:

Unter 300 Punkte: 3 % (Buben 3%, Mädchen 3%) 300 bis 400 Punkte: 16 % (Buben 19%, Mädchen 15%) 400 bis 500 Punkte: 28 % (Buben 30%, Mädchen 28%) 500 bis 600 Punkte: 33 % (Buben 31%, Mädchen 33%) 600 bis 700 Punkte: 19 % (Buben 16%, Mädchen 19%) Über 700 Punkte: 1 % (Buben 1%, Mädchen 2%)

Der Test selbst wurde – und wird auch im heurigen Jahr – wissenschaftlich und logistisch vom BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens) unterstützt und vom Stadtschulrat durchgeführt.

Details zum Lesetest 2012

Zielgruppe:

– Alle SchülerInnen der 4. und 8. Schulstufe an öffentlichen und privaten Volks-, Hauptschulen und AHS.

– 14.829 Volksschüler der 4. Schulstufe

– 15.651 SchülerInnen der 8. Schulstufe

Zeitpunkt:

– Die 4. Schulstufe wird am 29. Februar flächendeckend getestet.

– Die 8. Schulstufe wird am 1. März flächendeckend getestet.

– SchülerInnen, die fehlen, holen den Test bis 7. März nach.

Die Ergebnisse des Tests liegen bis 30. Mai vor und werden den Schülern persönlich übermittelt. 5000 besonders leseschwache SchülerInnen des 1. Tests werden nach 5 Monaten Förderung nachgetestet.

So läuft der Lesetest

– Der Lesetest erfasst die Lesefähigkeiten der Wiener Schülerinnen und Schüler genau und individuell.

– Im Gegensatz zu PISA werden nicht ausgewählte Schülergruppen getestet, sondern ALLE Schüler und Schülerinnen der 4. Volksschule und der 4. AHS/HS (= 8. Schulstufe). Es werden 30.480 SchülerInnen getestet.

– Es bekommen – ebenfalls im Gegensatz zu PISA – alle Schülern ihr individuelles Testergebnis übermittelt.

Vor allem aber: Auf Basis der detaillierten Ergebnisse werden gezielte Maßnahmen zur Förderung des Lesens und des Textverständnisses ergriffen. So wurde bereits im neuen Schuljahr ein Bündel an Leseförderinitiativen (die in einer Sonderkommission – der so genannten “SOKO Lesen” – von ExpertInnen erarbeitet wurden) für leseschwache SchülerInnen umgesetzt. Als erster Schritt wurde an Wiens Schulen in der 4. und 5. Schulstufe mit Beginn des Schuljahres ein “Startwoche Lesen”-Projekt durchgeführt. Dieses diente einerseits als “Sofortmaßnahme”, um von vornherein die Kinder auf den Schwerpunkt Lesen “einzuschwören”, andererseits konnten im Zuge dieses Projektes erste Schritte zur gezielten Förderung von leseschwachen SchülerInnen gesetzt werden. Für die Gruppe der leseschwachen SchülerInnen wurde direkt nachfolgend ein “Intensivkurs Lesen” in lernunterstützenden Kleingruppen angeboten.

Crashkurse für Zuwanderer-Kinder

Und noch eine Innovation: Für Kinder, die erst spät in unser Schulwesen eintreten und nur rudimentäre Deutschkenntnisse besitzen, wurden so genannte “Crashkurse” eingerichtet. Ziel dieser 6- bis 8-wöchigen Kurse ist es, durch Intensivübungen und lebenspraktische Beispiele die Sprach- und somit auch Kommunikationskompetenz im alltäglichen Leben rasch zu verbessern.

Für all diese Projekte wurden Lehr- und Lernmaterialien bzw. Vorschläge entwickelt. Unabhängig von all diesen Neuerungen wurden die Sprachförderkurse für außerordentliche SchülerInnen selbstverständlich unverändert weitergeführt.

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