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Wiener Festwochen warten mit frischem Programm auf

Tomas Zierhofer-Kin leitet wieder die Wiener Festwochen.
Tomas Zierhofer-Kin leitet wieder die Wiener Festwochen. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Der Intendant der Wiener Festwochen, Tomas Zierhofer-Kin musste sich wegen des spröden Programms im Vorjahr Kritik gefallen lassen. Dieses Jahr starten die Wiener Festwochen am 11. Mai mit frischerem Programm.

Mit den Theater-Erneuerern Susanne Kennedy, Ersan Mondtag und Giselle Vienne will Zierhofer-Kin kontinuierlich arbeiten. Mit dem Bund ist er “dialogbereit, aber ich weiß nichts und ich höre nichts.” Drei “Deep Fridays” mit dichtem Programm in den Gösserhallen, sieben “Reden zur Lage der Nation(en)” live von der Parlaments-Baustelle als Mischung aus politischer Installation, Radiokunst und Podcast sowie einen Schwerpunkt auf junges, innovatives Theater, das sich auf die Suche nach neuen Ritualen macht – das und mehr bieten die Wiener Festwochen, die am Donnerstag weitere Details vorstellten. Zur traditionellen Eröffnung am Rathausplatz am 11. Mai, 21.20 Uhr (übertragen von ORF2), überreichen Ernst Molden und seine Band gemeinsam mit Gästen wie Voodoo Jürgens, Willi Resetarits, EsRAP aka Esra Özmen, Gustav, Ursula Strauss und Der Nino aus Wien dem Publikum musikalisch-literarische “Blumen aus der Hauptstadt”. Auch Stacheliges und Dorniges soll darunter sein.

 

Intendant Tomas Zierhofer-Kin betonte bei der Pressekonferenz, dass die Gösserhallen am Beginn der Laxenburger Straße heuer wieder bespielt werden – sie sollen jedoch keine “bubble” sein, sondern eng mit den anderen Programmpunkten verknüpft werden. Dort werden Produktionen u.a. von Kornel Mundruczo, Jean Michel Bruyere, Markus Öhrn und Boris Charmatz gezeigt. Danach gibt es an drei Freitagen jeweils ab 22 Uhr “Deep Fridays”, die von Gastkuratorin Angela Mattox programmiert werden. “Ich liebe dieses Konzept – es wird super-speziell”, versicherte sie. Erwartet wird dazu u.a. Cassils, der am 15. Juni seine neue Arbeit “Becoming an Image” zeigen wird. “Wir sind stolz, dass diese Ikone der Transgender-Performancekunst zu uns kommt”, meinte der Intendant.

Wiener Festwochen-Intendant legt Theater-Schwerpunkt vor

Die Wiener Festwochen, denen im Vorjahr u.a. starke Performance-Schlagseite vorgeworfen wurde, haben heuer wieder einen Theater-Schwerpunkt. Es sei seine Absicht gewesen, “eine neue Generation von Theatermacher/innen nach Wien zu holen, viele davon zum ersten Mal, die Theater im besten Sinn als unreine Kunstform sehen”, sagte Zierhofer-Kin. “Theater ist heute ein Konglomerat unterschiedlichster Kunstformen.” Das betreffe etwa Susanne Kennedy “mit ihrer schon überall sehr gefeierten Ästhetik”, Mohamed El Khatib, der mit einem Fußballstück gastieren wird, Christiane Jatahy, die zwischen Film und Theater arbeitet und “The Walking Forest” zeigen wird, aber auch Gisele Vienne und Ersan Mondtag.

Mondtag hat sich in seiner Hamburger “Orestie”-Inszenierung sehr mit “Demokratie als Utopie” beschäftigt. “Wir sind nicht in der Lage den Rechtsstaat zu schützen gegen Strömungen, die den Rechtsstaat abschaffen wollen. Diesen komischen Toleranzbegriff haben wir internalisiert”, sagte er. Dieses Dilemma sehe er auch hier: “Ihr habt in Österreich ja jetzt Nazis im Parlament.”

Gisele Vienne bei Wiener Festwochen

Gisele Vienne beschäftigt sich dagegen in “Crowd” mit dem rituellen Charakter von Theater: “Alle Menschen brauchen tiefe spirituelle Erfahrungen. In Frankreich ist es sichtbar, dass im laizistischen Staat etwas fehlt an Ritualen.” Gewalt ist ebenfalls ein Thema ihrer Arbeit mit 15 jungen Tänzern. Auch sie erfülle eine wichtige Funktion: “Über Gewalt soll differenzierter gesprochen werden, sie ist nicht nur negativ. Gemeinsam mit den Arbeiten von Jean Michel Bruyere (“L’habitude”) über institutionelle Gewalt und Markus Öhrn (“Häusliche Gewalt Wien”) entstehe ein spannender Schwerpunkt, sagte Zierhofer-Kin.

Clubkultur wird bei Wiener Festwochen gefeiert

Die Clubkultur-Schiene Hyperreality findet heuer im F23 statt, “mit sehr kontrastreicher Programmierung” (Kuratorin Marlene Engel) von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens. Zierhofer-Kin: “Es werden sehr vielfältige, sehr lange Nächte werden.” Und Wolfgang Schlag hat als “Into the City”-Leiter in der Hauptbücherei Wien am Gürtel einen Ort gefunden, “der stellvertretend steht für die Utopie einer Gesellschaft: Dort halten sich täglich 3.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen auf und arbeiten an Bildung”. Das Projekt “Archipelago. Insel des unvorhersehbaren Denkens” eröffnet am 28. Mai.

Vorträge in Wien

Bleibt noch die Reihe “Pod schütze Österreich”: Von 14. bis 20. Mai wird dabei die Idee der politischen Rede im Radio in ein aktuelles Medium übergeführt. An sieben aufeinanderfolgenden Tagen sprechen Wissenschafter dabei über Souveränität und Nationalstaaten, darauf Bezug nehmend gibt es anschließend Diskussionen. Live wird das jeweils um 18 Uhr im Studio bei der Parlaments-Baustelle aufgenommen (mit Hörstationen im Museumsquartier und in der Hauptbücherei). “Das wird dann bearbeitet und eine Woche später als Podcasts auf Englisch und Deutsch in weltweite Netzwerke eingespeist. So bleibt das präsent”, erklärte Zierhofer-Kin. “Ich glaube, das ist eine wichtige Sache. Es ist eines meiner Lieblingsprojekte dieser Festwochen.”

APA/Red.

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