Bürgermeister Michael Häupl als Wiener Landeshauptmann angelobt

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Michael Häupl wurde für eine weitere Amtszeit angelobt.
Michael Häupl wurde für eine weitere Amtszeit angelobt. - © APA/Hans Klaus Techt
Rot-Grün in Wien, die Zweite: Michael Häupl wurde am Dienstag von Bundes­präsident Heinz Fischer in Wien für eine weitere Amtszeit angelobt.

Nach seiner Wiederwahl zum Bürgermeister in der konstituierenden Sitzung des Wiener Gemeinderats ist Michael Häupl (SPÖ) am Dienstagvormittag von Bundespräsident Heinz Fischer in der Hofburg als Landeshauptmann angelobt worden. Mit dabei waren Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und sein Vize Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Das magere Stadtchef-Wahlergebnis sei ihm “völlig egal”, versicherte Häupl.

Der Häupl’sche Besuch dauerte etwa eine Stunde. Zuerst fand ein Treffen der vier Politiker hinter verschlossenen Türen statt. Anschließend wurde Häupl vom Bundespräsidenten vor Fotografen und Kameraleuten angelobt. Das Gelöbnis musste er anschließend mit Unterschrift und Handschlag bekräftigen. Während des Bürgermeister-Besuchs in der Hofburg wurde die Sitzung im Rathaus unterbrochen.

Bürgermeister Häupl: Das halbe Dutzend ist voll

Für den frisch gekürten Bürgermeister war es bereits die sechste Ernennung zum Landeshauptmann. Zum dritten Mal wurde diese von Fischer vorgenommen. Das Staatsoberhaupt konstatierte, dass beide bereits eine “gewisse Routine” hätten und gratulierte Häupl abschließend: “Alles Gute und viel Erfolg.”

Für Häupl ist die Angelobung jedenfalls immer wieder ein spezieller Moment: “Natürlich, es ist jedes Mal schon etwas Besonderes. Eine Routine im Angeloben vom Landeshauptmann gibt es glaube ich nicht.” Die Journalistenfrage, ob die sechste zugleich auch seine letzte Vereidigung zum Wiener Landeshauptmann gewesen sei, umschiffte Häupl geschickt: “Schauen wir mal. Jetzt fange ich gerade das sechste Mal an. Da kann ich über das siebente Mal nicht reden.”

Der Bürgermeister ging auch auf die Kritiken an der Neuauflage von Rot-Grün ein: “Was ich bisher dazu gehört habe, war extrem allgemein. Ich habe den Eindruck, dass die diejenigen, die zum Beispiel sagen, da gibt’s nicht Inhaltliches, den 140-Seiten-Vertrag zwischen den beiden Regierungsparteien nicht gelesen haben.” Häupl zeigte aber Gesprächsbereitschaft: “Ich setze mich jederzeit gerne damit auseinander. Denn schon das Alltägliche ist in Zeiten wie diesen, wenn wir nach Paris schauen, sensationell.”

Knappes Resultat ist Häupl “völlig egal”

Das bescheidene Resultat bei seiner Bürgermeister-Wiederwahl in der Gemeinderatssitzung am Vormittag – er bekam nur 52 von 100 Stimmen – ließ ihn kalt: “Das ist mir ehrlich gesagt völlig egal.” Er plant jedenfalls, am heutigen Tag noch zu feiern: “Ich werde mich schon mit den Freunden zusammen setzen und ein bisschen trinken. Aber gemäßigt, denn morgen müssen wieder alle arbeiten.”

Noch vor der Angelobung Häupls zum Landeshauptmann sind im Rathaus seine beiden Stellvertreter als Stadtchef gewählt worden. Die SPÖ als stimmenstärkste Fraktion überließ das eigentlich ihr zustehende Amt den Grünen – konkret Maria Vassilakou. Sie wurde mit 51 Stimmen (bei 99 abgegebenen) bestätigt. Insofern eine doch deutliche Wahl, da man als Vizebürgermeister nicht die Mehrheit des gesamten Plenums benötigt, sondern nur die Mehrheit der jeweiligen vorschlagsberechtigten Fraktion. Das war in diesem Fall die SPÖ mit 44 Mandataren, womit Vassilakou bereits 23 Stimmen gereicht hätten.

Als zweiter Vizebürgermeister wurde der nicht amtsführende FPÖ-Stadtrat Johann Gudenus gewählt. Er kam auf 40 Unterstützer bei 99 abgegebenen Kuverts. Die Wahl der amtsführenden Stadträte war erst für den Nachmittag vorgesehen.

(APA, Red.)

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