Vier Elemente, die “The First Avenger: Civil War” großartig machen

Von Christoph Stachowetz
Bei "The First Avenger: Civil War" kommen nicht nur Comicfans auf ihre Kosten
Bei "The First Avenger: Civil War" kommen nicht nur Comicfans auf ihre Kosten - © Marvel, Walt Disney Studios
Die kommende Comicverfilmung “The First Avenger: Civil War”  hält was sie verspricht, nämlich ein Highlight im ganzen Genre zu werden. Das dürfte ja spätestens mit der ausführlichen VIENNA.at-Kritik geklärt sein. Welche Elemente aber wirklich besonders herausstechen, haben wir hier nochmal aufgelistet.

Eines vorweg: In diesem Artikel befinden sich kleine Spoiler für all jene, die die Trailer zum Film noch nicht gesehen haben. Wir wollen ja niemanden die Überraschung verderben.

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Der Fokus auf mehrere, nicht nur eine Hauptfigur

Das eine Verfilmung der “Civil War”-Comicbuchreihe ein gewaltiges Unterfangen darstellt, sollte vor allem für Fans klar sein. Eine zentrale Fragestelllung wird hier aufgeworfen, die dann wohl oder übel auch jeden Held betreffen muss: “Wer übernimmt die Veranwortung bei Kollateralschäden?” So erscheint es umso interessanter, das trotz der recht umfangreichen Besetzungsliste doch ein klarer Fokus auf nicht nur einen, sondern zwei Charaktere gelegt wurde, die stellvertretend für die jeweiligen Auffassungen sind. Während Steve Rogers aka Captain America seinen Prinzipien treu bleibt und überall dort das Unrecht bekämpfen will, wo es gerade auftritt, sieht Tony Stark aka Iron Man die Sache anders. Alleine und im Avengers-Team stellen die Superhelden eine zerstörerische Kraft dar, die zielgerichtet eingesetzt werden sollte, was auch der Plan der Regierung ist. Über diese Zweiteilung entsteht so auch ein Spannungsfeld unter den Charakteren, das für den Zuseher durchgehend interessant und nachvollziehbar wirkt.

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Die Nebenfiguren und Gastauftritte

Das Regieduo Anthony und Joe Russo hat schon mit “The Return of the First Avenger” gezeigt, das sie sowohl ein Händchen für die Führung von Schauspielern als auch für das Einbringen von Nebendarstellern haben. Umso wichtiger wird dies in einem Film wie “The First Avenger: Civil War”, bei dem mehr als ein Dutzend Figuren mit unterschiedlicher Relevanz für die Handlung auftreten. Ohne Zweifel ist es den Russos auch diesmal gelungen, mit einer ganzen Fußballmannschaft an Superhelden geradezu spielerisch umzugehen und jedem einzelnen seinen Platz im Film zu verschaffen, ohne das dies wie eine billige Platzierung wirkt. Das hier natürlich vor allem Paul Rudd als Ant-Man, Tom Holland als Spider-Man und Chadwick Boseman als Black Panther ihre Momente spendiert bekommen haben, liegt auf der Hand. Sieht man sich dann auch vergleichbare Comic-Verfilmungen und die dort vorzufindenden Nebenfiguren an (etwa: The Flash in “Batman v Superman: Dawn of Justice” oder Quicksilver in “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“), kann man nur seinen Hut vor den Verflechtungen der Charaktere in der Handlung von “Civil War” ziehen. Jeder Held treibt hier mit seinem Handeln die Story weiter voran.

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Die Actionsequenzen

Das Comicverfilmungen ihren Status als zugkräftige bzw. gewinnbringende Blockbuster für alle Altersgruppen etablieren konnten, liegt wohl auch zu einem großen Teil an den technischen Möglichkeiten, sprich: computer-generierten Bildern. Interessant erscheint dabei die Tatsache, das mittlerweile eine Art von Überdruss dahingehend beim Kino-Publikum spürbar wird. Es reicht einfach nicht mehr, wenn ein finaler Endkampf in einer Weltmetropole die Fetzen – oder besser: Gebäudeteile – fliegen, wenn beim Zuseher kein Spannungsmoment entsteht (siehe erneut: “Batman v Superman: Dawn of Justice“, “Fantastic Four“). Daher abermals der Geniestreich des Regieduos bei “Civil War”: Reduktion statt visueller Überforderung. Hier wurde Wert auf Kreativität gelegt und nicht einfach der oftmals gesehene, zerstörerische blaue Energiestrahl vom Himmel bzw. überdimensionierte Oberbösewicht eingesetzt. Bravo.

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Die Beziehungen der Charaktere untereinander

Man muss es Marvel lassen: Das von ihnen geplante und mehreren Phasen durchlaufende Marvel Cinematic Universe ist trotz seines schon jetzt überaus respektablen Umfangs eine nachvollziehbare Angelegenheit, was die Entwicklung von Figuren darin betrifft. Das die in “Civil War” mitspielenden Superhelden auch ohne großartige Vorgeschichten miteinander harmonieren, ist wohl genau dieser Planung geschuldet. Aber auch die Befindlichkeiten der Charaktere abseits ihrer bisherigen Erlebnisse werden in “Civil War” interessant ausgelegt. So verschiebt sich die Loyalität von einigen Figuren recht überraschend, während das Thema Freundschaft in vielerlei Hinsicht deutlich an Gewichtung zulegt. Zudem ist ja hier auch ein Kampf zwischen Superhelden im Gange, die eigentlich alle als “gut” bzw. “rechtschaffend” zu deklarieren sind – zu wem soll man als Zuseher da bloß halten?

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