Fantastic Four – Trailer und Kritik zum Film

Fantastic Four – Trailer und Kritik zum Film
Als erste Marvel-Superhelden legten die Fantastic Four 1961 die Grundlage für The Avengers, Ant-Man und Co. Haben letztere mittlerweile auch die Kinoleinwände erobert, blieb der Ruhm dem Quartett bisher verwehrt.

Frühere, schwache Verfilmungen sind schnell in Vergessenheit geraten. Und auch Josh Tranks neuester Versuch “Fantastic Four”, der am Donnerstag im Kino anläuft, kann nicht überzeugen.

Fantastic Four – Die Geschichte

Wie bei so vielen gefeierten Genies fängt hier alles in der elterlichen Garage an: Wie besessen bastelt Reed Richards an einem Gerät, mit dem er mit seinem Freund Ben Grimm am Schrottplatz gesammelte Gegenstände von einem Ort an einen anderen transportieren will. In der Schule dafür ausgelacht, erweckt Reed (Miles Teller) mit genau dieser Maschine sieben Jahre später das Interesse von Dr. Franklin Storm (Reg E. Cathey), dem Direktor der Baxter Foundation. Der lädt ihn nach New York in sein Institut der jungen, großen Denker ein und spannt ihn mit der Wissenschafter-Tochter Sue Storm (Kate Mara), deren rebellischem Adoptivbruder Johnny (Michael B. Jordan) und dem Eigenbrötler Victor von Doom (Toby Kebbell) zusammen.

Gemeinsam entwickeln sie basierend auf Reeds Entwurf ein Shuttle, das Menschen in ein unerforschtes, der ursprünglichen Erde ähnelndes Paralleluniversum teleportiert. Als die Erfindung der NASA übergeben werden soll, beschließt Reed, das Gerät vorher selbst auszuprobieren – und manövriert sich, Johnny, Victor und seinen Kindheitsfreund Ben (Jamie Bell) kurzerhand ins Ungewisse. Doch die Mission geht schief, Victor versinkt in einer gefährlichen Energiequelle und im Labor kommt es zu einer Explosion, die die drei Zurückkehrenden und die wartende Sue in Mitleidenschaft zieht.

Fantastic Four – Die Kritik

Es ist die Geburtsstunde des später als Fantastic Four bekannten, über außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten verfügenden Quartetts aus der Feder von Stan Lee und Jack Kirby: Der lichterloh brennende Johnny wird zu Human Torch, dem Feuermenschen; die von der Explosion weggeschleuderte Sue zu Invisible Woman, der Unsichtbaren; der unter Geröll verschüttete Ben zur Steinbrocken-Kreatur The Thing; und Reed zum seinen Körper beliebig ausdehnenden Mr. Fantastic. Die Bilder des verheerenden Unfalls, der realistischen Darstellung der Verletzungen und der langsamen Entdeckung der neuen Kräfte in einer streng geheimen Regierungseinrichtung sind die stärksten Momente des Films.

Allzu ausgiebig sehen wir diese Kräfte aber nicht in Aktion: Ungewöhnlich lang hält sich Regisseur Josh Trank mit der Vorgeschichte auf, und handelt den ersten und einzigen actionreichen Kampf der Vier gegen den über unendliche Energie verfügenden, zu Dr. Doom verwandelten Victor am Schluss recht motivationslos ab. Anders als seine Kollegen auf 3D verzichtend, scheint bei Trank der Green Screen zum ersten Mal seit langem in der Riege der Superhelden-Spektakel erkennbar, und schwankt das Ergebnis unsicher zwischen Popcornkino und Außenseiterstory, ohne eines davon durchzuziehen.

Die vier Hauptdarsteller, die allesamt der aktuell aufstrebenden Riege junger Hollywoodstars angehören, geben ihr Bestes, um den Fantastic Four Leben einzuhauchen, allen voran Miles Teller (“Whiplash”) als verschmitzter, zugänglicher Reed. Doch inmitten halb garer Special Effects, nicht über Comic-Sprechblasen hinausgehender, platter Dialoge und dem absehbaren, finalen Zusammenraufen zur kräftebündelnden Gruppe haben sie denkbar wenig Spielraum.

Den Teamgeist ließen die Beteiligten hinter der Kamera hingegen vermissen: Die Produktion wurde von Querelen zwischen Regisseur und Produzenten begleitet, nur drei Monate vor Kinostart wurden Szenen neu gedreht. Zuletzt setzte Regisseur Trank auf Twitter einen mittlerweile wieder gelöschten Tweet ab, wonach er vor einem Jahr eine “fantastische Version” des Films gehabt habe, die wesentlich bessere Kritiken bekommen hätte, “jetzt aber nie gesehen werden wird”. Die vom Filmstudio 20th Century Fox für 2017 angekündigte Fortsetzung dürfte also ohne ihn ablaufen.

(APA)

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