Van der Bellen dankt in seiner Rede “für das Vertrauen”

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Alexander Van der Bellen hat am Montag in seiner ersten Rede nach geschlagener Wahl zum Bundespräsidenten seinen Wählern gedankt.

“Ich danke für dieses Vertrauen”, meinte er vor Vertretern der in- und ausländischen Presse im Wiener Palais Schönburg nach der geschlagenen BP-Wahl. Am Rednerpult gab er sich bereits ganz staatstragend. Er begrüßte die “lieben Österreicherinnen und Österreicher” und entbot den ausländischen Gästen “a warm welcome”.

Van der Bellen selbst richtete seine erste Rede als designierter Bundespräsident, die er im Garten des Wiener Palais Schönburg abgab, betont versöhnlich aus. Das knappe Ergebnis sei ein Symbol für die zwei Hälften, die Österreich ausmachten: “Gemeinsam ergeben wir dieses schöne Österreich.” Regierung und Parlament versicherte er, ein konstruktiver Partner sein zu wollen.

Van der Bellen siegte knapp über Hofer

Seinem knapp unterlegenen FPÖ-Konkurrenten Norbert Hofer zollte er “persönlichen Respekt und Anerkennung” und gratulierte ihm “bei aller inhaltlichen Differenz” zu einem “sehr engagierten Wahlkampf”. Den Österreichern dankte Van der Bellen ganz generell dafür, “dass sie zur Wahl gegangen sind”.

In seiner Rede ging er weiters auf die oft genannten Gräben ein, die in Österreich angesichts der Präsidentschaftswahl aufgebrochen seien. Er wolle nicht, dass diese dramatisiert würden. Teils hätten sie schon länger bestanden, vielleicht habe man nur nicht genau hingesehen. Zuletzt sei aber auch viel mehr miteinander geredet worden im Lande. Das Augenmerk sollte daher weniger der Polarisierung, sondern eher der Politisierung gelten. “Das ist doch gut, das ist ein schönes Zeichen.”

“Gemeinsam ein schönes Österreich”

Angesichts von Trennungslinien wollte der gewählte Bundespräsident eher einen Gleichstand sehen. “Die eine Hälfte ist so wichtig wie die andere”, meinte er, “und gemeinsam ergeben wir dieses schöne Österreich.”

Nun warte viel Arbeit auf ihn. Viele Menschen fühlten sich offensichtlich zu wenig gesehen und gehört. Man werde eine andere Kultur, eine andere Gesprächskultur brauchen, und eine Politik, die sich nicht mit sich selbst, sondern mit realen Fragen, auch dem Zorn in diesem Land, auseinandersetzt.

“Überparteilicher Bundespräsident für alle”

Den ganzen Wahlkampf lang habe er versucht, für das Gemeinsame zu werben, so Van der Bellen. “Mein Ziel ist es, ein konstruktives Gegenüber zu sein”, gegenüber der Bundesregierung und dem österreichischen Parlament. Er wolle eine neue Kultur und Arbeitsweise prägen, damit die Menschen nach sechs Jahren sagen könnten, dass sich etwas für sie zum Positiven verändert habe. Bereits ab heute werde er seine Mitgliedschaft bei den Grünen ruhend stellen, sagte er.

“Ich werde selbstverständlich ein überparteilicher Bundespräsident sein für alle Österreicher, für alle Menschen im Land.” Seine Mitgliedschaft bei den Grünen werde er ruhend stellen, so Van der Bellen weiters.

(APA)

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