UNESCO-Absage für Eislaufverein-Hochhaus: Weltkulturerbe in Gefahr?

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Das geplante Hochhaus am Areal des Wiener Eislaufvereins wurde von der UNESCO abgelehnt.
Das geplante Hochhaus am Areal des Wiener Eislaufvereins wurde von der UNESCO abgelehnt. - © APA/WERTINVEST
Jetzt ist es fix: Das UNESCO-Welterbekomitee hat das am Eislaufverein geplante Hochhaus einstimmig abgelehnt. Wien könnte mit diesem Projekt außerdem den Welterbestatus verlieren.

Bei seiner Sitzung in Bonn, die von 28. Juni 8. Juli stattfand, hat das UNESCO-Welterbekomitee das auf dem Eislaufverein Wien geplante Hochhaus einstimmig abgelehnt. Damit sind die in der Öffentlichkeit verbreiteten Behauptungen über dessen Übereinstimmung mit der internationalen Fachmeinung (ICOMOS, ICCROM, UNESCO) widerlegt.

UNESCO lehnt Hochhausprojekt am Eislaufverein Wien ab

Beklagt wurde laut UNESCO-Protokoll unter anderem, dass die zur Beurteilung des Projektes übermittelten Unterlagen nicht ausreichend gewesen seien. Die Befürchtungen, die eine Mission des Denkmalpflege-Beirats ICOMOS zuletzt geäußert hätten, seien jedenfalls weiterhin berechtigt, hieß es. Gewarnt wird davor, dass das geplante Hochhaus nicht mit dem Welterbeprädikat für das historische Zentrum kompatibel sei.

Auch der Masterplan Glacis und das neue Hochhauskonzept werden in dieser Entschließung kritisiert, weil sie die Hochhausentwicklung im Welterbegebiet nicht – wie vereinbart – verhindern, sondern fördern. Eine internationale Expertenkommission (ICOMOS/UNESCO) hat Wien 2012 besucht und festgestellt, dass die Häufung der in Wien stattgefundenen Beeinträchtigungen bereits das Welterbe nachteilig beeinflusst hat.

Die Welterbekonvention ist ein Staatsvertrag zwischen der Republik und der UNESCO. Wien droht mit seinem Hochhausprojekt Eislaufverein, dem Masterplan Glacis und dem neuen Hochhauskonzept den Welterbestatus zu verlieren.

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