U5 plant erste Testfahrten ab 2018

Bis zu 45 neue Züge werden bestellt - Kürzere Intervalle, mehr Sicherheit versprochen
Bis zu 45 neue Züge werden bestellt - Kürzere Intervalle, mehr Sicherheit versprochen - © Bilderbox (Sujet)
Die Ausschreibung für bis zu 45 Züge startet in den nächsten Wochen und freilich muss entsprechend ausgestattetes Wagenmaterial für den fahrerlosen U5-Betrieb gekauft werden. Für Testzwecke werden die ersten fahrerlosen U-Bahnen bereits ab 2018 im Einsatz sein, zeigte sich Brauner zuversichtlich. Personalkürzungen werde es keine geben, versprach sie.

Die Wiener Linien erhoffen sich durch den Paradigmenwechsel eine Reihe von Vorteilen. So seien im automatischen Betrieb kürzere Intervalle von bis zu eineinhalb Minuten möglich, sagte Geschäftsführer Steinbauer. Zum Vergleich: Derzeit liegt das Maximum in Wien bei zweieinhalb Minuten.

Gleicher Takt, weniger Fahrzeuge

Außerdem brauche man für den gleichen Takt dann weniger Fahrzeuge auf der Strecke, da die Züge schneller wenden können. Durch Unabhängigkeit vom Fahrpersonal lasse sich auch flexibler auf Großereignisse wie Demonstrationen oder Sportevents reagieren, hieß es.

U5: Erste Testfahrten ab 2018

Aus Sicht der Öffi-Betriebe ist die Neuerung nicht allzu spektakulär. “Unsere Züge fahren schon jetzt fast automatisch”, versicherte Steinbauer. Der Fahrer sei schon jetzt – mit Ausnahme der U6 – hauptsächlich mit der Abfertigung, also etwa dem Schließen der Türen, beschäftigt.

Schienenbereich abriegelt

Da dies künftig ebenfalls der Computer übernehmen wird, braucht es spezielle Sicherheitstüren an den Bahnsteigen. Sie sind in eine Glaswand eingebaut, die den Wartebereich gänzlich vom Schienenbereich abriegelt, was Stürze auf die Gleise verhindert. Ist eine U-Bahn eingefahren, öffnen sich mit den Zugtüren auch die Sicherheitsschleusen.

Wiens erste vollautomatische U-Bahn

Die U5 bietet uns die einmalige Chance, das automatisierte System einzusetzen”, erklärte Steinbauer. Denn die Trasse besteht sowohl aus einem komplett neuen als auch bereits vorhandenem Abschnitt und sei von der Dimension her – inklusive Endstellen fünf Stationen – sehr überschaubar. Außerdem habe sich die Technik in den vergangenen Jahren “dramatisch verbessert” und durch die Serienreife inzwischen nur mehr unwesentlich teurer als die herkömmliche Variante. Bei den Wiener Linien schätzt man den Mehraufwand auf rund zwei Prozent.

Klimatisiert und mit WLAN ausgestattet

Technisch werden die fahrerlosen Züge gewissermaßen von der Leitstelle in Erdberg ferngesteuert. Dabei sendet jede Garnitur permanent Daten – etwa über Standort, Geschwindigkeit und Abstand zum nächsten Zug. Das neue rollende Material – ebenfalls durchgängig begehbar, klimatisiert und zudem mit WLAN ausgestattet – wird aber trotzdem mit Fahrerkabinen ausgestattet sein, damit es auch auf den anderen U-Bahn-Linien eingesetzt werden kann. Wer den Zuschlag für den Großauftrag bekommt, wird Ende 2016 feststehen.

Wunsch nach mehr direkter Information

Brauner versprach heute, dass durch die Automatisierung kein Personal eingespart werde. Die obsoleten Fahrer sollen vielmehr umgeschult werden und das Serviceteam der Wiener Linien verstärken. Denn es gebe seitens der Fahrgäste beständig den Wunsch nach mehr direkter Information und Hilfe.

Linien Umrüstung

Ob bestehende Linien mittelfristig umgerüstet werden, steht noch nicht fest. Das müsse man bei anstehenden Großsanierungen von Fall zu Fall entscheiden, meinte Steinbauer. Im Rahmen der vor allem für 2016 und 2017 angelegten Großsanierung des westlichen U4-Arms werden jedenfalls noch nicht die Voraussetzungen für den automatisierten Betrieb geschaffen.

Rückgrat der wachsenden Stadt

Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) freute sich jedenfalls über diesen Schritt Wiens. Die U-Bahn sei das Rückgrat der wachsenden Stadt. Und dass das Rathaus dermaßen auf umweltbewusste Mobilität setzt, vertrage sich hervorragend mit den Zielsetzungen des Bundes.

(APA/Red.)

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