U1 wird wegen Sanierung 2013 komplett gesperrt

U1 soll 2013 zwischen Reumann- und Schwedenplatz gesperrt werden
U1 soll 2013 zwischen Reumann- und Schwedenplatz gesperrt werden - © APA
Die Wiener U-Bahn-Linie U1 soll 2013 zwischen Reumann- und Schwedenplatz wegen einer Generalsanierung für sieben Wochen komplett gesperrt werden. Die Folge wäre, dass der neue Hauptbahnhof, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Teilbetrieb befindet, über sieben Wochen keinen U-Bahn-Anschluss hat.

Wie der APA aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen versichert wird, wäre die Sperre bereits für Sommer 2010 angesetzt gewesen. Während der Schulferien im Juli/August 2010 hätte der besagte U1-Abschnitt für die notwendige Generalsanierung komplett gesperrt werden sollen. Um die öffi-fahrende Wählerschaft im Wahljahr jedoch nicht zu verärgern, soll das Projekt vom Rathaus verschoben worden sein.

Bei den Wiener Linien bestätigt man die Notwendigkeit der Teilsperre der U1 für die Verlängerung nach Rothneusiedl, bestreitet aber, dass die Sperre ursprünglich für das Jahr 2010 anvisiert wurde. Dass die Sperre 2013 stattfinden soll, habe technische und keine politischen Gründe, so ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der APA. Es seien noch nicht alle Fragen bezüglich der Sanierung geklärt und mit der Festlegung der Sperre auf das Jahr 2013 habe man genügend Spielraum, um die noch ausstehenden technischen Sachfragen zu lösen. Sperren der U1 in den Jahren 2011 und 2012 kämen wegen der in diesen Jahren stattfindenden Fahrbahnsanierungen am Gürtel im Bereich um den Hauptbahnhof nicht infrage, da diese Arbeiten einen leistungsfähigen Schienenersatzverkehr verhindern würden.

Vermutlich in jedem Falle bereits 2010 müssen die Stromschienen entlang der Gleise getauscht werden – in diesem Falle nicht nur auf dem Abschnitt Reumannplatz-Schwedenplatz, sondern auch zwischen Schwedenplatz und Praterstern. Auch diese Arbeiten seien nicht im Regelbetrieb zu erledigen, weshalb man die U1 zumindest kurzzeitig – die Rede ist von einigen Tagen bis maximal einer Woche – sperren muss. Angedacht sei derzeit der Zeitraum Ostern und Pfingsten, so der Wiener-Linien-Sprecher.

Für die 2013 angepeilte Sperre sind jedoch größere Arbeiten vorgesehen. Letztendlich kann man hier von einer Kompletterneuerung sprechen, die nicht nur Gleise und Weichen, sondern auch Signaltechnik, Schaltwerke, die Stromtechnik oder eine bessere Abluftanlage im Brandfall einschließt. Man bringe die Technik der 1978 eröffneten Linie auf den Stand der Neubaustrecke, die mit der geplanten Verlängerung der U1 bis nach Rothneusiedl folgen soll. Dazu sei aufgrund der baulichen Gegebenheiten eine Komplettsperre vonnöten und ein Teilbetrieb der Anlage nicht möglich, betonte der Wiener-Linien-Sprecher.

Als Schienenersatzverkehr wird vermutlich eine zusätzliche Linie eingeführt, die bei der Raxstraße (Linie O) beginnt, entlang dieser Linie zum Südbahnhof, via Prinz-Eugen-Straße zum Ring und dann weiter über den Kai zur Börse fährt. Weiters soll die Bus-Linie 14A und die Tram der Linie 6 im verdichteten Intervall fahren. Eine zweite, zusätzliche Ersatzlinie soll eine Tramlinie werden, die vom Reumannplatz startend über den Tunnel der Unterpflasterstraßenbahn (Ustraba) bis zum Karlsplatz fährt. Durch die Engstelle des Tunnels ist hier allerdings ein Intervall von mindestens eineinhalb Minuten erforderlich. Keine Möglichkeit, einen Ersatzverkehr anzubieten, sehen die Wiener Linien zwischen Karls- und Schwedenplatz, da diese Strecke unter der Kärntner und Rotenturmstraße verläuft und deshalb nicht durch Busse ersetzt werden kann.

Im gewöhnlichen Ferienbetrieb fahren stündlich vom Reumannplatz rund 6.000 Fahrgäste ab. Mit dem Schienenersatzverkehr werde die maximale Kapazität bei 4.750 liegen, schätzen die Wiener Linien.

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