Typisch Wien: Zum Besuch beim Heurigen

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"Gemma zum Heurigen" - auch heute treffen sich die Wiener gerne dort.
"Gemma zum Heurigen" - auch heute treffen sich die Wiener gerne dort. - © Pixabay
Gehört zu Wiener Ess- und Trinkkultur einfach dazu: Der Heurige. Warum die ur-Wiener Lokalität auf der ganzen Welt berühmt ist und was einen “echten Wiener Heurigen” ausmacht, erfahren Sie hier.

Für Nichtwiener ist der Heurige ein kleines Kuriosum, für Touristen ein Muss in jedem Reieführer, und für den geborenen Wiener der ‘Himmel auf Erden’, wie es in einschlägigem Heurigen-Liedgut schon mal hieß. Der Heurige ist ein Platz zum Wohlfühlen, gemütlich Beisammensitzen und Verweilen.

Wir haben hier einige interessante Fakten rund um die berühmte Wiener Lokalität zusammengetragen.

Wissenswertes rund um Wiener Heurige

Wie alles begann: Anno 1784 erließ Kaiser Josef II. seine berühmte Zirkularverordnung. Darin wurde jedermann die “Freyheit” garantiert, seine “selbsterzeugten Lebensmittel, Wein und Obstmost zu allen Zeiten des Jahres, wie, wann und in welchem Preise er will, zu verkaufen oder auszuschenken”. Auf Grund dieses Privilegs entstanden schließlich die Heurigen – eine Wiener Traditionsinstitution fand ihren Anfang.

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„Echte Heurige“ müssen sich „in einem Heurigengebiet“ und „auf einem für die landwirtschaftliche Nutzung bestimmten Betriebsgelände des jeweiligen Hauers“ befinden. Sprich, nicht jedes Lokal kann sich plötzlich Heuriger nennen.  Auch werden Heurige nur entsprechend saisonal betrieben.

„Heuriger“ leitet sich vom Begriff „heuer“ ab. Die Bezeichnung hat aber noch eine zweite Bedeutung: Es steht für den Wein vom aktuellen Jahrgang, der zu Martini  am 11. November zum „Altwein“ wird.

Die klassischen “Heurigenorte” liegen zwar noch innerhalb der Stadtgrenze, man hat aber schon fast das Gefühl, aufs Land hinausgefahren zu sein – auch die ländliche Atmosphäre trägt wesentlich zum Erholungsfaktor bei. Heurigen-Freunde kennen die Adressen in Wien natürlich längst: Grinzing, Heiligenstadt, Neustift, Stammersdorf, Nussdorf oder Mauer etwa sind “Hotspots”.

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Den nächsten Heurigen in Ihrer Nähe können Sie übrigens auch online ganz einfach finden.

Woran merkt man, dass es sich beim Lokal um einen Heurigen handelt? Erkennbar ist der echte Wiener Heurige an der „Ausg’steckt is’“-Tafel und am Föhrenbuschen, der anzeigt, wann das Lokal geöffnet hat.

In den 1960er Jahren war es in Wien noch selbstverständlich, zum Heurigen sein eigenes Essen mitzubringen – das so genannte “Heurigenpackerl”. Der Grund: Kleinere Betriebe hatten oft nur eine sehr bescheidene Auswahl an Speisen – oder gar keine. Erlaubt ist es übrigens bis heute noch.

Wie sieht es heute aber mit der Kulinarik beim Heurigen aus? Natürlich darf der Wein nicht fehlen, ganz klar. Als “Unterlage” zum Wein wird ein meist üppiges Buffett angeboten: Kümmelbraten und Surfleisch, Schinkenfleckerln und Schweinsbraten, Blunzeng’röstel, Brat- und Backhendel sind da so die Klassiker. Dazu gibt’s Süßspeisen wie Kaiserschmarren, Milchrahmstrudel oder Apfelstrudel … herrlich!

VIENNA.AT wünscht Ihnen viel Vergnügen bei Ihrem nächsten Heurigen-Besuch!

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