Trauerminute für Sabine Oberhauser vor Opernball-Eröffnung

Akt.:
Trauerminute für Sabine Oberhauser am Wiener Opernball.
Trauerminute für Sabine Oberhauser am Wiener Opernball. - © APA
Die Regierung zeigte sich im Vorfeld des Wiener Opernballs tief betroffen vom Tod der Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. Vor der Eröffnung wurde eine Trauerminute abgehalten.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) bat mit Tränen in den Augen vor der offiziellen Eröffnung des Wiener Opernballs um eine Trauerminute. Mit Sabine Oberhauser “haben wir einen großartigen Menschen voller Lebenslust verloren”, sagte Kern.

Trauer um Sabine Oberhauser am Wiener Opernball

“Sie würde es schätzen, wenn Sie sich heute amüsieren im Gedenken an eine große Frau”, sagte der Bundeskanzler vor der Eröffnung zu den Ballgästen. Tief betroffen äußerte sich zuvor auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. “Meine Gedanken sind bei Sabine Oberhauser”, sagte Van der Bellen.

Zuvor vermieden zahlreiche Politiker den Gang über den Roten Teppich. Die Mitglieder der Bundesregierung nahmen an der Eröffnung teil. Sämtliche SPÖ-Politiker kündigten an, gleich nach der Eröffnung den Wiener Opernball wieder zu verlassen. Nicht lange bleiben wollten auch die Mitglieder der ÖVP, sie hatten teilweise aber Staatsgäste geladen.

SPÖ-Politiker verließen Oper nach Eröffnung

Die Regierungsmitglieder, die sich für die Eröffnung in der Mittelloge rund um Van der Bellen versammelt hatten, konnten alle ihre Betroffenheit über den Tod Oberhausers nicht verbergen. Die SPÖ-Mannschaft und Van der Bellen verließen die Oper gleich nach der Eröffnung. Die ÖVP-Ministerriege, angeführt von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, wollte ebenfalls nicht lange bleiben; sie hatten allerdings Staatsgäste geladen.”Dieser Opernball ist leider von einem sehr traurigen Ereignis überschattet”, sagte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter. Er nehme am “Staatsball” dennoch teil, habe auch einen Gast eingeladen. Als “Ausdruck der Trauer” werde er jedoch nicht tanzen.

Österreichs Politiker trauern um Sabine Oberhauser

Ihre Trauer über den Tod der Regierungskollegin hatten am Abend fast alle Ministerkollegen schon in Aussendungen geäußert – oder, wie Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) via Twitter ihre tiefe Betroffenheit deponiert.

“Ihr Lachen und ihre fröhliche Art haben sehr oft Licht in den manchmal so grauen Politikbetrieb gebracht. Sabine, du wirst mir fehlen”, dankte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil der Verstorbenen in einer Aussendung – auch dafür, dass sie ihm “viel geholfen” habe als er vor einem Jahr neu in die Regierung kam. Sozialminister Alois Stöger – Oberhausers Vorgänger im Gesundheitsressort – würdigte Oberhauser als “großartigen Menschen und Ausnahmepolitikerin, die mir als Freundin wie auch als Kollegin in der Bundesregierung sehr fehlen wird”.

Ex-Sozialminister Rudolf Hundstorfer, jetzt Präsident der Österreichischen Bundes-Sportorganisation, erinnerte an die sportliche Seite Oberhausers: Sie sei in ihrer Jugend aktive Handballerin bei WAT Fünfhaus gewesen und habe in den letzten Jahren auch ihre Liebe zum American Football entdeckt. Als Ministerin habe sie als “wichtiges Bindeglied zwischen dem Gesundheitswesen und dem Sport” agiert.

Nicht nur die Spitzenpolitiker und hochrangige Interessensvertreter auf Bundesebene zeigten sich in Aussendungen bestürzt über den Krebstod der Ministerin. Auch diverse Teil-, Landes- und Bezirksorganisationen der SPÖ (wie Junge Generation, VSStÖ, Hietzinger Sozialdemokratie) äußerten ihre Trauer, ebenso Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter im Namen des Landes Tirol. Der niederösterreichische Landtag, der Donnerstagabend tagte, hielt eine Trauerminute ab.

(APA/Red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen