“This Human World”-Festival im Zeichen von Flucht und Armut

Das Sujetbild des letztjährigen "this human life"-Festivals.
Das Sujetbild des letztjährigen "this human life"-Festivals. - © this human world
Das Wiener Menschenrechtsfilmfestival widmet sich dieses Jahr Filmen und Diskussionen zu den Themen Flucht und Armut. Das Festival findet von 3. bis 11. Dezember im Gartenbaukino, Schikaneder, Filmcasino, Brunnenpassage und Top Kino statt.

Mehr als 70 Spiel- und Dokumentarfilme sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Diskussionen, Publikumsgesprächen, Lectures, Workshops, Konzerten und einer Party-Schiene werden heuer wieder aufgeboten. “Besonders in Zeiten, in denen kein Tag vergeht ohne Konfrontation mit grausamen Bildern von Gewalt, Elend und Krieg”, zeigt sich die künstlerische Leiterin Zora Bachmann überzeugt, “dass ‘this human world’ als Plattform für außergewöhnliches und sozialkritisches Kino einen benötigten Raum für Diskussion bietet, ein Kräftebündeln auf allen Ebenen ermöglicht und dadurch ein Ort der Stärkung sein kann”.

Ziel des 8. Wiener “This Human World”-Festivals

So ist ein deklariertes Ziel des Festivals auch das Schaffen neuer Bilder und Perspektiven, wenn es um denkbar aktuelle Themen geht: Einem durch Arbeitslosigkeit, Wohnungskrise und bankrotte Sozialsysteme verarmten Europa widmet sich die Filmreihe “this human POVERTY”; Umstände, die Menschen zur Flucht bewegen, Schattenökonomien, Grenzpolitik und Integration untersucht indes der Schwerpunkt “this human TRACKS”. Die Situation von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer übersetzen, zeigt etwa der Niederländer Morgan Knibbe in seinem poetischen Langfilmdebüt “Those Who Feel the Fire Burning”, das am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte im Gartenbaukino gezeigt wird und am 18. Dezember ebenda regulär startet.

Eröffnet wird das Festival zuvor aber mit der Österreich-Premiere von “Pirates of Salé”. In der Doku porträtieren die Regisseurinnen Meriene Addou und Rosa Rogers junge Bewerber für Marokkos ersten professionellen Zirkus, dem am Ende eines Slums liegenden Cirque Shems’y. In entlegene Regionen führen dann auch Filmprogramme, die heuer verstärkt nach Lateinamerika und aufs junge Kino der Kaukasus-Region blicken. Abseits davon werden bereits traditionelle Schienen wie “this human WORKS” über aktuelle Arbeitsrealitäten oder “Cinema and Human Rights” mit dem Ludwig Boltzmann Institut wieder aufgegriffen und der Off-Porno-Programmschwerpunkt wegen “anhaltender Publikumsnachfrage” verlängert.

Flüchtlinge und Armut als Schwerpunkt des Menschenrechtsfestivals

Für Schüler wurde im Rahmen des Vermittlungsprogramms “this human YOUTH” erneut ein eigenes Programm gezimmert, hinzu kommen spezielle Filmscreenings für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Für sie wurde sogleich ein neues Format ins Leben gerufen: Der “Open Space: Refugee Support” zeigt erste Ergebnisse aus Filmworkshops mit Jugendlichen aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, die auch den diesjährigen Trailer mitgestaltet haben.

Den Schlusspunkt bildet die Preisverleihung am 11. Dezember im Curtain im WERK X – Eldorado bei freiem Eintritt. Sieben Preise werden vergeben, darunter erstmals der gemeinsam mit der VdFS ausgerufene, mit 2.000 Euro dotierte Österreichische Jurypreis an eine von acht heimischen Produktionen im Festivalprogramm. Tradition hat hingegen bereits der Menschenrechtspreis für besondere Verdienste von der Österreichischen Liga für Menschenrechte, der heuer an die Flüchtlingshelfer der privaten Initiative “Train of Hope” am Wiener Hauptbahnhof geht. Selten sei die Entscheidung auf mehr als würdige Preisträger_innen” so leicht gefallen wie heuer, so die Festivalorganisatoren.

(apa/red)

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