Taxifahrer in Wien missbrauchte junge Frauen: 15 Jahre Haft drohen

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Dem Taxifahrer drohen 15 Jahre Haft.
Dem Taxifahrer drohen 15 Jahre Haft. - © APA
In Wien ist am Mittwoch der Prozess gegen einen Taxifahrer fortgesetzt worden, der sich in seinem Fahrzeug an zwei jungen Frauen vergangen haben soll. Die im Tatzeitraum 18 Jahre alten Mädchen hatten sich im September 2011 bzw. im August 2013 nach einer durchtanzten Nacht in der Diskothek U4 zu dem davor befindlichen Taxistandplatz begeben, um sich heimbringen zu lassen.

Der Taxler – ein 59 Jahre alter Familienvater, der vier Kinder groß gezogen hat – soll den Umstand, dass die jungen Frauen alkoholisiert waren, auf abgefeimte Weise ausgenutzt haben. Laut Anklage kam es im Fahrzeug zu geschlechtlichen Handlungen, denen die Teenager nichts entgegen setzen konnten, weil sie infolge ihres Zustands nicht mehr in der Lage waren, den zudringlichen Mann abzuwehren.

Diesem drohen bei einem Schuldspruch nun sogar bis zu 15 Jahre Haft. Eine psychiatrische Sachverständige kam nämlich zum Schluss, dass im Fall aus dem Vorjahr bei der Betroffenen derart gravierende psychische Folgen vorliegen, dass diese einer schweren Körperverletzung gleichkommen. Die DVD mit der kontradiktorischen Einvernahme der 18-Jährigen wurde bei der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgespielt. 

Taxifahrer bekannte sich “nicht schuldig”

Der Angeklagte hatte sich beim Prozessauftakt Mitte April “nicht schuldig” bekannt. Den zeitlich weiter zurückliegenden Übergriff stellte er gänzlich in Abrede, jenen aus dem vergangenen Sommer konnte er insofern nicht leugnen, als er von einem DNA-Gutachten belastet wurde. Zu diesem Faktum erklärte der 59-Jährige, die 18-Jährige habe mit ihm einvernehmlichen Sex gehabt.

Ein Freund der jungen Frau ließ in seiner Zeugenaussage keinen Zweifel, dass diese dazu aus seiner Sicht gar nicht mehr in der Lage gewesen wäre. Diese sei im U4 “komplett betrunken” gewesen und mit dem Kopf am Tisch zum Liegen gekommen. Er habe sie daher zu einem Taxi gebracht: “Sie konnte eigentlich nicht mehr selber auf den Beinen stehen”. Nach einer kurzen Pause fügte der Bursch hinzu: “Bis zu diesem Zeitpunkt war es so, dass ich Taxifahrern immer vertraut habe. Das sehe ich heute anders.”

Die Verhandlung musste auf den 25. Juni vertagt werden – die Gutachterin war aus unerfindlichen Gründen nicht zur Verhandlung geladen worden.

(APA)

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