Supervollmond und Mondfinsternis am 28. September 2015

Eine totale Super-Ernte-Vollmond-Finsternis steht uns am 28. September bevor
Eine totale Super-Ernte-Vollmond-Finsternis steht uns am 28. September bevor - © APA/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE
Eine besonderes Himmelsschauspiel erwartet uns in der Nacht auf 28. September: eine totale Mondfinsternis. Das astronomische Ereignis findet nicht nur zum sogenannten Erntevollmond statt, die Erde wird auch einen “Supervollmond” als Blutmond beschatten.

Der Superlativ “Supervollmond” wird immer dann vergeben, wenn der Trabant in Erdnähe steht, teilte die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) mit.

Infos zur Mondfinsternis: Blutmond

Die Finsternis beginnt – für Astronomen, mit freiem Auge aber nicht wahrnehmbar – am Montag, 28. September, um 2.10 Uhr, sobald der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt. Erst um 3.07 beginnt der Kernschatten der Erde kontinuierlich die Mondscheibe abzudecken, der Mond steht zu diesem Zeitpunkt im Südwesten. Zwischen 4.11 und 5.24 Uhr ist der Mond dann total verfinstert. Weil ein Teil des Sonnenlichts von der Erdatmosphäre gestreut wird und dennoch auf die Mondoberfläche trifft, entsteht eine rötliche Färbung des Erdtrabanten, weshalb auch von einem Blutmond die Rede ist. Um 6.27 Uhr ist dann kein Erdschatten mehr am Mond zu erkennen.

Nur bei Vollmond möglich

Mondfinsternisse können sich prinzipiell nur bei Vollmond ereignen, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Nur bei dieser Konstellation kann der Mond in den Schatten der Erde gelangen, was man als Mondfinsternis wahrnimmt. Sonnenfinsternisse ereignen sich dagegen stets bei Neumond.

In diesem Jahr wird der Erdtrabant beim Vollmond im September seine geringste Entfernung zur Erde haben. Die Bahn des Mondes um die Erde hat die Form einer Ellipse und die Entfernung Erde-Mond schwankt zwischen etwa 357.000 und 407.000 Kilometer. Im Schnitt fallen fast jedes Jahr (exakt: alle 13,6 Monate) Vollmond und Erdnähe zusammen.

Alles zum Supervollmond

Für ein solches Ereignis hat sich in den vergangenen Jahren der Begriff “Supervollmond” etabliert. Seitens der WAA weist man darauf hin, dass dies kein astronomischer Begriff sei. Der Unterschied im scheinbaren Durchmesser des Mondes vom Minimum (Erdferne) bis Maximum (Erdnähe) beträgt nur etwa 14 Prozent, das entspricht der Größendifferenz Ein- und Zwei-Euro-Münze – und ist mit freiem Auge nur sehr schwer wahrnehmbar.

Der Vollmond im September wird auch Erntevollmond genannt, weil das helle Licht der Mondscheibe früher dazu genutzt wurde, um nach Sonnenuntergang noch die Ernte einbringen zu können. Hintergrund ist ein besonderes Phänomen: Der Vollmond geht ja immer kurz nach Sonnenuntergang auf.

Wenn der Mond später aufgeht

Im Jahresschnitt erfolgt der Mondaufgang dann Tag für Tag um etwa 50 Minuten später, nach zehn Tagen also schon acht Stunden später. Nur im Herbst verlagert sich der Mondaufgang rund um den Vollmond täglich nur um wenige Minuten, rund um den Vollmond erhellt die Mondscheibe deshalb die frühen Abendstunden.

Nächste Mondfinsternis von Wien aus zu sehen

Die nächste Mondfinsternis für Wien wird völlig unspektakulär: eine partielle Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. Am 7. August 2017 wird teilweise eine partielle Mondfinsternis zu sehen sein. Die nächste totale Mondfinsternis ist am 27. Juli 2018 von Wien aus zu beobachten, allerdings nicht über den gesamten Verlauf. Mehr zu Mondfinsternis und Co. finden Sie auf der Website der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.

(apa/red)

 

 

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