Stürmischer Wochenbeginn: Feuerwehren in Wien und Niederösterreich im Dauereinsatz

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Viel Arbeit für die Feuerwehren.
Viel Arbeit für die Feuerwehren. - © Presseteam der Feuerwehr Wr. Neustadt, Pressestelle BFK Mödling
In Wien und Umgebung hält der Sturm die Feuerwehren auf Trab. In Wiener Neustadt wurde das Dach eines Studentenheims abgedeckt, Kleinflugzeuge stürzten um, Haushalte waren ohne Strom.

Ein Sturm in Niederösterreich hat seit den frühen Morgenstunden am Montag zu einer massiven Einsatztätigkeit der Feuerwehren geführt. Etwa 500 Helfer rückten vor allem in den südlichen Bezirken Mödling, Baden und Wiener Neustadt aus. Mehr als 120 Fälle waren vorerst zu bearbeiten, sagte Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos, auf Anfrage. Verletzt wurde niemand.

Ein Hotspot war die Stadt Wiener Neustadt. Dort wurde etwa das Dach eines Studentenheimes laut Resperger fast zur Gänze abgedeckt, was zur Folge hatte, dass umliegende Straßen gesperrt werden mussten. Auf dem Flugfeld stürzten mehrerer Kleinflugzeuge um. Etwa 75 Haushalte in der Stadt waren ohne Strom, weil ein Baum in eine Leitung gestürzt war.

Tempo 80 auf der Südautobahn

Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt berichtete von Sturmböen mit Spitzen bis 130 km/h. Allein 22 Mal mussten die Helfer bis Montagfrüh in der Stadt selbst ausrücken, insgesamt 40 Mal im Bezirk. Ein Ende der Einsatztätigkeit war vorerst nicht in Sicht.

In Mödling stürzten dem Sprecher zufolge in den Nachtstunden Teile des Daches eines Hochhauses auf einen Kindergarten. Gumpoldskirchen (Bezirk Mödling) war ohne Strom. Auf der Südautobahn (A2) bei Wiener Neudorf warf der Sturm zwei Lkw-Anhänger um. Behinderungen und eine teilweise Sperre der A2 waren die Folge, teilte Resperger mit. Zudem war die Pottendorfer Linie zwischen Achau und Münchendorf unterbrochen. Umgestürzte Bäume hatten die Oberleitung beschädigt. Erste Sturmeinsätze gab es in der Früh auch im Bezirk Amstetten im Westen des Bundeslandes.

Der Sturm hat nach Asfinag-Angaben auch für erhebliche Probleme im Montag-Frühverkehr gesorgt. Auf der Südautobahn (A2) seien drei Lkw umgekippt. In Richtung Süden war zwischen dem Industriezentrum Süd und dem Knoten Guntramsdorf vorübergehend nur eine Fahrspur frei. Im Großraum Wien wurde Tempo 80 für die Strecke verfügt. Die elektronischen Überkopfanzeiger warnten vor starkem Seitenwind.

Wien: Über 200 Sturm-Einsätze

Auch in Wien war die Feuerwehr auf Hochtouren. Von den rund 320 Einsätzen, zu denen die Wiener Berufsfeuerwehr von Sonntag bis Montag früh ausrücken musste, waren gut zwei Drittel auf den Sturm zurückzuführen, sagte Sprecher Christian Feiler. Am spektakulärsten war jener bei einem Baugerüst in Favoriten, das gerade noch rechtzeitig gesichert werden konnte.

Lose Schilder bei Baustellen, Markisen, schlagende Fensterflügel, Plakatwände und Äste, die den Böen nichts mehr entgegenzusetzen hatten, machten den Hauptteil der Einsätze aus. Kritischer war jener an einem Haus an der Adresse Triester Straße-Hardtmuthgasse, bei dem sich die Verankerungen eines Baugerüsts teilweise gelöst hatten, wodurch es sich gefährlich in Richtung Straße geneigt hatte. “Wir kamen gerade noch rechtzeitig”, sagte der Feuerwehrsprecher. Das Gerüst wurde mit einem sogenannten Greifzug wieder in Position gebracht und gesichert.

(APA, Red.)

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