Stich ins Herz: 18-Jähriger steht wegen Mordes an Großonkel vor Gericht

Nach der tödlichen Attacke steht nun der 18-Jährige vor Gericht.
Nach der tödlichen Attacke steht nun der 18-Jährige vor Gericht. - © APA
Am kommenden Dienstag muss sich ein 18-jähriger Bursche wegen Mordes am Wiener Straflandesgericht verantworten. Er soll am 1. März 2016 in Wien-Brigittenau seinen 52 Jahre alten Großonkel durch einen Messerstich ins Herz getötet haben.

Der tödlich Verletzte schleppte sich noch auf die nahe gelegene Polizeiinspektion Pappenheimgasse, wo er zusammenbrach und verstarb. Der Bluttat vorangegangen war eine seit Jahren schwelende Familienfehde. Ein Bruder des späteren Opfers war mit einer Tante des Angeklagten verheiratet. Die Ehe der beiden lief nicht gut, die zwei beteiligten Familien, die ursprünglich aus der Türkei stammen, schoben sich jeweils die Verantwortung dafür zu. Die Auseinandersetzungen arteten in Handgreiflichkeiten aus – so wurde gegen den Vater des Angeklagten auf bezirksgerichtlicher Ebene ein Verfahren wegen Körperverletzung geführt.

18-Jähriger soll seinen Großonkel getötet haben

Der Noch-18-Jährige fühlte sich offenbar besonders für die “Ehre” seiner Tante verantwortlich und dürfte seinen Großonkel, zugleich ein Bruder des Ehemanns der Tante, als besonderes Ärgernis empfunden haben. Als er dem 52-Jährigen am 1. März zufällig über den Weg lief, soll er ihn zunächst beschimpft und schließlich sein Taschenmesser gezückt haben. Der Jugendliche dürfte mit voller Wucht zugestochen haben – bei der Obduktion wurde eine Stichkanallänge von elf Zentimeter festgestellt. Genau so lang war die Klinge des Messers.

Als der 18-Jährige kurz nach der Tat von einem Bekannten erfuhr, dass sein Kontrahent nicht überlebt hatte, ging er noch am selben Abend zur Polizei und stellte sich. Nun drohen ihm bei einer anklagekonformen Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft.

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