25. April 2008 12:45; Akt.: 25.04.2008 12:45

Scary Guy - ein Mann auf Mission

Scary Guy – ein Mann auf Mission
Am 23. April hatte der Mann mit Mission Weltfrieden seinen ersten umjubelten Auftritt in Österreich. Video: 

Der Festsaal der Vienna Business School war bis zum Bersten gefüllt, als der 49-Jährige auf der Bühne erschien. Zunächst ist es sehr ruhig, der Amerikaner spricht kein Wort. Er bietet Zusehern in der ersten Reihe zu trinken an, trinkt später selbst.

„Weltfrieden ist möglich”, heißt es dann später. Scary Guy spricht leise, flüstert beinahe. Das verleiht seinen Aussagen Nachdruck. “Er liegt in jedem Einzelnen von uns. Aber er ist nicht etwas, auf dass man warten darf. Von selbst wird er nicht kommen,“ so Scary Guy, der eine Wandlung hinter sich hat, wie wohl nur wenige Menschen zuvor. Vor mehr als 10 Jahren wurde der damalige Tätowierer in einer Zeitung schlecht gemacht, und aufgrund seines äußeren ‘Scary Guy’ getauft. „Ich dachte, wieso urteilt er über mich. Er kennt mich gar nicht! Ich schwor Rache.“

Doch anstatt den Hund jenes Journalisten über den Haufen zu führen, wurde er einsichtig. „In Wahrheit war ich um nichts besser als dieser Mann. Ich beschimpfte Menschen aufgrund ihres Äußeren und Urteilte über sie. Das wollte ich ändern.“ Inzwischen gibt er an, seit über 7 Jahren niemanden mehr schlecht behandelt zu haben, und bezeichnet das als die schwierigste Schule seines Lebens. Auch die Schüler fordert er dazu auf, nur sieben Tage kein schlechtes Wort über jemand anderen zu verlieren.

„Jemanden schlecht zu reden ist Terrorismus. Zumindest eine kleine Art davon.“ Für die vielen Kinder, die unter Hänseleien zu leiden haben, hat der Amerikaner ein Heilmittel parat: „Man isst keine verdorbene Nahrung. Genauso sollte es mit Worten sein. Man kann selbst entscheiden, was man sich zu Herzen gehen lässt und was nicht.“

Mit Humor sieht er den Wandel der Zeiten. In der 50er Jahren seien die Menschen noch dankbar gewesen, wenn man ihnen die Tür aufhielt. „In den 80ern und 90ern meinte man darauf, das wäre nicht notwendig gewesen, ich brauche keine Hilfe. Wenn man jetzt jemandem die Tür aufhält, wird man gefragt: Was wollen sie von mir? Man wird ein Verdächtiger.“

Scary Guy glaubt fest daran, dass jeder Einzelne etwas verändern kann. Sein Vortrag ist mitreißend, die Emotionalität seiner Worte spürbar und authentisch.
Menschen wie er sind für unsere Gesellschaft ungemein wichtig, da sie uns helfen, menschlich zu bleiben, wenn wir vor lauter Erfolgsdruck und Leistungszwang Gefahr laufen zu vergessen, wer wir wirklich sind, und was wir brauchen. Bleibt nur zu hoffen, dass seine Worte nicht so bald vergessen werden…

http://www.thescaryguy.com/

 

 

 

 

 

 



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