17. September 2008 12:44; Akt.: 17.09.2008 12:44

Erbgutschäden durch Mobilfunk?

Erbgutschäden durch Mobilfunk?

Verschiedene Untersuchungen führen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Ein

Mobilfunk-Forscher bezichtigt die med. Uni Wien sogar der Fälschung.

 (1 Kommentar)

 

Gibt es Erbgutschäden durch Mobilfunk? Unsere Umwelt wird zunehmend von Strahlung im Frequenzbereich zwischen 80 und 2.400 Megaherz durchsetzt. Handygespräche , Rundfunk oder Datenfunk bescheren uns eine Art Dauerbestrahlung. Vier internationale Top- Referenten widmen sich heute in Wien der Frage der Gesundheitsbelastung. Ein Überblick über den aktuellen Wissensstand soll gegeben werden und die Kontroversen um die Studie der med. Uni Wien werden ebenfalls diskutiert. In Acht der besagten Studien sorgte vor Allem die Annahme, die Strahlung des Mobilfunks sei eindeutig erbgutschädigend, für Aufregung. Die Strahlung diverser „moderner“ Telekommunikationseinrichtungen, von der Funkanwendung im Nahbereich bis zum Rundfunk, wird in betreffenden Messverfahren ermittelt. Die Stärke des jeweiligen Magnetfeldes spielt hier die wichtigste Rolle.

 

Dr. Günther Speit von der Uni Ulm vermutet sogar „eine Fälschung“ der Wiener Studien und bemerkt in Bezug auf seine eigenen Wiederholungsstudien : „In keinem der Experimente ergab sich ein Hinweis auf eine gentoxische Wirkung durch hochfrequente elektromagnetische Felder“. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gab im Frühjahr 2008 eine Studie beim Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF) in Auftrag. An 130 verschiedenen Messpunkten in 52 österreichischen Gemeinden wurden die auftretenden Immissionen in unmittelbarer Nähe von Mobilfunkstationen der GSM- sowie der UMTS-Netze gemessen. In Wien selbst gab es übrigens sieben Messpunkte (Am Spitz, Alt Erlaa, Karl-Marx Hof, Altes AKH, Meidling U-Bahn, Rathausplatz, Europaplatz). „Von einer Gefährdung der Gesundheit kann anhand der aktuellen Studienlage nicht ausgegangen werden“ hieß es zusammenfassend. Trotzdem musste man im selben Bericht festhalten, dass sowohl mögliche Langzeiteffekte bei Kindern und Erwachsenen, die Grundlagenforschung zu Mechanismen und Modellen und die weitere Untersuchung zur Energieaufnahme im menschlichen Körper Bereiche darstellten, in denen noch immer Forschungsbedarf bestünde.

 

 Erwartungsgemäß sehen manche Vereinigungen, die sich am Diskurs beteiligen, wie z.B. das Forum Mobilkommunikation oder die Forschungsgemeinschaft Funk e. V. gar kein, oder nur ein geringes Gefahrenpotenzial, wobei zu erwähnen ist, dass mitunter auch Mobilfunknetzbetreiber zu ihren Mitgliedern zählen. Im Zweifelsfall ist also nach wie vor zur Vorsicht und Skepsis zu raten, denn wenn diesbezügliche Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, stellt sich auch die Frage nach Interessen und Lobbies, wobei wir uns dann überlegen sollten, ob das (wirtschaftliche) Interesse der med. Uni größer sein kann als das der Mobilfunkanbieter.


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