Spektakulärer Einbruch in Dorotheum-Filiale in Wien-Hietzing: Drei Jahre Haft

Die Männer hatten einen Juwelier in Hietzing überfallen
Die Männer hatten einen Juwelier in Hietzing überfallen - © BilderBox.com (Sujet)
Die Rechnung für einen spektakulären, aber letztlich missglückten Einbruch in eine Dorotheum-Filiale in Wien-Hietzing haben zwei der vier Täter am Freitag präsentiert bekommen: Die beiden Männer (43) wurden am Straflandesgericht zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt.

Sie erbaten sich drei Tage Bedenkzeit, weshalb das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Der Überfall auf die Dorotheum-Filiale in Hietzing

Drei Männer hatten am 15. Mai um 3.00 Uhr die Tür zu dem Schmuckgeschäft in der Hietzinger Hauptstraße aufgebrochen, die Vitrinen zertrümmert und Schmuck im Wert von weit mehr als 100.000 Euro an sich gerafft. Ein Komplize wartete im gestohlenen Fluchtwagen auf der Straße. Als eine Funkstreife auftauchte, versuchte er diese zu rammen und flüchtete. Dies gelang auch einem weiteren Verdächtigen, der davonlief, obwohl die Polizei zuvor zwei Schreckschüsse abgegeben hatten. Die beiden Angeklagten jedoch hatten sich widerstandslos festnehmen lassen.

Beim Prozess in Wien-Hietzing

Vor Richter Roman Palmstingl gaben sie den Einbruch unumwunden zu, schoben aber den Diebstahl des Fluchtfahrzeugs und die Idee zu dem Coup ihren beiden Landsleuten in die Schuhe, die nicht ausgeforscht werden konnten. Sie hätten sich bereits aus ihrer Heimatstadt Podgorica in Montenegro gekannt, wären zur – vergeblichen – Arbeitssuche nach Wien gekommen und hätten einander zufällig in einem Lokal getroffen. Ebenso zufällig wären sie an ihre späteren Komplizen geraten, die den Einbruch vorgeschlagen hätten. “Der eine lebt von dem, der andere von Einbrüchen, da redet man eben drüber”, meinte der bisher unbescholtene Zweitangeklagte.

Flüchtende Räuber gingen der Polizei ins Netz

Mit mehreren Schichten Kleidung hatten sich die Männer gegen die Scherben der Vitrinen gewappnet – und sie hätten durchaus fette Beute machen können, wäre die Polizei nicht so schnell am Ort des Geschehens aufgetaucht. Die drei mit Sturmhauben maskierten Männer liefen gerade heraus – mit Sporttaschen voll Schmuck und Einbruchswerkzeug in den Händen. Als sie die Gegenstände nicht gleich fallen ließen und einer der Einbrecher in die Jackentasche griff, so als wolle er eine Waffe ziehen, feuerten die Polizisten in die Luft.

Nach der Festnahme der 43-Jährigen wurde einer der beiden auch mit einem weiteren versuchten Einbruch, ebenfalls in eine Dorotheum-Filiale in Meidling, in Zusammenhang gebracht. Eine Stunde vor dem Coup im April hatte ihn eine Videokamera aufgenommen als er gerade Handschuhe anzog. Auch damals war ein Mercedes als Fluchtwagen gestohlen worden und Baumax-Umzugskartons hätten zum Abtransport des Diebesguts dienen sollen.

Haftstrafen noch nicht rechtskräftig

Doch der Schöffensenat konnte dem Erstangeklagten, der mitten in der Nacht in einer für ihn nach eigenen Aussagen völlig fremden Stadt spazieren ging, mit der nötigen Sicherheit eine Beteiligung an diesem versuchten Einbruch nachweisen. “Komisch ist es, aber es reichen die Beweise nicht”, sagte der Richter. Ebenso wurden beide im Zweifel für den vorgeworfenen Diebstahl des Fluchtwagens freigesprochen. Die jeweils drei Jahre Haft wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchs sind wegen der erbetenen Bedenkzeit und des Umstands, dass die Staatsanwältin keine Erklärung abgab, vorerst nicht rechtskräftig.

(apa/red)

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