Sonntagsöffnung im Wiener Handel: Neue Diskussion entstanden

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In Bezug auf die Mariahilfer Straße wird die Sonntagsöffnung diskutiert
In Bezug auf die Mariahilfer Straße wird die Sonntagsöffnung diskutiert - © APA
Einen neuen Vorschlag der Wirtschaftskammer (WK) zur gebietsweisen Sonntagsöffnung im Handel in Wien prüft derzeit die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp). Im Fokus dabei: die City, die Mariahilfer Straße und Schönbrunn.

Einem “Ö1″-Bericht zufolge geht es bei der erneuten Diskussion um die Sonntagsöffnung um die Innere Stadt, die innere Mariahilfer Straße und auch um den Touristenmagneten Schönbrunn. Dort würden sich offene Geschäfte am Sonntag rechnen, besagt eine WK-Untersuchung.

Angestellte gegen Sonntagsöffnung in Wien

In Wien gibt es bisher keine Sonntagsöffnung, die Angestellten waren in einer Gewerkschaftsbefragung dagegen. Zwei Drittel der Touristen wollen laut einer WK-Befragung auch sonntags einkaufen.

Der WK-Handelsspartenobmann, Rainer Trefelik, sprach gegenüber “Ö1″ von einer nun gegebenen “sensiblen Phase der Annäherung” zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft. Manfred Wolf von der GPA-djp verwies im Radio auf eine ernsthafte und besonders genaue Prüfung des neuen Vorschlags.

Kein “Husch-Pfusch” bei der Sonntagsöffnung

Wenn es zu einer Lösung kommen sollte, dann müsse diese “nachhaltig und dauerhaft” ausfallen – “Husch-Pfusch ist das letzte, was wir brauchen”, so Wolf.

95,9 Prozent der Angestellten hatten sich heuer im Frühjahr in einer Befragung durch die Gewerkschaft gegen eine Sonntagsöffnung ausgesprochen. Hingegen waren 72,6 Prozent der Unternehmer in einer WK-Befragung im Vorjahr dafür, Tourismuszonen mit der Möglichkeit erweiterter Sonntagsöffnungszeiten in Wien zu errichten.

NEOS gegen Bevorzugung einzelner Gebiete

Durch die diskutierte etwaige Einrichtung von Tourismuszonen in Wien, in denen Geschäfte auch sonntags öffnen dürften, könnten dem Einzelhandel außerhalb dieser Zonen Nachteile erwachsen. Das befürchtete NEOS-Politikerin Beate Meinl-Reisinger am Sonntag. Sie reagierte damit auf die wieder aufgeflammte Debatte zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft im Streitthema Sonntagsöffnung in Wien.

Es sei nicht zu argumentieren, wieso Geschäfte am Stephansplatz oder in der Mariahilfer Straße sonntags aufsperren dürfen sollen, während Geschäfte in Ottakring oder Favoriten geschlossen bleiben müssten, so Meinl-Reisinger in einer Aussendung. Die in der Bundeshauptstadt wahlkämpfende Oppositionspolitikerin forderte “eine faire Lösung für den Gesamten Standort Wien und keine Bevorzugung einzelner Straßenzüge”.

(apa/red)

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