Sommernachtskonzert: Wegen Rekordbesucherzahlen gesperrt

Rekordbesucherzahlen beim diesjährigen Sommernachtskonzert
Rekordbesucherzahlen beim diesjährigen Sommernachtskonzert - © APA/GEORG HOCHMUTH
Wenn die Wiener Philharmoniker in Schönbrunn im Schlosspark auftreten, sind Besucher garantiert. Durch die schönen Wetterlage und dem anhaltenden Ansturm der Gäste musste der gesamte Park sogar gesperrt werden.

Bei Besucher Nummer 57.000 musste das Gelände für den weiteren Einlass gesperrt werden, auch aufgrund der Tatsache, dass dazu noch etwa 45.000 Gäste vor der Gloriette hinzukamen. Die Organisatoren berichten von einer Verdoppelung der Zahlen gegenüber den Vorjahren.

Bereits zum 13. Mal stattgefunden

Das Volks-E-Musikfest lockte bei freiem Eintritt und übertragen von ORF 2 und 3sat schon zum 13. Mal in den Barockgarten. Akustisch ist dieser natürlich nicht der Goldene Saal des Musikvereins, wartet dafür aber mit Atmosphäre auf, die es nur an der frischen Luft gibt, wenn die Vögel ihren Beitrag zur Klangkulisse liefern und vom nahen Tiergarten immer wieder tierische Düfte herübergetragen werden.

Debüt von Dirigent Semjon Bytschkow

Sein persönliches Debüt beim Klassikevent feierte der russischstämmige Dirigent Semjon Bytschkow, der ein rein französisches Programm präsentierte. Zum Auftakt gab es Georges Bizets Volkstanzvariation “Farandole” aus der Schauspielmusik zu “L’Arlesienne”, dem sich franko-ungarische Marschklänge mit Hector Berlioz’ “Rakoczy-Marsch” anschlossen. Und schließlich bildete Maurice Ravel einen Schwerpunkt mit seiner Suite “Daphnis et Chloe”, basierend auf einer Ballettmusik und als Draufgabe seinem unvermeidlichen “Bolero”, ebenfalls als Tanzmusik geschrieben.

Dass das Sommernachtskonzert bei aller Popularität und Volksnähe aber keineswegs auf musikalischen Anspruch verzichten muss, zeigt sich an einer Erstaufführung für das Orchester. So hatte das Oeuvre von Francis Poulenc erst im Jahr 2011 Einzug ins Repertoire des Spitzenorchester gefunden. Dafür nahm man sich nun dessen Konzert für zwei Klaviere und Orchester aus 1932 vor, das ebenfalls tänzerische Motivik als Leitthema des Abends mit Mozart und Jazz verbindet. Als Solistinnen unterstützten an den Pianos Bytschkows Gattin Marielle Labeque und ihre Schwester Katia in Kleidern, die aus Eidechsenhaut geschneidert schienen, die Philharmoniker.

Auch Nachwuchs trat auf

Neben den etablierten Klassikstars kam diesesmal aber auch der Nachwuchs zu Ehren. So waren vor dem Konzert Videoporträts der Preisträger des Jugendwettbewerbs “BePhilharmonic” zu sehen, den die Philharmoniker mit dem ORF gemeinsam veranstaltet hatten. Und das Gewinnerensemble groovin’Tango quINNtett kam kurz vor 20 Uhr sogar zu einem Liveauftritt auf der großen Bühne.

(APA/Red.)

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