“Sieht nach Weltmeister-Auto aus”: Mercedes enthüllt neuen F1-Boliden

Akt.:
Toto Wolff ließ sich zu einer für seine Verhältnisse ungewöhnlich forschen Aussage hinreißen. “Es sieht nach einem Weltmeister-Auto aus”, sagte der Mercedes-Teamchef bei der Präsentation des neuen Formel-1-Boliden am Donnerstag in Silverstone.

Der dreimalige Weltmeister Lewis Hamilton versteckte sich derweil bei orkanartigen Böen und Nieselregen über dem Start- und Zielbereich der britischen Traditions-Rennstrecke ganz tief in seiner dicken schwarzen Jacke. Für seinen neuen Dienstwagen hatte der Brite nur lobende Worte parat: “Das Auto sieht unglaublich aus. Es ist so ziemlich das detaillierteste Auto der Formel-1-Geschichte.” Immer wieder war Hamilton während der gesamten Präsentation in den sozialen Medien unterwegs und kommunizierte live mit seinen Fans.

Hamilton vermisst Rosberg nicht

Den im Dezember überraschend zurückgetretenen Weltmeister Nico Rosberg, dem er nach seinem ganz eigenen Verständnis den Titel nur für ein Jahr ausgeliehen hat, vermisst Hamilton ganz und gar nicht. “Sicher wird es am Anfang seltsam sein, dass nicht er es ist, der in der Box neben mir steht, aber ich habe noch nie in meiner Karriere einen Teamkollegen vermisst.”

Neuer Mitstreiter ist Finne Valtteri Bottas

Hamiltons neuer Mitstreiter Valtteri Bottas machte aus seiner großen Begeisterung für Mercedes keinen Hehl, der Finne konnte es kaum abwarten, das Auto endlich zu fahren: “Für mich ist das ein ganz großer Tag.” Die Chemie zwischen seinen beiden Fahrern sei intakt, versicherte Toto Wolff: “Sie sind neutral miteinander umgegangen, es gab keine Spielchen.” Hamilton begrüßte Bottas artig: “Ich bin bereit, diese Beziehung zwischen uns mit meiner Erfahrung und meiner Reife zu führen.”

“Haifischflosse” fehlt

Bis auf einige Demo-Runden, einen sogenannten Shakedown, war am Donnerstag nicht viel Action im Auto angesagt. Hamilton versuchte zwar, zwischendurch mal das Tempo zu forcieren, ließ es aber schnell wieder sein. “Der Wind ist zu stark, die Strecke zu feucht”, erklärte er. Zudem sei der Shakedown ohnehin nur dazu gedacht, das Auto erstmals laufen zu lassen.

Auffällig an dem Mercedes W08 ist die Tatsache, dass die bei allen anderen Autos der neuen F1-Generation übliche “Haifischflosse” hinter dem Fahrer-Cockpit fehlt. Der Bolide unterscheidet sich auf der Basis des neuen Formel-1-Regelwerks erheblich von seinen Vorgängern, er wirkt zudem aerodynamischer als die bisher vorgestellten Autos der Konkurrenz.

Für Fahrer schwieriger zu beherrschen

“Das neue Reglement wurde entwickelt, um mit aerodynamischer Performance die schnellsten F1-Autos der Geschichte zu bauen”, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: “Sie sollen für die Fahrer schwieriger zu beherrschen sein und hoffentlich aus Sicht der Fans spektakulärer aussehen.”

Ob dies gelungen ist, “werden die ersten Rennen zeigen, aber vermutlich haben wir unser Ziel erreicht”. Allerdings, so Wolff, müsse man zunächst bescheiden bleiben und “beide Füße auf dem Boden behalten. Noch sind wir kein Rennen unter dem neuen Reglement gefahren und haben somit alle dieselbe Punktzahl: Null.”

Neue umweltfreundliche Technologie

Die Farben des Mercedes W08 entsprechen denen der vergangenen Jahre: Silber, Schwarz und das Türkis des Hauptsponsors. Das Auto mit der genauen Bezeichnung “F1 W08 Hybrid EQ Power” trägt als erster Mercedes die Bezeichnung “EQ Power” im Namen. Diese wird künftig für alle Mercedes-AMG-Hybriden verwendet. Gezeichnet wird die neue umweltfreundliche Technologie durch eine sichtbar blaue Visualisierung des Luftflusses vom Frontflügel bis zu den Enden der Seitenkästen.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen