Schräge Fakten rund um die Oscar-Kandidaten für den besten Film

Von Christoph Stachowetz
Wissenwertes rund um die Oscar-Filme in der Hauptkategorie
Wissenwertes rund um die Oscar-Filme in der Hauptkategorie - © Constantin Film
Vom Musical “La La Land” bis zum Kriegfilm “Hacksaw Ridge” deckt die Bandbreite der diesjährigen Oscar-Anwärter für die Hauptkategorie alles ab, was das Kinopublikum begehrt.

Passend zur Oscar-Verleihung am Sonntag, den 26.02.2017, hier nun ein paar interessante Fakten zu den jeweiligen Filmen.

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La La Land

• Während Emma Watson auf die Rolle der Mia zugunsten von “Die Schöne und das Biest” verzichtete, hat dies auch Ryan Gosling  – er wäre als Biest vorgesehen gewesen – für den gleichen Film gemacht.

• Die Szene, in der Emma Stone als Mia für eine Rolle vorspricht und dabei von einem Anruf des Casting-Directors unterbrochen wird, ist von einem tatsächlichen Vorfall inspiriert, bei dem Ryan Gosling der Leidtragende war.

• Für die Tanzszene beim Sonnenuntergang auf den Hügeln Hollywoods standen der Crew und den Schauspielern nur 30 Minuten Zeit zur Verfügung. Insgesamt fünf Aufnahmen konnten die beiden Hauptdarsteller pro Tag absolvieren, Assistenten befreiten Emma Stone und Ryan Gosling vom Schweiß nach jedem Take.

• Die Eröffnungsnummer auf der Schnellstraße wurde auf dem gleichen Abschnitt gedreht wie die legendäre Bus-Sprungszene von “Speed”, bei der 15 Meter der Rampe digital entfernt wurden, um den Sprung zu einem solchen zu machen.

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Manchester By The Sea

• Die Stadt Manchester-by-the-Sea hieß bis 1989 schlicht Manchester. Nach einer umstrittenen Kampagne eines Einwohners wurde der Namen in jenem Jahr offiziell geändert.

• “Manchester By The Sea” ist das erste Werk mit einer Oscar-Nominierung für den besten Film, das von einem Streamingdienst (Amazon) vertrieben wird.

• Ursprünglich wurde die Idee von Matt Damon und John Krasinski Regisseur Kenneth Lonergan vorgeschlagen, Damon sollte Regie führen während Lonergan das Drehbuch schreiben sollte. Aus Termingründen konnte Damon jedoch weder als Regisseur noch als Hauptdarsteller fungieren, er war schließlich aber noch als Produzent tätig.

• Die Szene, in der die Sanitäter mit dem Einladen der Bahre zu kämpfen hatten, war eigentlich nicht geplant – Regisseur Lonergan beschloss das Missgeschick nicht zu streichen.

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Hacksaw Ridge

• Bei den Filmfestspielen von Venedig im September 2016 konnte der Film exakt neun Minuten und 48 Sekunden stehende Ovationen genießen – Regisseur Mel Gibson hat selbst mitgestoppt.

• Die Dreharbeiten rund um die im Film zu sehenden Schlachten dauerten 19 Tagen.

• Regisseur Mel Gibson gab an, dass er einige wahre Gegebenheiten nicht in den Film integrieren konnte, weil er das Gefühl hatte, sein Publikum würde diese Tatsachen nicht für möglich halten. So trat Desmon Doss etwa auf eine Granate, um seine Kameraden zu retten und wurde dabei durch ein Schrapnell verletzt. Als er mit einer Bahre von Sanitätern abtransportiert wurde und einen verwundeten Soldaten erblickte, ließ er diesem den Vorrang und kroch unter Feindfeuer in Sicherheit.

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Hidden Figures

• Die Arbeitsbedingungen zwischen den Ingenieuren und den Frauen wurde für die Story dramatisiert, ein Großteil der involvierten Personen konnten ohne Probleme mit Computern umgehen. Rassistisch motivierte Handlungen waren jedoch vorhanden.

• Einige der Kontrollkonsolen der Mercury-Mission dienten zuvor bereit für die Dreharbeiten von “Apollo 13” und wurden modifiziert.

• Nach der Sichtung des Films sprach sich die 98-jährige Katherine Johnson wohlwollend hinsichtlich ihrer Darstellung durch Schauspielerin Taraji P. Henson aus. Warum aber gerade über sie ein Film gemacht wurde, blieb ihr ein Rätsel.

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Lion

• Der achtjährige Sunny Pawar konnte ursprünglich nicht an der US-Premiere des Films teilnehmen, weil ihm die Einreise-Visa verweigert wurde. Erst auf Nachdruck der Produzenten des Films konnte eine Freigabe für ihn und seinen Vater seitens Homeland Security erreicht werden.

• Sowohl bei den Dreharbeiten wie auch bei den Satellitenbilder half Google unterstützend mit und konnte damit Einsparungen im Spezialeffekte-Budget der Produktion erwirken.

• Die #LionHeart Stiftung wurde zugunsten der jährlich über 80.000 verschwundenen und über 11 Millionen obdachlosen Kinder in Indien bei Filmstart gegründet.

Oscar Nominations - Best Picture

Hell Or High Water

• Der Filmtitel selbst verweist auf die Redewendung “come hell or high water”, die mehr oder minder mit “komme was wolle”, “da fährt die eisenbahn drüber” bzw. “was sein muss, muss sein” gleichzusetzen ist. Zudem verweist die englischsprachige Formulierung auch auf eine Vertragsklausel, bei der Zahlungen auch bei Zahlungschwierigkeiten seitens des Unterzeichners erfolgen müssen.

• Die vermeintlich strafbare Handlung, bei der Chris Pine seinem Filmsohn ein Bier anbietet, ist in Texas als einem von zehn US-Bundesstaaten nicht zutreffen. Minderjährige dürfen in Anwesenheit von Aufsichtspersonen innerhalb der Familie bzw. auf dem Privatgrundstück Alkohol konsumieren.

• Im Film spielt Chris Pine den jüngeren Bruder von Ben Foster, ist tatsächlich aber zwei Monate älter als sein Gegenüber.

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Arrival

• Für den Film wurde eine tatsächlich funktionierende visuelle Sprache entworfen. Eine “Logogram Bibel” mit über hundert unterschiedlichen Symbolen wurde erstellt, 71 davon wurden im Film verwendet.

• Regisseur Denis Villeneuve und Kameramann Bradford Young betiteln den Look des Films als “Dirty Science Fiction”. Er solle sich anfühlen als ob man “als Kind mit dem Bus an einem verregneten Schultag verträumt aus dem Fenster Richtung Himmel sieht”.

• Ein Kanarienvogel, welcher im Käfig mit zu den Zusammentreffen mit den Aliens geführt wurde, um dabei die dortige Atmosphäre zu testen, war bzw. ist ein erprobtes Mittel von Minenarbeiter und seit Jahrhunderten im Bergbau üblich.

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• Nach “The Great Debaters” und “Antwone Fisher” die bereits dritte Regiearbeit von Denzel Washington.

• Dramatiker und Autor August Wilson (1945-2005) bestand auf einen afroamerikanischen Regisseur, sofern sein Theaterstück verfilmt werden sollte.

• Das bereits 1987 am Broadway aufgeführte Stück konnte die vielbeachteten Tony Awards für das beste Theaterstück, besten Schauspieler (James Earl Jones) und beste Nebendarstellerin (Mary Alice) gewinnen. Auch die Neuaufführung von “Fences” im Jahr 2010 führte zu einem Preisregen, diesmal für Denzel Washington als bester Schauspieler und Viola Davis als beste Schauspielerin.

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Moonlight

• Als Darsteller Mahershala Ali seinen Co-Star Alex R. Hibbert im Film das Schwimmen beibringt, tat er dies tatsächlich: Hibbert konnte vor Beginn der Produktion noch nicht Schwimmen.

• Als “a beautiful struggle”, also wunderschönen Kampf, bezeichnete Regisseur Barry Jenkins seine eigene schwierige Kindheit in Miami, die in stark in den Film miteinfloss. Aufgewachsen in einer Nachbarschaft voller sozialer Probleme, konterkarierten die wunderbaren Sonnenuntergänge und die farbenfrohe Flora diesen Umstand.

• Regisseur Barry Jenkins ist mit seiner Oscar-Nominierung für die beste Regie der nun vierte schwarze Filmemacher mit einer Nominierung dieser Art.

>> Alle weiteren News und Infos zu den Oscars 2017

(Red. Bilder: AP / Constantin / Centfox / Thimfilm / Sony / UPI / CBS Films)

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